Wie die Zinsfalle Sie in den Ruin treiben kann

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Die USA sind hoch verschuldet - staatlich und privat. Die Zinswende tut ihr übriges dazu. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die EZB will voraussichtlich bis im Jahr 2020 den Leitzins (von momentan 0,00 Prozent) nicht anheben.

Und damit werden auch die Sparzinsen (auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern) nicht steigen. Fatal für jene, die Vermögen besitzen.

So sieht das Szenario aus, wenn der Leitzins angehoben wird

Doch was, wenn der Leitzins angehoben wird? Natürlich würden sich darüber die Sparer freuen. Nicht aber die Kreditschuldner. Denn auf diese kommen dann schwere Zeiten zu.

Blaupause für ein solches Szenario sind die Vereinigten Staaten, in denen die Notenbank Federal Reserve bereits schon mehrere Zinsanhebungsschritte durchgeführt hat. Dort liegt der Leitzins momentan bei einer Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. 2015 war er noch bei null.

Schuldenland USA

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass neben der immensen Staatsverschuldung in den USA, auch die privaten Schulden steigen. Beispielsweise jene bei den Autokrediten oder Studienkrediten.

Hinzu kommen auch noch die Kreditkartenschulden, die ebenfalls seit Jahren zunehmen. Wenn Sie das alles miteinander addieren, dann kann man wahrlich davon sprechen, dass sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine neue Schuldenkrise für die Bürger anbahnt.

Zinswende verstärkt dieses Problem

Kommen wir nun zur bereits angesprochenen Zinswende. Denn mit der Erhöhung der Zinsen verstärkt sich auch das Schuldenproblem vieler Amerikaner.

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Vor allem hinsichtlich der Kreditkartenschulden. Die Hilfsanfragen völlig überschuldeter Bürger hat dahingehend in jüngster Vergangenheit drastisch zugenommen.

Horrende Kreditkartenschulden der Amerikaner

Für Sie haben wir recherchiert, wie hoch der Umfang ausstehender Kreditkartenschulden in den USA ist. Halten Sie sich fest.

So viel vorab: In den letzten Jahren sind diese deutlich gestiegen. Konkrete Zahlen dazu haben wir auch: Im Jahr 2012 lagen diese Verbindlichkeiten noch bei etwa 840 Milliarden US-Dollar. Aktuell sind es bereits 1,03 Billionen US-Dollar.

Zinserhöhungen: Die Schuldner wird es als erstes erwischen

Sehen Sie, die schrittweise Erhöhung des Leitzinses durch die Federal Reserve wirkt sich natürlich – wie bereits geschildert – auf das allgemeine Zinsniveau aus. Und damit auch auf jenes bei Krediten mit variablen Zinssätzen oder Hypotheken.

Oder anders ausgedrückt: Je weiter an der Zinsschraube nach oben gedreht wird, desto mehr müssen die Schuldner für ihre ausstehenden Verbindlichkeiten berappen.

Kreditkartenzinsen steigen mit dem Leitzins

So sieht das Dilemma vieler Amerikaner aus: Erhöht die Fed weiter den Leitzins, dann steigen auch die Kreditkartenzinsen.

Denn die Kreditkartenschulden sind mit der sogenannten Prime Rate gekoppelt, welche wiederum an den Leitzins gebunden sind.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.