Wie hart trifft es die Flughäfen?

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Flughäfen sind heute leerer denn je. Die Krise dürfte unser Reiseverhalten nachhaltig verändern. So sehen wir die Aktie von Fraport. (Foto: Philip Lange/Shutterstock)

Es gab Zeiten, da waren die Flughäfen gesäumt von Reisenden und Schaulustigen. Von Zeit zu Zeit fühlte man sich in Flughäfen wie in einer überfüllten Einkaufsstraße. Überall Plakate, Geschäfte, reges Treiben. Doch die Corona-Krise hat die Flughäfen in übergroße Hallen wie aus einer anderen Zeit verwandelt. Kaum Menschen unterwegs und vereinzelt überlegt man gar, Flughäfen stillzulegen. In diesem Zusammenhang ist es doch interessant, was Flughafenbetreiber wie Fraport aus dieser Situation machen. Wir haben die Aktie für Sie analysiert!

Gute Zahlen – vor der Krise

Der global tätige Konzern Fraport ist Eigentümer und Betreiber des Flughafens Frankfurt, einem der größten Luftverkehrsdrehkreuze in Europa und zweitgrößter europäischer Fracht-Flughafen. Das Unternehmen arbeitet in vier Bereichen: Entwicklung und Betrieb von Flughäfen (Aviation), Bodenverkehrsdienste (Ground Handling), Handels- und Vermietungsmanagement von Flughafenimmobilien (Retail & Real Estate) und weiteren Diensten.  Fraport präsentierte solide Jahreszahlen für 2019. Der Umsatz wurde um 6,5% gesteigert. Die Sparte External Activities hat sich mit 13% mehr Umsatz am besten entwickelt.

Das gesamte EBIT ist auf 705 Mio € gesunken. Im Vorjahr waren es 730,5 Mio €. Der Gewinn betrug 454,3 Mio €. Der Cashflow hat sich um 18% auf 952,3 Mio € gesteigert. Alle Flughäfen im Konzern, bis auf Bulgarien, konnten das Passagieraufkommen steigern. Der Flughafen Frankfurt hat erstmals über 70 Mio Passagiere transportiert, das entspricht einem Zuwachs von 1,5%. Antalya in der Türkei konnte um 10% wachsen und hat erstmals über 35 Mio Fluggäste befördert. Die Flughäfen Porto Alegre und Fortaleza hatten 4% Zuwachs, obwohl eine der volumenstärksten Fluggesellschaften Insolvenz anmeldete.

Wird durch Corona alles anders?

Aufgrund des Coronavirus ist seit Februar ein Passagierrückgang ersichtlich, und seit März ist der Flugverkehr deutlich eingeschränkt. Durch Grenzschließungen und Maßnahmen aufgrund des Coronavirus leidet der Flugverkehr massiv. Der Flughafen in Frankfurt ist einer der wenigen Infektionsschutzflughäfen in Deutschland und wird daher zum Schutz der öffentlichen Gesundheit eingeschränkt geöffnet bleiben.

Die gesamte Flughafenbranche wird mit starken Umsatzeinbußen kämpfen, und die wirtschaftlichen Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Jedoch soll der wirtschaftliche Schaden durch das Coronavirus so gering wie möglich gehalten werden. Neben wirtschaftlichen Zielen möchte Fraport sich auch dem Klimaschutz annehmen und will die CO2-Emission bis 2030 halbieren. Obwohl das die richtigen Maßnahmen sind, bleiben wir bei der Aktie extrem vorsichtig. Wir wissen alle nicht, wann es wieder losgeht und ob es nicht auch Rückschläge geben wird. Außerdem glauben wir, dass auch nach der Krise weniger geflogen wird. Bleiben Sie vorsichtig!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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