Dem Einzeltitel-Risiko entgehen – und Chancen am Neuen Markt sichern

Der Chartverlauf aus den letzten 12 Monaten zeigt es Ihnen in aller Klarheit:

Wenn Sie seit Jahresbeginn am Neuen Markt investiert sind, haben Sie mit den Aktien dieses jungen Börsensegments im Durchschnitt per Ende September keinen Pfennig verdient. Seit dem kurzen Höhenflug bis Mitte Februar, bei dem der Index von 2.750 bis auf knapp 4.000 Punkte und damit um über 40% anzog, kannte der Index mit Ausnahme der 4wöchigen Sommerrallye nur noch den Weg nach unten.

Nicht viel besser erging es da dem einen oder anderen selbsternannten Börsenguru des Neuen Marktes. Von Januar bis Ende September 1999 verlor das Musterdepot des agilen 3sat-Börsenspielstreiters Egbert Prior mehr als 19%. Im Klartext heißt das: Alle, die seit Jahresbeginn auf den scheinbar unfehlbaren Spürsinn des Börsenhasen gesetzt hatten, haben inzwischen kräftig verloren.

Erheblich besser erging es den Investoren in das ebenfalls stark am Neuen Markt orientierte Musterdepot des Platow- Briefs. Dieses Depot konnte bis zum 24. 9. 1999 um knapp 20% zulegen, während der DAX im selben Zeitraum gerade mal 4 und der Euro-STOXX immerhin 14% hinzugewann.

Am schlimmsten traf es die Anleger, die weiterhin auf die Outperformer früherer Zeiten wie Mobilcom oder TelDaFax gesetzt hatten. Deren Aktienkurse haben sich seit Juli 1999 mehr als halbiert.

Für manche Anleger sind damit die Blütenträume vorerst geplatzt, mit einem wahllosen Investment in diesen Markt schnell reich werden zu können. Die Entwicklung des Jahres 1998 hatte viele in dem Glauben bestärkt, dass Kursgewinne von 20, 30 oder 40% innerhalb weniger Monate an der Börse eher die Regel als die Ausnahme sind. Vor einem solchen Trugschluss hatte ich Sie immer wieder gewarnt. Wenn Sie im mittel- bis langfristigen Anlagezeitraum von 5 Jahren und länger mit einem reinen Aktiendepot durchschnittlich 12 bis 13% Rendite erwirtschaften, dürfen Sie sich getrost auf die Schulter klopfen.

Neuer-Markt-Index: Aderlass nach kräftigem Kursaufschwung eröffnet jetzt wieder Einstiegschancen

Den Höchststand erreichte der Neue-Markt-Index im Februar 1999 bei knapp 4.000 Punkten. Bis Ende September fiel er dann um 30% auf 2.800 Punkte zurück. Zwischen 2.400 und 2.800 Punkten bieten sich einem mittelfristig orientierten Anleger daher jetzt wieder günstige Einstiegschancen in den Gesamtmarkt.

Für ein zusätzlich mit Rentenanteilen bestücktes Depot eines risikobewusst agierenden Anlegers liegt die Gesamtrendite bei 10% pro Jahr. Das ist eine sehr gute Performance, denn das bedeutet, dass Sie aus einer Einmalanlage von 10.000 DM in 24 Jahren 100.000 DM machen.

Doch als Neue-Märkte-Fan sollten Sie angesichts der gegenwärtigen Entwicklung nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Wie ich Ihnen auf den folgenden Seiten zeige, bieten Ihnen die stark am Neuen Markt engagierten Spezialfonds nämlich eine echte Alternative zum risikoreichen Einzelinvestment. Und gerade dann, wenn es an der Börse kracht, gibt es hier die beste Gelegenheit für den Einstieg.

Warum Einzelwerte am Neuen Markt für Sie erhebliche Risiken mit sich bringen

Machen Sie sich klar, dass Ihre Chance, mit (wenigen) Einzeltiteln des Neuen Markts auf die Dauer Supergewinne zu erzielen, immer die Kehrseite des Risikos ist, damit auch ganz kräftig verlieren zu können.

Gerade bei den zumeist noch jungen Unternehmen am Neuen Markt gleicht die Voraussage über die langfristige Entwicklung der Umsätze und Gewinne häufig nahezu einem Vabanquespiel. Trotz der zunächst sehr positiven Aussichten und der hohen Gewinnzuwachsraten der Anfangsjahre können sich schnell Entwicklungen ergeben, die selbst für die sehr agilen Unternehmensgründer und Manager nur schwer in den Griff zu bekommen sind.

MobilCom: 70% Verlust seit Februar 1999

Arg ins Trudeln gekommen ist die Aktie von MobilCom, seitdem die Geschäftsaussichten nicht mehr ganz so rosig sind wie bislang angenommen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktie von MobilCom. Hatte der Gründer der Firma und frühere Vertriebschef von Sixt bis zum Jahresanfang mit immer neuen Angriffen gegen die Telekom ständig für positive Überraschungen für die Anleger gesorgt, sieht die Erfolgsstory seither nicht mehr so hervorragend aus.

So sind die letzten vorgelegten Halbjahreszahlen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben; auch für das 3. Quartal zeichnet sich eine vergleichsweise schlechte Entwicklung ab. Die Comtech-Übernahme ist zwar ein nachvollziehbarer, logischer Schritt gewesen, doch MobilCom driftet damit immer stärker ins margenschwache Geschäft ab.

TelDaFax: Kursabsturz nach Höhenrausch

Der starke Wettbewerb im Telekommunikationsbereich holte auch TelDaFax schneller ein, als dem Unternehmen lieb sein konnte. Dem rasanten Höhenflug nach dem Börsengang folgte der Kurssturz. Immerhin gb die Aktie seit ihrem Kurshoch Anfang Februar um fast 70% nach. Ob sich auf diesem Niveau aber wieder ein Einstieg lohnt, ist sehr fraglich.

Auch die nach dem furiosen Start 1998 seit Februar dieses Jahres eingebrochenen Aktien von TelDaFax sind teilweise auf eine deutliche Zurückstufung der Erwartungen für die Telekommunikationsbranche zurückzuführen. Die nachlassenden Gewinnmargen im Telefonbereich und der starke Konkurrenzdruck unter den Billiganbietern haben einen erheblichen Verlust von Marktanteilen zur Folge gehabt, was sich auf den nach der Emission viel zu schnell gestiegenen Kurs negativ auswirken musste. Inzwischen kostet die Aktie nur noch 1/3 des Anfang Februar notierten Kurses.

Auch überbewertete Aktien anderer Branchen am Neuen Markt verloren inzwischen deutlich an Boden

Auch andere Branchen am Neuen Markt bekommen die größer gewordene Skepsis gegenüber den allzu euphorischen Vorhersagen über die weitere Gewinndynamik inzwischen zu spüren. Die Flut der allein in diesem Jahr nahezu 100 Neuemissionen hat zudem zu einer merklichen Verknappung der Mittel vor allem bei der privaten Anlegerschaft geführt.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Neuemissionen in den letzten Monaten noch schnell an die Börse gebracht werden sollten, um von der vielfach übertriebenen Bereitschaft vieler Neuanleger, alles zu kaufen, was nur mit dem Zusatz „Neuer Markt“ versehen ist, zu profitieren.

Auch die zahlreichen Kapitalerhöhungen der letzten Wochen haben schließlich dazu geführt, daß die Investitionsbereitschaft inzwischen beträchtlich nachgelassen hat. Als dann in den USA die auch am Neuen Markt stark vertretenen Hochtechnologiewerte von einem Tag auf den anderen um beinahe 5% einbrachen, gab es für viele überbewertete Titel auch in Deutschland kein Halten mehr.

So erhalten Sie mit Neue-Märkte-Fonds bessere Chancen bei geringeren Risiken

Die großen Schwankungsbreiten für die Titel des Neuen Marktes, die selbst innerhalb eines Tages zu Kursunterschieden von durchaus bis zu 10% führen können, erfordern von Ihnen eine sehr schnelle Reaktionsfähigkeit und -bereitschaft.

Irgendeine Nachricht oder auch nur ein Gerücht um eine besonders positive oder schlechte Geschäftsentwicklung oder einen kurz bevorstehenden neuen Deal kann die Kurse innerhalb von wenigen Stunden um 10 bis 20% in die eine oder andere Richtung treiben. Und wenn Sie als Privatanleger nicht schnell genug reagieren, entgeht Ihnen vielleicht gerade eine besonders gute Chance, oder Sie verpassen den rechtzeitigen Ausstieg. Denn am nächsten Tag hat sich die Kursentwicklung vom Vortag womöglich so kräftig verstärkt, dass aus 10% Kursveränderung schon bei Börsenbeginn 20 oder 30% werden können.

Anders als Sie als Privatanleger haben die Manager von Fonds, die sich in diesem Marktsegment engagieren, einen sehr viel kürzeren Draht zu den jeweiligen Unternehmen. Die erfahren häufig – vielfach auch unter der Hand – von Entwicklungen, die erst später in die Öffentlichkeit gelangen. So können sie in den meisten Fällen auch sehr viel schneller auf neue Nachrichten reagieren, als Sie es selbst als sehr engagierter Privatanleger im Normalfall tun können.

Ein weiterer Vorteil solcher Spezialfonds ist der, dass diese bei Neuemissionen in der Regel mit einer besonderen Zuteilungsquote bedacht werden.

Ein Fondsmanager, der ein bestimmtes Unternehmen als aussichtsreich ansieht, hat daher – anders als Sie als Privatanleger – sehr viel bessere Chancen, zum Emissionskurs an eine neue Aktie zu kommen und damit schon zu Beginn seines Investments von den hohen Aufschlägen zu profitieren, die die Aktien am Neuen Markt am 1. Handelstag jedenfalls in der Vergangenheit zumeist aufgewiesen haben.

Schließlich macht das hohe Anlagevolumen der Fondsmanager es möglich und notwendig, dass die Aktienauswahl breit gestreut ist und sich wenigstens 20, in der Regel aber noch sehr viel mehr Werte in einem einzelnen Fonds befinden. Dadurch sind die Fondsmanager in der Lage, Branchengewichte sehr viel besser zu verlagern und die jeweilige Struktur den veränderten Aussichten und Einschätzungen anzupassen, als Ihnen dies mit einem Depot von beispielsweise 50.000 oder 100.000 DM im Normalfall gelingen könnte.

All diese Gesichtspunkte sprechen also dafür, daß Ihre Chancen auch und gerade am Neuen Markt größer sind, wenn Sie anstelle des Kaufs von Einzelwerten über entsprechende Fonds investieren.

Wie Sie NM-Fonds erkennen und richtig beurteilen können

An der deutschen Börse können Sie zwischen gut einem halben Dutzend Investmentfonds wählen, die mehr oder weniger stark im Segment Neue Märkte (Deutschland, Europa, USA) investiert haben.

Erkennen können Sie die Ausrichtung dieser Fonds auf den Neuen Markt aber nicht so ohne weiteres. Denn nur die Hälfte der unten aufgeführten Fonds versteht sich als originärer Neuer-Markt-Fonds und trägt diese Bezeichnung bereits im Namen.

Bei den anderen gibt Ihnen der aus dem Fondsprospekt ersichtliche Anlageschwerpunkt „Small Caps“ (kleine Nebenwerte), „Mid Caps“ (mittlere Werte) oder „Wachstumswerte“ einen Hinweis darauf, dass damit auch die Aktien der Neuen Märkte mit ins Depot aufgenommen werden können. Das Fondsmanagement ist in diesem Fall völlig frei, auch Werte des Neuen Marktes aufzunehmen oder darauf ganz zu verzichten.

Unterschiedlicher Investitionsgrad an den Neuen Märkten macht die Vergleichbarkeit untereinander schwer

Fonds NM-Anteile in % Mögliche Beimischung INVESCO Neue Märkte 97 – UniNeueMärkte 96 NASDAQ/europ. Wachstumswerte A.L.S.A. Neuer Markt 94 – DBIM Euroland SmCap 92 europ. Wachstumswerte DAC-Fonds UI 90 intern. High-Tech, Internet-, Biotechwerte JB Special Germ. St. B 56 Small Caps Deutschland Adiselekt 41 Mid Caps Deutschland

Der unterschiedliche Anteil von Aktien der Neuen Märkte am Fondsvolumen per 31.8.1999 läßt erkennen, wie stark der jeweilige Fonds von der Entwicklung an den Neuen Märkten abhängig ist.

Fonds, die ausschließlich an den Neuen Märkten investieren, sind der INVESCO Neue Märkte und der erst im April 1999 aufgelegte A.L.S.A. Neuer Markt. Der UniNeueMärkte legt zu einem erheblichen Teil auch an der NASDAQ – gewissermaßen dem US-amerikanischen Pendant zu den Neuen Märkten in Europa – und in europäischen Wachstumswerten an, ist zur Zeit aber fast ausschließlich an den Neuen Märkten Deutschlands, der USA und der Niederlande investiert. Der DBIM Euroland Small Cap war zwar zum Stichtag 31. August 1999 zu 42% am deutschen Neuen Markt und zu 50% an den übrigen Neuen Märkten in Europa investiert, hat sich laut Anlagerichtlinien aber nur auf das Segment „europäische Wachstumswerte“ festgelegt.

Was der Neue-Märkte-Anteil eines Fonds für Ihre Auswahl bedeutet

Wie Ihnen die vorangegangene Übersicht zeigt, fällt der Anteil des Fondsvolumens, der gegenwärtig an den Neuen Märkten investiert ist, bei den einzelnen Fonds auch sehr unterschiedlich aus. Die Investitionsquote reicht von 97% beim INVESCO Neue Märkte bis zu 41% beim Adiselekt.

Beachten Sie, daß ein Fonds, der laut Anlagerichtlinien im Fondsprospekt nicht gezwungen ist, überwiegend oder sogar ausschließlich in einem bestimmten Börsensegment wie den Neuen Märkten anzulegen, sehr viel flexibler gemanagt werden und auf neue Entwicklungen reagieren kann.

Umgekehrt wissen Sie bei einem ausschließlich auf dieses Segment festgelegten Fonds immer genau, in welchem Bereich er investiert.

Falls Sie für die von Ihnen vorgesehene Investitionssumme nur einen einzigen Fonds erwerben können oder wollen, sollten Sie daher nur dann einen reinen Neue-Märkte-Fonds wählen, wenn Sie von der besonders positiven Entwicklung dieses Börsenbereichs fest überzeugt sind.

Das Fondsvolumen lässt die strategischen Möglichkeiten des Managements erkennen

Im Fondsvolumen spiegelt sich natürlich auch der Vergangenheitserfolg des jeweiligen Fondsmanagements wider. Je besser ein Fonds in der Vergangenheit abgeschnitten hat, um so eher werden Sie als Anleger auch bereit sein, dem Management Ihr Geld anzuvertrauen.

Hierbei liegt der Ihnen im GB schon häufig empfohlene Julius Bär Special German Stock B mit einem Anlagevolumen von über 760 Mio. Euro vor dem UniNeueMärkte mit 552 Mio. Euro einsam an der Spitze. Allerdings ist der von Kurt Ochner gemanagte Fonds auch bereits seit Mai 1996 am Markt, so dass sich der erst 1 Jahr später aufgelegte DAC- Fonds UI mit einem Anlagevolumen von 340 Mio. Euro sehen lassen kann.

Fondsvolumen der NM-Fonds im Vergleich

Fonds Fondsvolumen in Euro JB Special Germ. St. B 764 UniNeueMärkte 552 DBIM Euroland SmCap 411 DAC-Fonds UI 340 A.L.S.A. 287 Adiselekt 127 INVESCO Neue Märkte 105

Ein großes Fondsvolumen gibt dem Management erhebliche Möglichkeiten, strategisch geschickt an den Märkten zu agieren. Weil es sich bei den Schwerpunkten dieser Fonds in der Regel um Werte handelt, die im Vergleich zu den Blue Chips der Börse weitaus geringere durchschnittliche Tagesumsätze aufweisen, kann das Fondsmanagement auch einen starken Einfluss auf die Entwicklung bestimmter Werte ausüben. Das kann für Sie als Anleger in solchen Fonds aber nur von Vorteil sein.

Allerdings birgt ein zu großes Volumen, wie es zum Teil aufgrund der besonders guten Performance des jeweiligen Fonds zustande kommt, auch eine Gefahr in sich. Bei stark zufließenden Geldern ist der Manager auch dann zu Investments gezwungen, wenn er bereits seine liebe Not hat, aussichtsreiche Aktien mit erheblichem Kurspotential im Small-Cap-Bereich ausfindig zu machen. Auch aus diesem Grund sollten Sie sich darauf einstellen, dass mit dem wachsenden Anlagevolumen am Neuen Markt die Kurse aufgrund der vorhandenen Liquidität zuweilen künstlich in die Höhe getrieben werden.

Wie Sie die richtige Auswahl treffen

Natürlich sollten Sie Ihre Fondsauswahl vor allem an der zu erwartenden Performance orientieren. Die können Sie einerseits aus der Vergangenheitsentwicklung des Fonds, aus der strategischen Ausrichtung, den Anlagerichtlinien und den bisherigen Leistungen und Erfahrungen des Fondsmanagements entnehmen. Andererseits müssen Sie sich immer auch eine Meinung zu den aktuellen Kurschancen an den Neuen Märkten bilden.

Outperformance der NM-Fonds: Alle Fonds haben den Index in der Vergangenheit haushoch geschlagen

Wertentwicklung 1.1. bis 24.9. 1999 in % Neuer-Markt-Index 0,0 2,6 MDAX 3,6 DAX 17,4 DBIM Euroland SmCap 24,3 Adiselekt 25,9 INVESCO Neue Märkte 32,3 UniNeueMärkte 38,2 DAC-Fonds UI 52,9 JB Spezial St. B 0 10 20 30 40 50 60

Das bessere Abschneiden aller Neue-Märkte-Fonds im Vergleich zum Index macht die Vorteile eines aktiven Fondsmanagements deutlich.

JB Special German St. B: der beste Fonds seiner Klasse

Der nach wie vor interessanteste Fonds dieser Klasse ist der Julius Bär Special German St. B.

Er weist im bisherigen Jahresverlauf unter allen ausgewählten Fonds mit einem Wertzuwachs von 52,9% nicht nur die höchste Performance auf, sondern schlägt seit April 1999 den hier als Vergleichsmaßstab (Benchmark) herangezogenen Neuen-Markt-Index deutlich. Seit der Emission 1996 weist der Fonds zum 31.8.1999 eine Gesamtperformance von 383% auf.

Auch im 12-Monats-Vergleich schneidet der Fonds besser ab als der Index. Während der Index „nur“ um 50 auf 150% zulegte, konnte sich der Fondspreis in diesem Zeitraum um 100 auf 200% sogar verdoppeln.

JB Special German Stock B: Outperformer-Fonds für deutsche Small Caps

Die Abbildung zeigt: Während der NM-Index seit Ende Februar nach unten tendiert, kannte der Fonds bis Mitte Juli nur die Richtung nach oben. Zum Stichtag 27.9.99 schlägt er den Index um 50 %-Punkte.

Das Besondere dabei ist, dass das Fondsmanagement diese Outperformance gegenüber dem Index mit einem vergleichsweise geringen Anteil von Aktien an den neuen Märkten erreicht. Daher ist er den dort üblichen Kursschwankungen weit weniger stark ausgesetzt als die meisten der anderen mit einem sehr viel höheren Anteil agierenden Fonds.

Ein weiterer Vorteil dieses Fonds liegt für Sie darin, daß das Management bei seinen Überlegungen die Währungsentwicklung zwischen Dollar und Euro außer acht lassen kann, da der Fonds ausschließlich in deutsche Spezialwerte, also in Aktien des Euroraums, investiert. Sollte der Dollar, wovon ich in nächster Zeit ausgehe, weiter zur Schwäche neigen, kann diese Entwicklung die Performance des Fonds also nicht negativ beeinflussen. Umgekehrt profitiert der Fonds allerdings auch nicht davon, wenn der Dollar gegenüber dem Euro wieder an Stärke gewinnt.

Die Schwerpunkte des Fonds bilden derzeit die Bereiche Elektronik, Dienstleistungen, Grafik und Verlagswesen. Darauf waren Ende August über 60% des Anlagekapitals konzentriert.

Die größten Positionen waren dabei die Aktien von Medion (9%), Axel Springer Verlag (6%), TV Merchandising (6%), CE Consumer Electronic (5%) und RTV Family Entertainment (4%).

Insgesamt konzentriert sich der Fondsmanager Ochner auf Aktien von klein- und mittelkapitalisierten deutschen Unternehmen. Diese werden nach strengen fundamentalen Kriterien ausgesucht, wobei Ochner darauf Wert legt, einen möglichst engen Kontakt zum Firmenmanagement aufzubauen, und nur solche Aktien ins Depot aufnimmt, deren Firmen er vor Ort auch selbst in Augenschein genommen hat.

DAC-Fonds UI: Outperformance mit High-Tech-, Internet- und Biotechnologie-Werten

Nicht ganz so spektakulär, aber im Vergleich zur übrigen Börsenentwicklung äußerst erfolgreich schnitt der von Bernd Förtsch gemanagte DAC-Fonds UI im bisherigen Jahresverlauf ab. Mit einem Wertzuwachs von 38,2% bis zum 24.9.1999 schlug er den zu diesem Zeitpunkt wieder auf dem Jahresanfangsniveau angekommenen NM-Index daher ebenfalls deutlich.

DAC-Fonds UI: ab Frühjahr 1999 deutlich besser als der Neue Markt

Auch der DAC-Fonds UI hat im 12-Monats-Vergleich den Index erst seit dem Frühjahr 1999 geschlagen und dann deutlich hinter sich gelassen.

Im zurückliegenden 12-Monats-Vergleich überrundet der Fonds den Index ähnlich wie der Julius-Bär-Fonds. Und auch hier zeigt sich, daß dem Fondsmanager diese Outperformance erst seit Frühjahr 1999 gelingt. Wenn Sie die Entwicklung der beiden Fonds seit dem 1.1.1998 bis zum 24. 8. 1999 betrachten, schneidet dieser Fonds mit einer Performance von 229% gegenüber dem Julius-Bär-Fonds mit 181% sogar noch weit besser ab.

Der agile Fondsmanager konzentriert sich dabei aber nicht nur auf Werte am deutschen Neuen Markt, sondern engagiert sich sehr stark bei US-amerikanischen Aktien, die überwiegend an der NASDAQ gehandelt werden. Dabei gilt sein Interesse besonders den Aktien aus dem Bereich der Hochtechnologie, der Computerbranche, des Internets und der Biotechnologie.

Aufgrund des sehr aktiven Managementstils wird das Depot fast täglich verändert, so daß gegenwärtige Schwergewichte

schon in einigen Tagen überholt sein können. So hat Bernd Förtsch im Zuge der Talfahrt am deutschen Neuen Markt diese Aktien in seinem Portfolio inzwischen konsequent abgebaut und investierte darin bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe nur noch einen Depotanteil von gut 15%. Etwa 40% des Depotvolumens waren zu diesem Zeitpunkt im Computer- und Internetbereich angesiedelt, 20% im Bereich Biotechnologie.

Die 5 größten Werte waren Mitte September CMGI (6%), Internet Initiativ Ja. (5%), BB Biotech (4%), Biogen (4%) und Sunmicrosystems (3%). Ende September waren aber auch schon wieder Yahoo mit 4% und Amazon.com mit 3% mit von der Partie.

Wenn Sie die beiden Charts auf den vorangegangenen Seiten miteinander vergleichen, werden Sie leicht feststellen, daß diese Ausrichtung zu einer größeren Kursschwankungsbreite des Fonds im Verhältnis zum Julius-Bär-Fonds führt. Da Sie die Kursschwankungsbreite aber auch als ein Maß für die Höhe des kurzfristigen Risikos eines Fonds ansehen können, fahren Sie als risikobewusster Anleger mit dem Julius-Bär-Fonds ein wenig besser als mit dem DAC-Fonds.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtig erheblichen Unsicherheiten und der teilweise starken Überbewertung eines Großteils der Aktien an der NASDAQ sind Sie gegen kräftig nachgebende Kurse in diesem Bereich und beim Fonds nur einigermaßen geschützt, wenn der Fondsmanager sich seine bisher glückliche Hand und sein schnelles Reaktionsvermögen auch in der Zukunft bewahrt.

UniNeueMärkte: erst jetzt besser als der Index

Mit einem Anteil von zur Zeit 97% ist der UniNeueMärkte ähnlich stark im Bereich der Neuen Märkte positioniert wie der DAC-Fonds. Der Fonds wurde erst vor einem Jahr aufgelegt, konnte hinsichtlich seiner Performance im zurückliegenden 12-Monats-Zeitraum den Neuen-Markt-Index aber erst seit Mitte September schlagen. Obwohl der Fonds seit Anfang Januar bis heute den Neuen-Markt-Index mit über 32% outperformt hat, gelang ihm eine solche Outperformance im 12-Monats-Anlagezeitraum also erst in den letzten Wochen.

Sie sehen daran, daß es bei einem Vergleich zwischen einem Fonds oder einer Aktie und einem Index sehr darauf ankommt, zu welchem Zeitpunkt Sie als Anleger in den jeweiligen Wert eingestiegen sind. Es ist so gut wie fast immer möglich, kurzfristige Anlageperioden zu finden, in denen der eine gegenüber dem anderen Index besser abschneidet, weil es eine nahezu parallele Entwicklung in der Praxis allenfalls bei reinen Indexfonds oder -Zertifikaten geben kann.

Etwa die Hälfte des Fondsvolumens ist am deutschen Neuen Markt, die übrige überwiegend an der NASDAQ angelegt. Die größten deutschen Positionen waren Ende September EM-TV, Infomatec und Intershop mit jeweils ungefähr 3%. In Amerika waren es mit ebenfalls etwa 3% die Aktien von Cisco Systems und Ebay.

Auf welche Fonds Sie mit welchen Anteilen an Ihrem Depot setzen sollten

Einzelheiten zu den übrigen hier angeführten Fonds mit hohem Anteil im Bereich der Neuen Märkte entnehmen Sie der Übersicht auf der nächsten Seite.

Je nach Ihrer persönlichen Risikoneigung sollten Sie Neue- Märkte-Fonds als Alternative für ein Direktinvestment an diesen Märkten mit höchstens 20% Ihres Depotvermögens ansetzen. Dies rate ich aber nur denjenigen unter Ihnen, die sich als spekulativ eingestellte Anleger verstehen und mit hohen Kursschwankungen leben können. Falls Sie zu den risikobewusst eingestellten Anlegern gehören, sollten Sie lediglich etwa 10% Ihres Depotvermögens in solchen Fonds anlegen. Einem sicherheitsorientierten Anleger rate ich sogar völlig davon ab, hier zu investieren. Nur wenn er von vornherein einen Anlagezeitraum von mehr als 5 Jahren dafür vorsehen kann und auch in der Lage ist, erhebliche zwischenzeitliche Kursrückschläge psychisch zu verkraften, kann er maximal 5% seines Depots mit solchen Fonds bestücken.

Für Sie ausgesucht:7 Fonds,die stark in Aktien der Neuen Märkte investieren

Fonds WPK NM- max. aufge- PerforAnteil AA legt mance Infoin %* in % am 1.1.-24.9.99 Telefon JB Special Germ. St. B 986012 56 5,0 01.05.96 52,9 0041/12875171 DAC-Fonds UI 978172 80 4,0 21.04.97 38,2 099221/905191 UniNeueMärkte 988567 96 3,0 15.09.98 32,3 069/25670 INVESCO Neue Märkte 978409 97 5,0 01.12.98 25,9 069/29807800 Adiselekt 976956 41 5,0 01.09.97 24,3 089/46268525 DBIM Euroland SmCap 988009 91 4,0 20.04.98 17,4 00352/42101861 A.L.S.A. Neuer Markt 989958 94 2,5 15.04.99 6,4 089/46268525

Aus diesen 7 Fonds können Sie derzeit wählen, wenn Sie sich an den Neuen Märkten engagieren wollen. Statt auf einen einzelnen sollten Sie aber auch hier auf mehrere Fonds setzen, um Ihre Chancen und Risiken zu verteilen.

Was die Auswahl selbst angeht, rate ich Ihnen, auch hierbei nicht alles auf eine Karte zu setzen. Wenn Sie genügend Anlagekapital zur Verfügung haben, legen Sie 2/4 im Julius- Bär-Fonds, ¼ im DAC-Fonds und das letzte Viertel in einem der anderen in der Übersicht genannten Fonds an.

Mit einem Teil Ihres dafür vorgesehenen Geldes können Sie unabhängig von der jeweiligen Börsenentwicklung zu jedem Zeitpunkt einsteigen. Je nach der gegebenen Marktlage bei Erhalt dieser GB-Ausgabe kann dieser Teil bis zu 50% der vorgesehenen Investitionssumme reichen. Wenn die Kurse bis dahin ganz kräftig heruntergekommen sein sollten, können Sie sofort auch mehr investieren. Rein theoretisch kann es beim Neuen-Markt-Index vom derzeitigen Stand um 2.700 Punkte auch noch um 20% heruntergehen. Auf einem solchen Niveau bieten Ihnen alle Fonds dann aber auch erhebliche Chancen für eine kräftige Erholung.

Checkliste: Was Sie bei der Anlage in NMFonds unbedingt beachten sollten

  • Machen Sie sich klar, daß eine Investition in Aktien der Neuen Märkte im Vergleich zum Kauf von Blue Chips immer mit höheren Chancen, aber auch Verlustrisiken verbunden ist.

  • Bedenken Sie, daß Sie mit einer Anlage in NM-Fonds zwar geringere Risiken eingehen als mit einem Einzelinvestment, diese Fonds aber im Vergleich zu den am breiten Markt anlegenden Aktienfonds erheblich höhere Schwankungsbreiten haben.

  • Legen Sie immer nur einen Teil Ihres Depotvermögens in diesem Spezialbereich an, und orientieren Sie sich dabei an den Ihnen in diesem Beitrag genannten, je nach Anlegertyp unterschiedlichen Grenzen.

  • Setzen Sie beim Einstieg in NM-Fonds nicht alles auf eine Karte, sondern wählen Sie mindestens 2 bis 3 Fonds aus, um Ihre Risiken weiter zu streuen.

  • Orientieren Sie sich beim Einstieg in diesem Herbst an einer Bandbreite des NM-Indexes zwischen 2.400 und 2.800 Punkten, und stimmen Sie darauf Ihren schrittweisen Einstieg ab.

  • Behalten Sie nach Ihrem Einstieg die weitere Entwicklung im Auge, aber reagieren Sie nicht auf jede größere Kursschwankung.

  • Rechnen Sie nicht mit jährlichen Zuwachsraten Ihrer NM-Fonds von 50 oder mehr %, sondern mit durchschnittlichen langfristigen Kurschancen von höchstens um 20%.

30. August 1999

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Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.

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