Wie lange noch bis zum neuen Allzeithoch im DAX?

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Alle sitzen gespannt vor dem Chart. Wann kommt das neue Allzeithoch im DAX? 13.600 Punkte gilt es zu knacken und wir sind extrem nah dran. Ist es nächste Woche soweit? (Foto: Deutsche Börse AG)

Das ist die Frage, die sich die Masse der Anleger wohl stellt. Der DAX steuert steil darauf zu und doch hat er es noch nicht geschafft. Aktuell erreichen wir Hochpunkte bei 13.550,50. Das bisherige Allzeithoch wurde am 23. Januar 2018 erreicht und liegt bei 13.596,90 Punkten, wenn wir uns die Xetra-Kurse anschauen – sonst bei exakt 13.600 Punkten.

Viel fehlt also nicht mehr. Nachdem wir es diese Woche noch nicht erreicht haben, können die Bullen in der kommenden Woche einen neuen Versuch starten. Die letzten 50 Punkte sollten doch möglich sein! Gerade jetzt, wo der Iran-Konflikt sich beruhigt hat und die US-Indizes auch ständig neue Allzeithochs produzieren.

Nach neuem Allzeithoch einsteigen?

In diese Falle tappen viele Kleinanleger. Zumindest beim DAX ist es gefährlich. Die US-Indizes schieben sich einfach immer weiter nach oben. Dort können Sie ruhig neue Allzeithochs für Ihren Einstieg nutzen. Das funktioniert bei Apple offensichtlich auch bestens.

Beim DAX hingegen ist genau dann meist ein Punkt erreicht, an dem die Kurse wieder nach unten drehen. Am 23.1.2018 erreichen die Kurse die 13.600 Punktezwei Wochen später notiert der DAX unter 11.800 Punkten! Gut 1.800 Punkte Verlust vom Allzeithoch und das alles innerhalb acht Handelswochen!

Seien Sie also vorsichtig, wenn die Tageszeitungen das neue Allzeithoch ausrufen und jetzt auch Ihr Nachbar meint, plötzlich in Aktien investieren zu müssen. Es ist momentan sowieso schon extrem dünnes Eis, auf dem wir uns bewegen: Die Wirtschaftsdaten und die Kurse laufen seit Monaten in andere Richtungen. Tesla ist bald so viel wert wie Volkswagen. Apple und Microsoft sind zusammen mehr wert als der gesamte deutsche Aktienmarkt.

Irgendwann wird uns und die Märkte die Realität einholen und dann kracht es ordentlich. Bis dahin kann die Übertreibung natürlich noch ewig gehen. Nur weil Sie wissen, dass wir uns in einer Blase befinden, bedeutet das noch lange nicht, dass diese auch bald platzen wird. Der DAX kann auch noch die 14.000 Punkte erreichen und sich danach halbieren.

Alles ist möglich – das zeigt uns die FED mit ihren Manipulationen tagtäglich. Würde die US-Notenbank den Markt nicht künstlich am Leben erhalten, hätten wir reale Werte. Stattdessen müssen wir uns überlegen, ob wir noch einen Heliumballon kaufen, weil es ja nur nach oben gehen kann.

Alles überkauft – es geht noch weiter!

Nur weil reihenweise Indikatoren sich im überkauften Bereich befinden, müssen die Märkte noch nicht fallen. Es kann auf diese Weise noch weitergehen. Vielleicht bis zur US-Wahl im November? Wer weiß das schon. Wichtig ist, dass Sie Ihre Gewinne laufen lassen und den Stoploss immer wieder nachziehen. So sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Warten wir jetzt erst einmal ab, bis der DAX die 13.600 Punkte überschießt. Danach kann es wieder etwas spannender werden an der Börse.

So verlief das letzte Allzeithoch

Der DAX bildete als Tageskerze einen Doji aus. Wir eröffneten mit einem Aufwärtsgap, das im Laufe des Tages etwa geschlossen wurde. Der Tag wurde mit einem kleinen Plus beendet. Der Folgetag zeigte noch einmal ein kleines Aufwärtsgap, bevor es dann über 100 Punkte nach unten ging. Es wurden in den nächsten Tagen immer wieder Kurslücken nach unten gerissen, die erst im November 2019 geschlossen werden konnten. So steil ging es bergab. Der DAX verlor damals in rund zwei Wochen über 1.500 Punkte! Eine Wiederholung ist also nicht ausgeschlossen.

Warten wir ab, was die nächste Woche bringt und wie die Märkte sich dann verhalten. Wer jetzt noch den DAX kauft, sollte seinen Finger am Abzug halten und schnell reagieren. Ab sofort kann es turbulent werden – das bedeutet, noch mehr Action als in den ersten Handelstagen mit dem Iran-Konflikt.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.