Wie es mit dem DAX weitergeht

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Nach der Korrektur hat sich die Lage stabilisiert. Der DAX tut sich aber noch schwer. Ich werfe einen Blick auf die weiteren Perspektiven. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Nach der scharfen Korrektur Anfang Februar hat sich die Lage an den Aktienmärkten, wie erwartet, wieder beruhigt. Die Stabilisierung setzt sich fort. Auch die kurzzeitig extrem nach oben geschossene Schwankungsbreite hat sich wieder normalisiert.

Insbesondere an der Wall Street starteten die Aktienkurse eine kräftige Erholung. Die US-Indizes liegen schon wieder zwischen gut 8 und 12% über ihren jüngsten Korrekturtiefs. Der Nasdaq 100 nähert sich sogar schon wieder seinem Allzeithoch.

DAX tut sich noch schwer

Im Gegensatz zur Wall Street tut sich der heimische DAX dagegen noch schwer. Der deutsche Leitindex notiert gerade einmal rund 4% über seinem jüngsten Korrekturtief, das bei 12.003 Punkten gelegen hatte. Bis zum Allzeithoch von Ende Januar bei 13.597 Zählern fehlen über 8%.

Als Bremsklotz erweisen sich derzeit noch die politischen Unsicherheitsfaktoren. Zum einen stehen An­fang März die Parlamentswahlen in Italien an, bei denen ein Rechtsruck zu erwarten ist. Außerdem wird das SPD-Mitgliedervotum darüber ent­scheiden, ob die „neue“ Regierung endlich – fünf Monate nach der Wahl – ihre Arbeit aufnehmen kann.

Der DAX hat die 200-Tage-Linie unterschritten

Daneben sorgt auch die Charttechnik für Zurückhaltung unter den Anlegern. Denn der DAX ist unter die 200-Tage-Linie, die den langfristigen Trend anzeigt, zurückgefallen. Dagegen hat der amerikanische S&P 500 nahezu exakt an dem Gleitenden Durchschnitt nach oben gedreht und von dort aus eine dynamische Erholung gestartet.

Im Zuge der Korrektur hat der DAX seine 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 12.735 Punkten verläuft, unterschritten und fiel in der Folge bis auf rund 12.000 Zähler. Fast punktgenau an der runden Marke startete er eine Erholung, die allerdings eher zögerlich ausfiel. Ein Angriff auf die langfristige Durchschnittslinie blieb bis dato aus.

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MDAX und TecDAX liegen weiter über der 200-Tage-Linie

Ein Grund zur Sorge ist das – zumindest bislang – noch nicht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die 200-Tage-Linie vorübergehend unterschritten wird, ohne dass es zu einer nachhaltigen Trendwende kommt. Zumal der DAX von dem Gleitenden Durchschnitt gerade einmal gut 2% entfernt ist. Negativ wäre hingegen ein Rutsch unter das markante Zwischentief vom August vergangenen Jahres (11.868 Punkte).

Während sich das Bild beim DAX ein wenig eingetrübt hat, stellt sich die Charttechnik bei den anderen deutschen Indizes nach wie vor positiv dar. So hat der MDAX bei der jüngsten Korrektur seine 200-Tage-Linie bestätigt. Der TecDAX drehte bereits über der Durchschnittslinie nach oben und nahm seinen Aufwärtstrend wieder auf.

Gute Chancen für eine baldige Fortsetzung des Aufwärtstrends

Insgesamt sehe ich daher gute Chancen, dass auch der DAX seinen Aufwärtstrend bald wieder aufnehmen kann. Dafür spricht auch das fundamentale Umfeld. Während die Unternehmensgewinne steigen, ist die Bewertung mit einen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 13 günstig.

Spätestens wenn die politischen Unsicherheitsfaktoren Anfang März beseitigt werden, sollte daher auch der DAX wieder Fahrt aufnehmen. Gelingt die Rückkehr über die 200-Tage-Linie bei rund 12.735 Punkten, gehe ich davon aus, dass der DAX die Handbremse löst und wieder den Weg nach oben antritt. Die derzeit noch andauernde Schwäche sollte sich somit als günstige Einstiegschance erweisen.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.