Wie geht’s beim Geheimtipp aus der Schweiz weiter?

Aktien aus der ersten Reihe kennt jeder. Doch gerade spezialisierte Unternehmen haben viel zu bieten. Wir haben eines für Sie analysiert. (Foto: Jonathan Weiss / Shutterstock.com)

Haben Sie den Schweizer Markt im Blick? In Ordnung, was bei Nestlé oder Roche so läuft, bekommt man auch aus Deutschland mit. Doch was ist mit Givaudan? Das Unternehmen besetzt eine interessante Nische: Immer wenn es um Gerüche geht, haben die Schweizer eine Lösung. Das hat zuletzt auch an der Börse für Freude gesorgt. Wir haben den Wert für Sie unter die Lupe genommen und erklären Ihnen, was Givaudan neben einer Dividendenrendite von 2,6% sonst noch bietet.

Givaudan S.A. ging am 8. Juni 2000 als Spin-off von Roche Holdings an die Schweizer Börse und hat seither mit einem Marktanteil von 25% seine Position als weltweit führendes Unternehmen der Riechstoff- und Aromen-Branche behauptet. Givaudan produziert und verkauft aromatische Geschmacks- und Duftstoffe sowohl in flüssiger als auch in fester Form. Das Unternehmen ist in 45 Ländern weltweit mit Niederlassungen vertreten.

Starkes Wachstum in Lateinamerika

Givaudan hat sich in den ersten 9 Monaten recht solide entwickelt. Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte der Umsatz um 6,8% auf rund 3,5 Mrd SFr gesteigert werden. Beide Geschäftsbereiche trugen zum Erfolg des Konzerns bei. Besonders gut hat sich der Bereich der Geschmacksstoffe entwickelt. Hier lag das Umsatzplus bei 10,9%.

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Bei dem anderen großen Geschäftsbereich, den Duftstoffen, stieg der Umsatz um 6,8% auf rund 1,7 Mrd SFr. Traditionell macht der Konzern im Quartal keine Angaben zum Gewinn. Wir gehen allerdings von vergleichbaren Margen und einer proportionalen Gewinnzunahme aus. Größere Sonderbelastungen sind nicht angefallen. Um diese Ergebnisse auch langfristig bestätigen zu können, hat Givaudan die Unternehmensstrategie 2020 ins Leben gerufen.

Die Strategie beruht auf drei Säulen: Kundenzufriedenheit, erstklassige Produkte und Partnerschaften. Wirklich bahnbrechend ist das nicht. Dennoch könnte es Givaudan helfen, seinen strategischen Fokus zu konkretisieren. Künftig wird Givaudan vor allem in Lateinamerika stark wachsen. Zuletzt lag das Umsatzplus hier bei 17,9%. Weitere Wachstumsimpulse erhoffen wir uns aus Asien und Osteuropa. Dagegen wird es Givaudan im kommenden Geschäftsjahr auf dem Heimatmarkt und in Zentraleuropa eher schwer haben.

Was macht die Konkurrenz? Wie Sie sich für die beste Aktie entscheiden!

Insgesamt sind die Chancen und Risiken ausgeglichen. Es wird langfristig vor allem darum gehen, wie das Unternehmen den Konkurrenzkampf mit Symrise und I F F entscheiden wird. Fundamental stimmt sonst vieles beim Unternehmen aus der Schweiz. Negativ könnten aber Währungseffekte wiegen. Wir raten dazu, bei Givaudan weiter abzuwarten. Anleger, die sich im Bereich der Duft- und Aromastoffe für die beste Aktie entscheiden wollen, sollten unsere regelmäßigen Analysen unbedingt abonnieren.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.