Wie aussichtsreich ist Rheinmetall wirklich?

Die Rüstungs-Ausgaben steigen, die Welt wird zunehmend unsicher. Profitiert Rheinmetall davon ? – Eine nüchterne Analyse von Volker Gelfarth: (Foto: Katja Pruess / shutterstock.com)

Es ist schon ein wenig zynisch:

Kaum steigt in der Welt die Gefahr für einen bewaffneten Konflikt, klettern die Aktien von Rüstungs-Unternehmen.

Natürlich halten wir nichts davon, den persönlichen Anlage-Erfolg vom Leid anderer Menschen abhängig zu machen.

Doch die Welt ist komplizierter: Wenn Waffen zur Abschreckung dienen, können sie sogar dazu beitragen, Kriege zu verhindern.

Doch unabhängig davon, wie Sie zu dieser Frage stehen:

Rheinmetall in der Analyse

Wir haben Rheinmetall für Sie analysiert und nüchtern unter die Lupe genommen, ob sich ein Investment lohnt oder nicht.

Ob Sie am Ende investieren oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden!

Rheinmetall ist ein Technologie-Konzern für Automotive und Verteidigung mit den dezentralen operativen Führungs-Gesellschaften Kolbenschmidt Pierburg AG (Automotive) und Rheinmetall DeTec AG (Verteidigung) sowie der zentralen Management-Holding Rheinmetall.

Modernisierung der Bundeswehr birgt Potenzial

Rheinmetall bleibt auf profitablem Wachstumskurs:

  • Im 1. Quartal stiegen der Umsatz um 14,3% und der Gewinn pro Aktie um 75%.
  • Die operative Marge (EBIT) verbesserte sich von 2,6 auf 3,7%.
  • Der Auftrags-Eingang ging dagegen um 29% auf 1,15 Mrd. € zurück.
  • Im Vorjahr profitierte die Sparte Defence von 2 Großaufträgen.
  • Die Sparte Automotive wuchs um 12,7% auf 737 Mio. € und steigerte die EBIT-Marge von 8 auf 8,4%.

Gefragt waren v. a. Lösungen zur Reduktion von Schadstoff-Emissionen.

Weitere Wachstums-Chancen bietet der chinesische Markt für Nutzfahrzeuge, für den künftig schärfere Abgas-Vorschriften gelten.

Der Auftrags-Eingang stieg um 14,2% auf 755 Mio. €. Im April/Mai kamen 2 Großaufträge aus China und den USA im Gesamtwert von 190 Mio. € hinzu.

Dank der starken Nachfrage nach militärischen Nutzfahrzeugen steigerte die Sparte Defence den Umsatz um 16,3% auf 612 Mio. € und verringerte den operativen Verlust von 17 auf 10 Mio. €.

Der Auftrags-Eingang brach jedoch um 59% auf 391 Mio. € ein.

Die Sparte sieht aber rosigen Zeiten entgegen: Zum einen wird die Bundeswehr modernisiert. Mittelfristig winken Aufträge in Höhe von 10 Mrd. €.

Aussichten sind sehr positiv

Zum anderen setzt die US-Regierung die NATO unter Druck. Auch Deutschland soll seine jährlichen Verteidigungs-Ausgaben bis 2024 auf 2% des BIP erhöhen.

Entsprechend müsste der Etat von 37 auf 65 Mrd. € steigen.

Rheinmetall erwartet in diesem Jahr ein Umsatz-Wachstum von 4 – 5% und eine EBIT-Marge von 6,3% auf Vorjahres-Niveau.

Aufgrund der guten Aussichten erscheinen die Ziele zu konservativ. Wir rechnen mit einer Anhebung der Prognose.

Auch wenn die Hintergründe mitunter traurig sind: Bei Rheinmetall brummt das Geschäft.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.