Dachfonds und AS-Fonds sinnvoll für den Vermögensaufbau einsetzen

Wie man Dachfonds für sein Vermögen einsetzt, können Sie hier lesen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die bisherige Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten im Jahr 2000 dürfte vielen von Ihnen deutlich gemacht haben, wie schwer es ist, in unsicherer gewordenen Börsenzeiten sein Geld optimal zu verwalten und die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen. Was im Rückblick auf die vorhergegangenen Jahre bis zum Frühjahr nahezu wie ein Kinderspiel aussah, ist seither sehr viel schwerer geworden: sein Wertpapierdepot mit ansehnlicher Rendite und ohne größeres Anlagerisiko übers Jahr zu retten. Und selbst diejenigen unter Ihnen, die Ihr Geld eher in breit gestreute Investmentfonds als in Einzelwerten angelegt haben, werden in diesem Jahr kaum eine andere Erfahrung gemacht haben.

Mancher von Ihnen wird sich vor diesem Hintergrund vielleicht an die Mühen erinnern, die ein Engagement am Aktienmarkt manchmal mit sich bringt. Und es scheint fast gleichgültig zu sein, ob es dabei eher um die Suche nach der richtigen Auswahl von Einzelwerten (Stockpicking) oder von Fonds (Fondspicking) geht. In beiden Fällen können Sie gute, schlechte oder mittelmäßige Entscheidungen treffen, die sich unmittelbar auf die Wertentwicklung Ihres Vermögens auswirken.

So ist gerade in Zeiten, in denen viele Anleger vielleicht zum ersten Mal erkennen müssen, dass die Börse eben doch keine Einbahnstraße ist, der Ruf nach Anlageinstrumenten groß, mit denen man einigermaßen mühe- und sorglos von der mittel- und langfristigen Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt profitieren kann.

Vor diesem Hintergrund wundert es mich nicht, dass ein bei uns gerade erst vor knapp 2 Jahren (wieder) eingeführtes Produkt, die sogenannten Dachfonds, derzeit von vielen Privatanlegern so stark nachgefragt werden. Diese Fonds, die in andere Fonds investieren, sind der Renner in dieser Saison. Und die Werbung der Kapitalanlagegesellschaften, dass Sie mit einem einzigen, auf Ihre Prioritäten als Anleger abgestimmten Dachfonds Ihr gesamtes Vermögensmanagement revolutionieren und Ihr Geld auf nahezu wundersame Weise optimal vermehren können, klingt denn auch äußerst verlockend.

Doch wenn Sie sich die inzwischen knapp 80 Dachfonds, deren vielfach sehr vage umschriebene Ausrichtung und bisherige Wertentwicklung etwas genauer ansehen, sollte sich ein wenig Ernüchterung einstellen. Denn das Problem, auch bei Dachfonds zwischen guten und weniger guten Angeboten entscheiden zu müssen, bleibt Ihnen keineswegs erspart. Und wenn Sie diesen neuen Fondstyp mit dem fast zum selben Zeitpunkt eingeführten, aber beim Publikum offensichtlich sehr viel weniger nachgefragten sogenannten AS-Fonds vergleichen, werden Sie womöglich erkennen, dass Sie mit diesen Fonds das oben beschriebene „Managementproblem“ sehr viel besser lösen können als mit Dachfonds. Ich zeige Ihnen daher in diesem Beitrag,

  • welche Besonderheiten, Chancen und Risiken Dachfonds im Vergleich zu AS-Fonds mit sich bringen,

  • für welche der beiden Fondstypen Sie sich in der gegenwärtigen Situation am ehesten entscheiden sollten und

  • auf welche der aktuell angebotenen Fonds Sie je nach persönlicher Anlegermentalität am besten setzen sollten.

Welche Vor- und Nachteile AS-Fonds …

Mit AS-Fonds investieren Sie in verschiedene Basisanlagen (Aktien, Renten, Immobilien), deren Zusammensetzung je nach Ausrichtung des Fonds unterschiedlich hohe Anlagechancen und -risiken mit sich bringt.

  • Statt Ihr Kapital direkt auf verschiedene aussichtsreich erscheinende Investments zu verteilen und von Zeit zu Zeit den veränderten Entwicklungen anzupassen, legen Sie es in einen Ihrem Anlegerprofil entsprechenden AS-Fonds an, der Ihnen diese Aufgaben abnimmt.

  • Aufgrund der strengen staatlichen Kontrolle und der vorgeschriebenen Anlagegrenzen können Sie sicher sein, dass die Investmentgesellschaft die im Emissionsprospekt genannten Anlagegrundsätze – insbesondere die dort festgelegte Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Basisanlagen – genauestens einhält.

  • Während Sie im eigenen Depot alle innerhalb der 12monatigen Spekulationsfrist realisierten Gewinne versteuern müssen, profitieren Sie bei (AS-)Fonds von der Möglichkeit des Managers, solche Umschichtungen auf der Fondsebene jederzeit steuerfrei vornehmen und dadurch höhere Erträge erwirtschaften zu können.

Da die Anlagestrategie je nach Ausrichtung des Fonds innerhalb der jeweiligen Basisanteile für Aktien, Renten und Immobilien sehr unterschiedlich sein kann, wissen Sie nie genau, welche Schwerpunkte der Fonds aktuell steuert und bleiben daher stark vom Geschick und Können des Fondsmanagers abhängig.

Wegen des hohen Konkurrenzdrucks unter den Anbietern von AS-Fonds setzen Sie sich der Gefahr aus, dass der Fondsmanager die Anlagerichtlinien sehr extensiv auslegt und beispielsweise auch hochspekulative Aktien ins Depot nimmt, die sich für AS-Fonds eigentlich verbieten.

und Dachfonds für Sie als Anleger haben

Bei Dachfonds legen Sie Ihr Geld in einem Korb aus Aktien-, Renten- und Immobilienfonds an.

  • Statt sich durch ein arbeitsaufwendiges Fondspicking ein aussichtsreich erscheinendes Depot zusammenzustellen und vor dem Hintergrund der Marktentwicklung zu überwachen, kaufen Sie einen an Ihrem Anlegerprofil ausgerichteten Dachfonds, bei dessen Zusammensetzung und Optimierung Sie die Kompetenz erfahrener Profis nutzen.

  • Da das Genehmigungsverfahren und die Gestaltung von Dachfonds gesetzlich streng geregelt sind, sind Sie vor der missbräuchlichen Verwendung Ihres Geldes weitgehend geschützt und können Ihre Auswahl ganz an den unterschiedlichen Anlageschwerpunkten der Dachfonds ausrichten.

  • Während Sie als Privatanleger innerhalb der Spekulationsfrist realisierte Gewinne aus dem Verkauf Ihrer Fonds versteuern müssen, bleiben solche Umschichtungen auf der Fondsebene steuerfrei, so dass sich daraus für Sie bessere Performanceaussichten ergeben.

Da die Anlagemöglichkeiten der Dachfonds innerhalb der gesetzlichen Vorschriften kaum Grenzen aufweisen, sind Sie völlig auf die Kompetenz des jeweiligen Fondsmanagers angewiesen, so dass die Bandbreite zwischen sehr gut und sehr schlecht abschneidenden Dachfonds äußerst groß ist.

Bei Dachfonds, die ihre Zielfonds nur aus den eigenen, von der Kapitalanlagegesellschaft angebotenen Fonds wählen können, ist die Gefahr groß, dass der Manager gute Anlagechancen vergibt und der Fonds schlechter abschneidet als einer mit freier Fondsauswahl. Wegen der Streuung kann ein einzelner Dachfonds nie so gut sein wie der beste Zielfonds (aber auch nie so schlecht wie der schlechteste).

AS-Fonds: Ihr Anlageinstrument für die langfristige Altersvorsorge

Hinter der Bezeichnung „Altersvorsorge-Sondervermögen/AS“ verbirgt sich ein juristischer Fachbegriff mit konzeptionellem Charakter: Sondervermögen sind die einem Fonds zu Anlagezwecken zur Verfügung gestellten Gelder. Entsprechend ist das in einen solchen Fonds eingezahlte Geld von der Kapitalanlagegesellschaft zwingend so anzulegen, dass es von Ihnen als Anleger für Ihre Altersvorsorge optimal genutzt werden kann.

Aus dieser Zweckbestimmung leitet der Gesetzgeber einen ganzen Katalog von Bestimmungen ab, die Ihnen den Erwerb solcher Fonds erleichtern und Sie vor falschen Entscheidungen schützen soll. Entsprechend hoch sind dann auch die Hürden, die die Fondsgesellschaften nehmen müssen, bevor ein von ihnen beim Bundesaufsichtsamt zur Vertriebsgenehmigung angemeldeter AS-Fonds die Zulassung erhält.

Der Aktienanteil muss wenigstens 20%, darf aber höchstens 75% betragen

AS-Fonds müssen einen Aktienanteil von zwischen 20 und 75% haben. Auf diese Weise sollen Sie einerseits von den langfristig guten Renditechancen im Aktienbereich im Vergleich zu reinen Rentenanlagen profitieren, andererseits aber auch vor den hohen Kursschwankungen reiner Aktienanlagen geschützt werden.

Sie können also sicher sein, dass der Wertverlust selbst bei einem plötzlichen Börsencrash durch weniger kursreagible Investmentanteile in gewissen Grenzen abgefedert wird.

Mindestens 50% sind in Substanzwerten anzulegen

Wenigstens die Hälfte des Fondsvermögens muss in Substanzwerten wie Aktien, stille Beteiligungen an Unternehmen, Immobilien oder Anteilen an offenen Immobilienfonds investiert sein.

Wegen der Stetigkeit der Renditeentwicklung bei Immobilienanlagen verschafft Ihnen eine solche Mischung ein Gegengewicht zu den üblichen Wertschwankungen bei Aktien und Rentenpapieren.

Die automatische Wiederanlage der Erträge soll Ihre Anlagechancen optimieren

AS-Fonds müssen die anfallenden Erträge aus Zinsen, Dividenden oder Bezugsrechten sofort wieder investieren. Es sind also immer thesaurierende Fonds.

Auf diese Weise ersparen Sie sich neue Kaufgebühren und Ausgabeaufschläge, die Ihnen bei der Wiederanlage von Erträgen aus ausschüttenden Fonds in aller Regel entstehen würden.

Außerdem können die Ausschüttungen bei den traditionellen Fonds nicht so schnell wieder vom Fondsmanager angelegt werden wie bei den thesaurierenden Fonds. Der Fondsmanager kann daher besser kalkulieren und den Zinseszinseffekt optimal nutzen.

Der Immobilienanteil ist auf 30% beschränkt

Immobilien und Anteile an offenen Immobilienfonds dürfen zusammen nicht mehr als 30% des Fondsvermögens ausmachen.

Dadurch ist sichergestellt, dass das Vermögen überwiegend in jederzeit liquidierbare Anlageinstrumente investiert ist und das Fondsmanagement auf die Situation an den Finanzmärkten schnell reagieren kann.

Terminmarktinstrumente dürfen nur als Absicherungsinstrumente genutzt werden

Der Erwerb und Verkauf von Optionen und Futures darf nicht aus Spekulationsgründen erfolgen, sondern nur, wenn auf diese Weise Kursrisiken eingedämmt werden sollen.

Dies kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn das Fondsmanagement einen starken Kursrückschlag am Aktienmarkt oder bei einer Wertpapierposition erwartet oder den Rückgang einer Währung, in die der Fonds investiert hat.

Der ungesicherte Fremdwährungsanteil ist auf 30% beschränkt

Das Fondsvermögen muss mindestens zu 70% in EuroTiteln angelegt sein. Nicht-Euro-Titel müssen währungsgesichert werden. Wird der Fremdwährungsanteil von 30% überschritten, darf dies nur geschehen, wenn er entsprechend durch Optionen oder ähnliche Instrumente am Terminmarkt abgesichert ist.

Sie können bei AS-Fonds also darauf vertrauen, dass Ihre Anlagerisiken nicht durch die an den Devisenmärkten häufig hohen und im Prinzip unkalkulierbaren Währungsschwankungen zusätzlich übermäßig erhöht werden.

Spar- und Entnahmepläne mit vielen Varianten

Die Fonds müssen Ihnen neben der normalen Erwerbsmöglichkeit als Einmalanlage, die keine bestimmte Laufzeit haben, auch (für Sie jederzeit kündbare) AltersvorsorgeSparpläne ab einem Betrag von monatlich 50 € anbieten. Auf diese Weise können Sie den sogenannten CostAverage-Effekt nutzen.

Das bedeutet: Sie kaufen automatisch zu niedrigeren Anteilspreisen mehr Anteile als zu hohen und erzielen auf diese Weise einen günstigen durchschnittlichen Einstandspreis.

Auch Entnahmepläne für die Zeit des Verzehrs Ihres angesparten Vermögens sind vorgeschrieben, auf die Sie aber nicht eingehen müssen.

Nach ¾ der Laufzeit muß Ihnen schließlich eine kostenlose Umschichtung in kurssichere Anlagen wie Geldmarktfonds oder Rentenfonds angeboten werden, damit Sie das Ablaufrisiko minimieren können. Ob Sie davon Gebrauch machen, müssen Sie aber selbst entscheiden.

Checkliste: So finden Sie die besten AS-Fonds.

  • Entspricht die vom Fonds vorgesehene Portfolioaufteilung Ihren persönlichen Chancen-/Risikovorstellungen?

Je jünger Sie sind, desto höher sollte dabei der maximale Aktienanteil ausfallen können. Bevorzugen Sie dabei klar definierte, enge Anteilsgrenzen, die dem Fondsmanager keinen zu großen Spielraum lassen.

  • Liegen die berechneten Ausgabeaufschläge wenigstens um 50% unter denen traditioneller Fonds?

Wenn dies nicht der Fall ist, würde der Gebührenvorteil von AS-Fonds ansonsten verlorengehen, da Sie gute Fonds mit hohem Rabatt auf den Ausgabeaufschlag auch bei Direktbanken erwerben können. Sind die Kosten auch hinsichtlich der jährlichen Verwaltungsgebühr niedrig gehalten?

  • Haben Sie die Möglichkeit, Ihren AS-Sparplan möglichst jederzeit oder zumindest nach einer Dauer von wenigen Jahren kostengünstig zu ändern, auszusetzen oder auf andere AS-Fonds der Gesellschaft umzuswitchen?

Nur dadurch erhalten Sie sich die Flexibilität, auf die Sie als Privatanleger vor dem Hintergrund einer im Prinzip ungewiss bleibenden Zukunft Wert legen sollten.

  • Können Sie den angesparten Betrag nach Ablauf des Sparplans in möglichst alle von der Kapitalanlagegesellschaft angebotenen (auch und gerade traditionellen) Fonds-Auszahlungspläne kostenlos umswitchen?

Besonders bei großen Kapitalanlagegesellschaften mit zahlreichen Fondsangeboten steht Ihnen dann eine Fülle von Anlagemöglichkeiten zur Verfügung, die Sie in der jeweiligen Situation, ganz an Ihren persönlichen Bedürfnissen orientiert, optimal einsetzen können.

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Anlagealternative Dachfonds: Breiter Mix sorgt für hohe Chancen-/Risikostreuung

Der im Zuge des 3. Finanzmarktförderungsgesetzes seit 1999 auch in Deutschland zugelassene neue Fondstyp wurde in ähnlicher Form bereits seit einiger Zeit von Luxemburg aus angeboten. Die bisherige Zurückhaltung des deutschen Gesetzgebers gegenüber solchen Fondskonstruktionen ist dabei auf Nachwirkungen der IOS-Pleite zurückzuführen.

Diese US-Gruppe hatte zu Beginn der 70er Jahre mit einem selbstgestrickten Dachfonds ihre – in erheblichem Maße auch deutschen – Anleger um fast 1 Mrd. DM gebracht, woraufhin in Deutschland keine weiteren Dachfonds aufgelegt werden durften.

Der Gesetzgeber hat daher bei der jetzigen Zulassung besonders darauf geachtet, dass sich ein solcher Skandal nicht wiederholen kann. Gerade für diejenigen von Ihnen, die noch über wenig Erfahrung an der Börse verfügen, bergen die Dachfonds daher jetzt ganz erhebliche Vorteile.

Zwar werden Ihnen solche Dachfonds vor allem von den großen deutschen Investmentgesellschaften – zumeist Tochterunternehmen deutscher Kreditinstitute – angeboten, so dass die Gefahr eines Missbrauchs wegen der hohen Sicherheitsstandards hierzulande nahezu ausgeschlossen ist.

Dennoch ist es auch möglich, dass bankenunabhängige Vermögensverwalter in diese sehr lukrative Sparte eindringen. Die folgenden gesetzlichen Bestimmungen sollen Sie daher vor Machenschaften nach Art des IOS-Skandals bewahren.

Beschränkung auf in Deutschland zugelassene Fonds soll Vertrauensmissbrauch verhindern

So dürfen Dachfonds nur in Fonds investieren, die nach dem deutschen Investmentrecht auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen worden sind. Damit soll verhindert werden, dass Sie als Anleger zwar vordergründig in einen nach deutschem Recht zugelassenen Dachfonds mit entsprechend scharfen Genehmigungs- und Kontrollstandards

investieren, Ihnen aber unter diesem Deckmantel in Wirklichkeit solche Fonds angedient werden können, die weit geringeren staatlichen Auflagen unterliegen.

Gerade weil viele Privatanleger – auch die mit nur geringem Anlagevermögen – das neue Fondsinstrument stark nutzen (werden), um sich darüber langfristig ein Vermögen aufzubauen, sollten Sie daher an die Sicherheitsvorschriften für einen Dachfonds höchste Maßstäbe anlegen.

Das Verbot, in andere Dachfonds zu investieren, soll der Transparenz Ihres Investments dienen

Damit eine über verschiedene Anlagestufen hinweg entstehende Unsicherheit über die eigentliche Anlagestrategie eines Fonds vermieden wird, darf ein nach deutschem Recht zugelassener Dachfonds in keinen anderen Dachfonds investieren.

Denn sonst ginge für Sie die Transparenz verloren, die erforderlich ist, um über den Einstieg, den Ausstieg, den Abbau oder den Zukauf von Fondsanteilen sachgerecht entscheiden zu können.

Es kommt für Sie als Anleger ja gerade darauf an, sich für einen (oder wenige) Dachfonds zu entscheiden, dessen Management Sie eine besondere Qualität zutrauen. Könnte der Fondsmanager in beliebigem Umfang in weitere Dachfonds investieren, würde es für Sie schwer zu erkennen sein, ob das erzielte Ergebnis eher diesem oder den Managern eines oder mehrerer anderer solcher Fonds zu verdanken ist.

Durch begrenzte Anlagemöglichkeiten in Einzelfonds werden Ihre Risiken sehr breit gestreut

Ein Dachfonds muß mindestens in fünf Unterfonds investieren, es können also nur bis maximal 20% des Vermögens in einem bestimmten Fonds angelegt werden. Damit der Dachfonds den jeweiligen Zielfonds nicht dominiert, darf er umgekehrt höchstens 10% der Anteile eines Zielfonds besitzen, um starke Abhängigkeiten zu vermeiden.

Durch diese Beschränkungen wird Ihr Investment breiter gestreut, so dass sich Ihre Anlagerisiken auf diese Weise entsprechend verringern.

Bei Anlagen in eigenen Fonds sind Sie vor Gebührenschinderei geschützt

Für eine Investmentgesellschaft wäre es leicht, Dachfonds dazu zu benutzen, kräftig an der Gebührenschraube zu drehen.

Wenn für jeden vom Dachfonds gekauften Fonds der eigenen Gesellschaft neben dem Ausgabeaufschlag und den Verwaltungskosten auch der Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühren des Unterfonds erhoben werden dürften, könnten die Manager ihrem Arbeitgeber durch häufige Umschichtungen erhebliche Zusatzeinkünfte verschaffen.

Daher ist eine solche doppelte Gebührenbelastung bei hauseigenen Fonds ausgeschlossen.

Nur dann, wenn Fondsanteile anderer Investmentgesellschaften gekauft werden, dürfen die Gebühren doppelt berechnet werden. Die Kapitalanlagegesellschaften bemühen sich aber, die von anderen Gesellschaften eingekauften Zielfonds wenigstens ohne Ausgabeaufschlag zu erhalten, um dadurch ihre eigene möglichst gute Performance nicht zu beeinträchtigen. In den meisten Fällen gelingt dies auch.

Die Kapitalanlagegesellschaften wissen darüber hinaus natürlich, dass Sie auch schon als Privatanleger bei den meisten Direktanlagebanken auf Fonds erhebliche Rabatte auf die Ausgabeaufschläge erhalten und manche Fonds sogar völlig ohne solche Ausgabeaufschläge erwerben können.

GB-Tipp: Trotz der Schutzbestimmungen bei den Gebühren sollten Sie die Kostenstruktur eines Dachfonds, die im Emissionsprospekt und im jährlichen Rechenschaftsbericht zu veröffentlichen ist, genau unter die Lupe nehmen.

Checkliste: Wie Sie die besten Dachfonds finden

  • Wird der Fonds von einer namhaften Kapitalanlagegesellschaft aufgelegt oder von einem Fondsmanager verwaltet, denen Sie aufgrund ihrer bisherigen Leistungsbilanz ein genügend großes Vertrauen entgegenbringen können?

Nur in diesem Fall haben Sie wegen der bisher noch geringen Bestandsdauer und Datenbasis gute Gründe für die Vermutung, dass sich der von Ihnen ausgewählte Dachfonds ähnlich gut entwickeln könnte.

  • Entspricht die vom Fonds im Emissionsprospekt festgelegte Anlagestrategie (Anteilsgrenzen, Anlageschwerpunkte) Ihren persönlichen Chancen-/Risikovorstellungen und sind diese Richtlinien so eng und konkret formuliert, dass sie dem Fondsmanager klare Grenzen ziehen, die er nicht ohne weiteres verlassen kann?

Nur in einem solchen Fall laufen Sie nicht Gefahr, in einen Blindpool zu investieren, bei dem Sie allein auf das Glück des Fondsmanagers angewiesen sind. Auch nur dann ist Ihnen ein sachlich gerechtfertigtes Urteil darüber möglich, ob die gute oder schlechte Performance des einen Dachfonds im Vergleich zu einem anderen eher auf das Können des Fondsmanagers zurückzuführen ist oder nur auf den unterschiedlichen Zuschnitt und Anlageschwerpunkt des Fonds.

  • Ist die Kostenstruktur des Fonds genügend transparent und vergleichsweise niedrig, und sind mögliche Gewinnbeteiligungen durch eine in der Vergangenheit nachhaltig gezeigte Outperformance gegenüber Dachfonds derselben Vergleichsgruppe gerechtfertigt?

Nur wenn höhere Kosten durch höhere Leistungen auf die Dauer ausgeglichen werden, sollten Sie diese auch akzeptieren.

  • Ist die Outperformance des Dachfonds im Vergleich zu Fonds mit einer ähnlichen Aufteilung zwischen Aktien-, Renten- und Immobilienfonds und ähnlichen Anlageschwerpunkten innerhalb der jeweiligen Anlageformen deutlich genug erkennbar?

Nur wenn Sie nicht Äpfel mit Birnen verwechseln und auch wirklich ähnlich strukturierte Fonds miteinander vergleichen, können Sie aus der Wertentwicklung eines Fonds einen Rückschluß auf die Qualität des Managements ziehen.

  • Kann der Dachfonds auch in nicht hauseigene Fonds investieren?

In diesem Fall haben Sie größere Chancen auf eine optimale Performance.


Setzen Sie bei Dachfonds allenfalls auf einzelne Spitzenreiter mit originellem Anlagekonzept

Eine der wenigen Ausnahmen unter den Dachfonds bildet hinsichtlich der Performance der Sauren Global Growth, der mit dem eigenwilligen Ansatz, statt auf Fonds auf Fondsmanager zu setzen, bislang eine überzeugende Performance hingelegt hat.

So profitierte Sauren beispielsweise von der Outperformance des neuen, von Kurt Ochner gemanagten Julius Bär Creativ Fonds (WKN 978500), der ihm mit einem Wertzuwachs von 95% einen erheblichen Teil seiner Performance einbrachte.

Ein anderer, nicht weniger erfolgreicher, aber ebenso risikoreicher Fonds war der VMR Fund Strategie Quadrat (WKN 987581).

Die Frage ist aber, ob dem Dachfondsmanager solche Glücksfälle auch in Zukunft gelingen.

Falls Sie unter kurzfristigen Performancegesichtspunkten (auch) auf Dachfonds setzen wollen, sollten Sie daher auf einen solchen Outperformer mit einer klaren innovativen Anlagestrategie setzen.

Inzwischen hat Sauren auch 2 weitere Dachfonds aufgelegt, den Sauren Global Balanced (WKN 930920) und den Sauren Global Opportunities (WKN 930921).

Angesichts der für viele der inzwischen fast an die 100 Varianten typischen Unbestimmtheit hinsichtlich der für den Fonds jeweils geltenden Anlageausrichtung wird ein sachlich korrekter Vergleich zwischen den einzelnen Angeboten für Sie ohnehin immer schwerer.

Auch aus anlagepsychologischen und systematischen Gründen sollten Sie eher AS-Fonds kaufen

Vor allem als Investor mit langfristigem Anlagehorizont oder als Anleger in einem Fondssparplan sollten Sie auch die werbliche Seite einer guten Performance von AS-Fonds für die jeweilige Kapitalanlagegesellschaft und ihrer jeweiligen Mutterbank nicht unterschätzen.

Bedenken Sie auch folgenden logischen Zusammenhang: Da die Wertentwicklung eines Fonds niemals so gut sein kann wie die Performance des besten im Fonds gehaltenen Einzelwerts, und diese Minderperformance sich dadurch nochmals verstärkt, dass auch ein Dachfonds niemals so gut abschneiden kann wie sein bester gehaltener Fonds, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Dachfonds mittel- und langfristig im Durchschnitt schlechter abschneiden wie gut gemanagte AS-Fonds.

Strengere Anlagegrenzen von AS-Fonds ermöglichen eine bessere Einschätzung

Die meisten Dachfonds hinsichtlich des aktuell gehaltenen Aktienanteils nur schwer kalkulierbar. Daher sind Ihre Anlagerisiken bei den meisten Dachfonds als hoch einzustufen, da die Fonds auch zu 100% nur in Aktien investiert sein können.

Bei den AS-Fonds wissen Sie dagegen immer genau, wie hoch dieser spekulative Anteil ausfällt.

Die bei allen anderen AS-Fonds angegebenen genauen Aktienanteile geben Ihnen die Möglichkeit, Ihr Investment exakt Ihren persönlichen Chancen- und Risikovorstellungen anzupassen.

Die zahlreichen vorgeschriebenen Zusatz- und Folgeprodukte sprechen ebenfalls für AS-Fonds

Schließlich bietet Ihnen die Fülle der gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz- und Folgeprodukte bei AS-Fonds gerade in späteren Jahren Ihres Wertpapiersparens mit Blick auf Ihr Alter eine erheblich höhere Flexibilität und vielfältigere Möglichkeiten als die Dachfonds.

Aus all diesen Gründen ist es eigentlich nur schwer verständlich und sachlich jedenfalls völlig ungerechtfertigt, wenn die deutschen Privatanleger gegenwärtig in Dachfonds offensichtlich viel stärker investieren als in AS-Fonds.

Ich kann dies nur damit erklären, dass viele Anleger offensichtlich der Auffassung sind, AS-Fonds würden sich nur zum Zwecke der Altersvorsorge eignen. Dabei sind sie – entgegen dem offensichtlich für manche irreführenden Namen – besser als jedes andere bislang am Markt vorhandene Anlageinstrument für den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau geeignet, gleich, zu welchem Zweck Sie dieses Vermögen auch immer ansparen wollen.

Checkliste: So entscheiden Sie richtig

  • Machen Sie sich klar, dass Dachfonds und AS-Fonds Ihnen als Anleger vor allem dann gewisse Vorteile bringen, wenn Sie wenig Zeit haben, sich mit Ihren Investments intensiver zu befassen oder noch geringe Erfahrung am Aktienmarkt mitbringen.

  • Nach den bisherigen Ergebnissen und den konzeptionellen Unterschieden zwischen den beiden noch jungen Fondsprodukten sollten Sie vor allem für mittel- und langfristige Anlagen AS-Fonds den Dachfonds vorziehen.

  • Versuchen Sie, AS-Fonds nicht nur für Einmalanlagen, sondern vor allem auch im Rahmen von Sparplänen für Ihren kontinuierlichen Vermögensaufbau und Ihre Zukunftssicherung zu nutzen. In der Kombination Umschichtungs- und Auszahlungspläne gehören AS-Fonds zur besten Finanzinnovation der letzten Zeit.

  • Wenn Sie Ihre Anlagechancen und -risiken ein wenig mischen wollen, sollten Sie auf maximal 3 der besten Angebote setzen, deren Gewichtung Sie von Zeit zu Zeit Ihren allgemeinen Erwartungen an den internationalen Finanzmärkten anpassen können. Wenigstens 2 davon sollten AS-Fonds sein.

  • Bedenken Sie, dass Ihnen die beiden Fondsvarianten zwar einen erheblichen Teil Ihrer Arbeit als Privatanleger abnehmen, aber die Auswahl der richtigen Fonds dennoch immer Ihrer Entscheidung bedarf.

  • Vergessen Sie auch nicht, dass sich hinter den AS- und den Dachfonds eine Mischung aus unterschiedlichen Basisanlagen verbirgt, so dass deren Performance immer auch mit der von gemischten Fonds konkurriert.

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Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.

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