Wie geht es weiter mit dem DAX?

Der DAX zeigt sich weiter schwach. Kurzfristig bleibt die Lage wackelig, auf mittlere Sicht überwiegen jedoch eindeutig die Chancen. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

An den Aktienmärkten dominiert derzeit Nervosität und Verunsicherung. Dafür sorgt vor allem US-Präsident Donald Trump, der bei den Anlegern die Sorge um einen Handelskonflikt zwischen den USA und China schürt.

Nach dem ungewöhnlich schwankungsarmen Börsenjahr 2017 haben die Kursausschläge zuletzt erheblich zugenommen. Allein in der vergangenen Woche verlor der DAX über 4% und verzeichnete damit bereits den vierten Wochenverlust von mehr als 4% im laufenden Jahr. In 2017 hatte der deutsche Leitindex nicht ein einziges Mal ein so hohes Wochenminus hinnehmen müssen. Der größte Wochenverlust im gesamten Jahr 2017 betrug 3,2%.

Da überrascht es nicht, dass unter den Anlegern Nervosität vorherrscht. Ich möchte heute für Sie einen Blick auf die aktuelle charttechnische Situation werfen.

Ausbruch auf neue Hochs ist gescheitert

Noch Ende Januar war der DAX mit 13.597 Punkten auf ein neues Allzeithoch geklettert. Der nachhaltige Ausbruch über das bis dahin gültige Rekordhoch vom November vergangenen Jahres bei 13.526 Zählern gelang jedoch nicht. Auf diesen Fehlausbruch folgte eine scharfe Korrektur. Gegenüber dem Rekordhoch rutschte der DAX innerhalb von gut zwei Wochen um rund 12% ab und fiel dabei unter seine 200-Tage-Linie.

Anders als an der Wall Street fiel die anschließende Erholung jedoch eher schwach aus. Bei rund 12.600 Punkten und damit unterhalb der 200-Tage-Linie drehte der DAX wieder nach unten ab und fiel Anfang März auf ein neues Jahrestief bei 11.831 Zählern. Wieder folgte nur eine kurze Erholungsbewegung, die diesmal schon bei knapp 12.500 Punkten ihr Ende fand.

Dax30 – Mein Trading-Tipp!

Dax30 – Mein Trading-Tipp!Meine letzten Worte Nahezu die gesamte Abwärtsbewegung hatte ich frühzeitig prognostiziert. Momentan gehe ich aber eher von einer Seitwärtsbewegung aus, welche sich über den Kursbereich von 11.725 und 12.120 Punkten… › mehr lesen

Unterstützung bei gut 11.800 Punkten wackelt

In der Folge rutschte der DAX erneut ab und verlor – wie bereits erwähnt – in der vergangenen Woche mehr als 4%. Dabei wurde das bisherige Jahrestief (11.831) am vergangenen Freitag mit einem Tagestief bei 11.819 Zählern kurzzeitig knapp unterschritten, zum Handelsende aber gehalten.

Am Montag markierte der DAX bei 11.727 Punkten abermals ein neues Jahrestief, startete von hier aus aber zunächst eine Erholungsbewegung. Nach einem kurzen Anstieg auf gut 12.000 Punkte legt der DAX heute aber schon wieder den Rückwärtsgang ein und kämpft erneut mit der Haltezone zwischen 11.700 und 11.800 Punkten.

DAX ist kurzfristig angeschlagen, mittelfristig überwiegen aber die Chancen

Im Vergleich zu den US-Indizes zeigt der DAX weiterhin eklatante relative Schwäche. Viel hängt nun davon ab, ob die zentrale Unterstützungszone bei 11.700/11.800 verteidigt werden kann. Kann sich der DAX stabilisieren und die runde 12.000er-Marke zurückerobern, dürfte auch das Vertrauen der Anleger wieder zurückkehren. Aus charttechnischer Sicht kann jedoch erst Entwarnung gegeben werden, wenn das Erholungshoch von Ende Februar bei 12.601 Punkten überwunden wird.

Kurzfristig ist der DAX zwar angeschlagen. Auf mittlere Sicht überwiegen jedoch eindeutig die Chancen. Dafür spricht auch die mit einem DAX-KGV von unter 11 günstige Bewertung. Auch wenn niemand seriös prognostizieren kann, wo genau die Korrektur ihr Ende findet, dürfte sich die aktuelle Schwächephase als gute Einstiegschance erweisen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.