Bei fallenden Kursen das Geld absichern und gewinnen

Kursrückschläge, ob in kurz- oder längerfristigen Abwärtsbewegungen (Baisse), gehören ebenso zum Leben an der Börse wie steigende Kurse. Niemand ist […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Kursrückschläge, ob in kurz- oder längerfristigen Abwärtsbewegungen (Baisse), gehören ebenso zum Leben an der Börse wie steigende Kurse. Niemand ist davor gefeit. Das haben die vergangenen Jahre schmerzlich gezeigt. Niemand kann Börsencrashs für die Zukunft ausschließen.

Sie können sich jedoch auf Kursrückschläge gezielt vorbereiten, schnell reagieren und mit den passenden Optionsscheinen und Hebelzertifikaten auch dann Geld verdienen.

Fallende Börsen-Kurse verlieren für Sie ihren Schrecken

Der Finanzmarkt bietet Ihnen dazu zwei Instrumente: die Verkaufs-Optionsscheine (auch “Put” genannt) und die neuen “Short-Zertifikate” (auch “Bear-Zertifikate” genannt).

Ein Besonderheit dieser beiden Anlageformen liegt in deren Hebelwirkung. Dadurch können Sie schon mit überschaubaren Beträgen erhebliche Gewinnchancen nutzen oder Ihre Aktienpositionen absichern.

Beispiel: Wenn Sie für 2.000 € einen Optionsschein oder ein Zertifikat mit einer Hebelwirkung von 5 kaufen, erreichen Sie damit den gleichen Effekt wie beim Kauf einer Aktie zum Betrag von 10.000 €. Am Markt werden solche Papiere (auch Derivate genannt) angeboten mit Hebeln von 2 bis weit über 50. Je höher der Hebel, desto höher auch das Risiko.

Aus Gründen des Kapitalschutzes empfiehlt sich bei Derivaten grundsätzlich nur der Einsatz der Anlagebeträge, deren Verlust Sie verkraften können. Ein Totalverlust ist bei dieser Anlageart nie ausgeschlossen – außer mit sehr disziplinierten Stop-Loss-Strategien.

Wie Sie Ihre Gewinnchancen einschätzen und die Risiken einkalkulieren und am besten vorgehen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Die Sicherheitsregeln für Optionsscheine und Zertifikate

  • nur jeweils einen geringen Betrag in einen einzelnen Optionsschein zu investieren
  • strenge Sicherheitslimits (Stop loss) einzuhalten und nur in solchen Situationen auf diese Scheine zu setzen, in denen die Wahrscheinlichkeit, damit in die Gewinnzone zu kommen, wenigstens 3 zu 1 steht.

So berechnen Sie den inneren Wert eines Optionsscheins

Als Besitzer des Optionsscheins werden Sie Ihr Recht auf den Verkauf zu dem Zeitpunkt nicht ausüben.

Erst wenn der DAX in dem Kalkulations-Beispiel unter die Gewinnschwelle von 2.800 Punkten fällt, ist der Verkauf für Sie vorteilhaft. Diese Schwelle wird auch “Break even” genannt.

Optionsscheine, die dagegen keinen inneren Wert haben (man sagt auch “aus dem Geld” liegen), sind risikoreicher als solche, die schon über einen inneren Wert verfügen (“im Geld” liegen). Dennoch können auch Optionsscheine ohne einen inneren Wert interessant sein: Sie verfügen bei sonst gleichen Bedingungen über einen deutlich höheren Hebel.

Um wie viel Prozent muss der DAX fallen

Das Aufgeld (auch Prämie genannt) gibt den prozentualen Betrag an, den Sie bei Ausübung des Optionsrechts mehr aufwenden müssen als bei einem direkten Verkauf des Basiswerts am Aktienmarkt.

Es gilt: Je niedriger das Aufgeld, desto interessanter ist der Optionsschein.

Das Aufgeld ist so etwas wie ein Puffer, den der Optionsschein überwinden muss, um in die Gewinnzone zu gelangen. Wenn der Basiswert – in dem Beispiel ist das der damals stark angeschlagene DAX – in einem Jahr nur um 9,8% fallen muss, damit Sie mit dem Verkaufs-Optionsschein positiv abschneiden, ist die Gewinn-Wahrscheinlichkeit hoch und der Optionsschein attraktiv.

Zeigt die Aufgeld-Berechnung, dass der DAX aber 20 oder 30% nach unten fallen muss, damit Sie die Gewinnschwelle erreichen, lassen Sie lieber die Finger davon.

Besonders bei Technik-Werten ist das Aufgeld aktuell oft sehr hoch. Teilweise kann das Aufgeld im drei- oder vierstelligen Bereich liegen. Meine Empfehlung für Sie: Meiden Sie solche Papiere.

Berechnen Sie das Aufgeld des Put-Optionsscheins

Das Aufgeld drückt beim Put-Optionsschein aus, um wie viel Prozent der Basiswert bis zur Fälligkeit des Optionsscheins fallen muss, damit Sie keinen Verlust erleiden.

Die Formel lautet:

((Kurs Optionsschein/Bezugsverhältnis) + Kurs Basiswert – Basispreis)/ Kurs Basiswert

Die besten Chancen erzielen Sie mit Optionsscheinen mit einem niedrigen Aufgeld, wenn Sie denn länger am Markt sind. Im Computer-gesteuerten Handel gibt es kaum noch Scheine mit einem “Abgeld”.

“Abgeld” bedeutet: Der Erwerb der Aktie war über den Optionsschein billiger (inklusive Preis für die Option) als der direkte Kauf der Aktie. Sie konnten also den Optionsschein kaufen, dann in eine Aktie tauschen, die Aktie wieder verkaufen und hatten schließlich mehr Geld auf dem Konto als vorher.

Die Emittenten entdecken solche sicheren Kursgewinn- Gelegenheiten innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten und gleichen sie aus.

Auf den “Hebel” kommt es an

Wichtig für Ihre Anlageentscheidung ist der Hebel des Optionsscheins zum Kaufzeitpunkt. Anders als bei den nachfolgend beschriebenen Zertifikaten ist die Hebelberechnung bei Optionsscheinen sehr komplex.

Tipp: Beachten Sie stets die Angabe des “Omega”-Hebels für Ihre Risikoeinschätzung. Der gibt nämlich an, um wie viel Prozent der Optionsschein steigt, wenn der Basiswert (im Beispiel der DOW) um 1% fällt. In den Empfehlungslisten des “Geldanlage-Beraters” finden Sie stets die Angabe des Omega.

Hebelzertifikate sind noch einfacher und transparenter

Es gibt für Sie eine interessante Alternative zu den klassischen Optionsscheinen: Hebelzertifikate.

Hebelzertifikate sind sehr einfach konstruiert. Der Preis ist auch für Einsteiger leicht berechenbar. Die Emittenten bieten diese Derivate mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen wie Wave-, Turbo- oder LSF-Zertifikate an. Die Funktionsweise ist aber bei fast allen Produkten gleich.

Die einfache Handhabung hat ihren Preis: die Knock-out-Barriere

Beachten Sie: Alle Hebelzertifikate besitzen eine so genannte “Knock-out-Barriere”. Wenn diese Schwelle bei einem Short-Zertifikat (also eines, das auf fallende Kurse setzt) überschritten wird, verfällt es sofort wertlos (bei einigen Anbietern gibt es aber eine Sicherheitsstufe, damit wenigstens ein Teil des Einsatzes gerettet wird).

Beispiel: Ein Short-Zertifikat auf den DAX (das Vergleichsstück zum Verkaufs-Optionsschein; mit einem Long- Zertifikat setzen Sie dagegen auf steigende Kurse) mit der Knock-out-Barriere 4.000 verfällt wertlos, wenn der Index diese Marke erreicht oder übersteigt.

Bei den meisten Zertifikaten geschieht dies, wenn die Grenze nur einmal im Handelsverlauf erreicht wird (bei einigen anderen zählt nur der Schlusskurs).

Je enger Sie ein Zertifikat an der KO-Barriere erwerben, desto höher ist der Hebel und damit das Risiko auf Totalverlust. Hebelzertifikate auf Einzelwerte sind für Sie in dieser schwierigen Marktphase nur selten eine echte Alternative.

Die Märkte wollen nach oben„Trump hin, Trump her – die Märkte legen zu“, zeigt unser Optionen-Profi Rainer Heißmann Ihnen in diesem Artikel anschaulich. › mehr lesen

Eine unbestätigte Meldung reicht aus, und schon schießt der Kurs des Einzelwertes womöglich um 10% nach oben oder fällt tief in den Keller. Ihr Zertifikat folgt dem Wert mit dem x-fachen und kann ausgestoppt werden oder die KO-Grenze erreichen.

Hebelzertifikate auf Indizes bieten Ihnen große Chancen bei überschaubaren Risiken

Weniger riskant sind die Hebelzertifikate auf Indizes. Ein großer Blue-Chip-Index wie der DAX oder der amerikanische Dow Jones verliert oder gewinnt selten zweistellig an einem Tag.

Selbst in Krisen-Situationen bietet ein Sicherheitsabstand des Zertifikats von 20 bis 30% zur Knock-out- Barriere einen Schutz. Das Verhältnis von Risiko und Rendite-Chance ist in diesem Fall besser.

Wie Sie Gewinn-Chancen bei Short-Zertifikaten kalkulieren

Zertifikate, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, werden Short- oder Bear-Zertifikate genannt. Ein Beispiel zeigt, wie ein solches Zertifikat auf den DAX funktioniert. Zur Vereinfachung wird das geringe Aufgeld in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

Ein DAX-Short-Hebelzertifikat kostet bei einem Indexstand von 3.500 Punkten und einer Knock-out-Barriere von 4.500 Punkten 10 € (bei einem Bezugsverhältnis von 1:100). Wenn der DAX um 20% auf 2.800 Punkte fällt, steigt das Zertifikat um 40% (= Hebel 2,0).

Rendite-Entwicklung Short-Zertifikat

Stand Dow JonesVeränderung BasiswertKurs Short-ZertifikatVerändeung Short-Zertifikat
10.092 Punkte+15%9,50 Euro-57%
9.654Punkte+10%13,50 Euro-38%
8.776 Punkte *0%22,20 Eruo0%
7.898 Punkte-10%31,00 Euro+38%
6.582 Punkte-25%42,90 Euro95%
5.266 Punkte-40%57,30 Euro+152%
*Stand bei Empfehlung

Der kurzfristige Einsatz des Short-Zertifikats war ein voller Erfolg für die Leser. Auch bei fallenden Kursen sind schnelle, zweistellige Gewinne möglich.

Ihre Wahl: Hebelzertifikate und Optionsscheine im direkten Vergleich

Hebelzertifikate gelten als transparent, weil Sie den Preis sehr einfach berechnen können, wie das Kalkulations-Beispiel oben zeigt. Bei Optionsscheinen ist diese Rechnung komplexer. Ein weiterer Unterschied ist der Hebel. Diese Kennzahl ist beim Zertifikat immer konstant.

Einen entscheidenden Nachteil haben Hebelzertifikate im direkten Vergleich mit Optionsscheinen:

Wenn durch extrem schlechte Nachrichten der Kurs des Basiswerts abstürzt, kann sich ein Optionsschein, der sich auf diesen Basiswert bezieht, wieder erholen. Bei den Hebelzertifikaten gibt es diese zweite Chance wegen der Knock-out-Barriere nicht.

Risiko: Laufzeit nicht zu kurz wählen

Da Optionsscheine (und Zertifikate zum Teil) immer eine begrenzte Laufzeit haben, müssen Sie auch einen Sicherheitspuffer für außergewöhnliche Ereignisse einrechnen.

Tipp: Handeln Sie Optionsscheine und Zertifikate über Ihre Bank an der Stuttgarter Spezial-Börse EUWAX oder an der Frankfurter Börse im Segment “Deutsche Börse Smart Trading”.

Dort stellen die Börsenregeln sicher, dass Sie bis zu bestimmten Anlagebeträgen (etwa 10.000 € bzw. 3.000 Stück) stets als Käufer und Verkäufer den aktuell taxierten Kurs erhalten, der von den Emittenten des jeweiligen Derivats gestellt wird, falls kein anderer Anleger im Markt ist.

Zudem schreiben so genannte “Mistrade-Regelungen” das Stornieren von Geschäften fest, die zu nicht marktgerechten Preisen zustande kommen oder zu offensichtlich fehlerhaften Konditionen (grobe Fehleingaben von Limits) zur Ausführung gekommen sind.

Die fünf entscheidenden Vorteile

  • Ausnutzung des Hebeleffekts: Wenn Sie vom Kursverfall eines Basiswerts fest überzeugt sind, ist ein Verkaufs-Optionsschein ideal für Sie. Bei fallenden Kursen gewinnen Sie mit Puts überproportional.
  • Positive Rendite auch bei fallenden Kursen: Es gibt kein Szenario mehr, bei dem Sie nicht verdienen können.
  • Risikobegrenzung: Sie wollen Ihr Anlagerisiko fest begrenzen. Bei Verkaufs-Optionsscheinen verlieren Sie maximal den insgesamt dafür eingesetzten Betrag, weil es (anders als etwa bei Futures) keine Nachschusspflicht gibt.
  • Schonung der Liquidität: Trotz eines geringeren Kapitaleinsatzes nehmen Sie an der Kurs-Entwicklung des Basiswerts in vollem Ausmaß teil.
  • Wenn der Kurs der Aktie, der Währung oder des Indizes entgegen Ihrer Erwartung steigt, verlieren Sie mit Verkaufs-Optionsscheinen je nach Höhe des zugrunde liegenden Hebels überproportional.

Die drei Risiken von Optionsscheinen und Hebelzertifikaten

  • Da Optionsscheine und bestimmte Zertifikate (Ausnahme: Endlos- Zertifikate, auch Mini-Shorts genannt) nur eine begrenzte Laufzeit haben, besteht die Gefahr, dass Sie damit bis zu diesem Zeitpunkt nicht wieder in die Gewinnzone kommen, sondern Ihren Einsatz im Extremfall sogar ganz verlieren. Dieses Risiko ist umso größer, je kürzer die Restlaufzeit des Optionsscheins ist.
  • Falls Sie sich speziell einen Optionsschein ausgesucht haben, der kaum gehandelt wird, sind Sie auf die Marktpflege der emittierenden Bank angewiesen. Daher besteht die Gefahr, dass Sie – besonders in einer kritischen Börsensituation – die Scheine nur zu einem sehr niedrigen Preis verkaufen oder zu einem überhöhten Preis erwerben können, wenn der Emittent diese Aufgabe nicht gewissenhaft wahrnimmt.
  • Absicherung einer bestehenden Position: Sie halten einen kräftigen Kursrückschlag bei einer fundamental aussichtsreichen Aktie, in der Sie investiert sind, für möglich, weil zum Beispiel ein Gerichtsurteil negativ ausfallen könnte. In der Tabak-Industrie drohen Altria (ehemals Philip Morris) solche Rückschläge. Statt Ihre Positionen vorübergehend aufzulösen, erwerben Sie Put-Optionsscheine. Wenn der Basiswert (zum Beispiel die Altria- Aktie) aufgrund von schlechten Nachrichten fällt, gewinnt der Verkaufs-Optionsschein an Wert.

Ich persönlich empfehle speziell bei Optionsscheinen eine Mindestlaufzeit von 15 Monaten. Dieser Zeitrahmen gibt Ihnen die Chance, kleinere Rückschläge auszusitzen.

Wenn die Entwicklung einmal in eine andere Richtung geht, als Sie es eigentlich erwartet hatten, läuft auch die Zeit gegen Sie. Am Ende der Laufzeit verlieren solche Scheine umso schneller an Wert, je mehr der Basispreis für den Verkauf bzw. die Ermittlung des Barausgleichs oberhalb der aktuellen Notierung liegt.

Wählen Sie die Restlaufzeit am besten so, dass Ihre Optionsstrategie mit großer Wahrscheinlichkeit bereits bis zum Verstreichen der Hälfte der Restlaufzeit aufgeht, und stellen Sie innerhalb dieses Zeitraums dann Ihre Gewinne sicher.

Die Erfahrung, die ich bei der häufigen Arbeit mit Optionsscheinen gemacht habe, zeigt, dass es sich meist nicht auszahlt, wenn Sie mit dem Verkauf solcher Scheine bis zum letzten Moment warten und alle Chancen bis zum Schluss ausreizen wollen.

Ihre Versicherung: Setzen Sie stets Stop- Loss-Aufträge zur Absicherung ein

Wie Sie als Leser dieses Werks wissen, ist es sinnvoll, zur Verlustbegrenzung bei Ihrer Bank eine Stop-Loss-Order einzurichten.

Bei Vorliegen einer solchen Order werden Ihre Wertpapiere dann automatisch zu dem Kurs verkauft, der sich nach Durchbrechen Ihres Stop-Loss-Limits ergibt.

Bei Zertifikaten und Optionsscheinen zeigen sich bei der Ausführung von Stop-Loss-Aufträgen große Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Börsen. Besonders anlegerfreundlich ist die Stuttgarter Börse EUWAX und jetzt neuerdings auch Frankfurt.

Dieser Service hat aber auch Grenzen. Wenn die Märkte plötzlich einbrechen, können Ihre Zertifikate und Optionsscheine plötzlich sehr tief fallen, und Sie durch einen auch nur kurzfristigen Einbruch regelrecht “ausgestoppt” werden.

Alternative: Mentaler Stop-Loss

Richten Sie bei Optionsscheinen und Zertifikaten statt eines automatischen Stop-Loss-Limits daher besser einen von mir stets empfohlenen Mental-Stopp-Kurs ein.

Dieses Limit müssen Sie selbst überwachen, können dann aber bei Durchbrechen des Kurslimits noch einmal selbst entscheiden, wie Sie weiter verfahren wollen.

Auf diese Weise schützen Sie sich vor unliebsamen Überraschungen bei der Kursabrechnung, was Sie bei hohen Anlagebeträgen viel Geld kosten kann.

Haben Sie diese Zeit nicht, können Sie immer noch auf automatische Stop-Loss-Marken zurückgreifen. In der täglichen Arbeit mit Hebel-Instrumenten hat sich aber gezeigt, dass der Einsatz von mindestens einer Absicherung die Ergebnisse auf lange Sicht deutlich verbessert.

Checkliste: Mit diesen 4 “eisernen Regeln” sichern Sie sich den Anlageerfolg mit Hebel-Produkten auf fallende Kurse

Da die Gewinn- und Verlustentwicklung bei Optionsscheinen und Hebelzertifikaten sehr viel stärker verläuft als beim jeweils zugrunde liegenden Basisinstrument, rate ich Ihnen, stets nach folgenden “eisernen Regeln” zu verfahren:

  • Engagieren Sie sich in Verkaufs-Optionsscheinen und Zertifikaten nur dann, wenn die Chancen auf kurzfristig fallende Notierungen mindestens 3 zu 1 stehen. Lassen Sie alle nur “eventuell” gegebenen Chancen aus! Nutzen Sie besser 1- bis 2-mal im Jahr ein Investment mit sehr guten Gewinnmöglichkeiten, als viele, bei denen Ihre Risiken fast so groß sind wie Ihre Chancen.
  • Investieren Sie nur in solche Zertifikate und Scheine, bei denen Sie aufgrund eines großen Emissions- und Umsatzvolumens oder der bisherigen Handhabung durch den Emittenten sicher sein können, sie börsentäglich jederzeit wieder veräußern zu können! Der Börsenplatz Stuttgart (EUWAX) ist hier führend und empfehlenswert. Frankfurt ist seit wenigen Tagen eine Alternative.
  • Legen Sie von vornherein ein Stop-Loss-Limit zur Verlustbegrenzung um etwa 30% unterhalb Ihres erzielten durchschnittlichen Kaufpreises fest, und verkaufen Sie Ihre Optionsscheine und Hebelzertifikate, wenn diese Marke erreicht wird. Oder passen Sie gegebenenfalls “mentale” Stop-Loss-Marken bei sehr kurzfristigen Ereignissen an.
  • Nehmen Sie aufgelaufene Gewinne lieber zu früh als zu spät mit, sobald sich das Chancen-Risiko-Verhältnis nachhaltig verschlechtert.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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