Wie Tesla BMW, Daimler und VW ärgern könnte

Im November des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der US-amerikanische Elektro-Autobauer Tesla den deutschen Mittelständler Grohmann übernehmen will.

Und im Januar dieses Jahres wurde die Übernahme dann schließlich auch abgeschlossen.

Grohmann ist ein auf Anlagen für automatisierte Produktion spezialisierter Maschinenbauer, der bis dato z. B. auch für die deutschen Autobauer BMW, Daimler und VW tätig ist.

BMW und VW zählten bisher sogar zu den wichtigsten Abnehmern von Grohmann.

Grohmann soll nur noch für Tesla tätig sein

Doch geht es nach dem neuen Grohmann-Eigentümer Tesla, soll der Betrieb zukünftig nur noch für Tesla tätig sein.

Gegenüber der Nachrichten-Agentur Reuters äußerte sich ein BMW-Sprecher dazu wie folgt:

„Wir gehen davon aus, dass die Firma Grohmann auch in Zukunft ihre vertraglichen Verpflichtungen uns gegenüber erfüllt.“ – Ob es dazu kommt, ist jedoch fraglich.

Zwar teilte Tesla mit, man stehe bereits seit Wochen mit allen Kunden des kürzlich übernommenen Maschinenbauers Grohmann in Kontakt über die Pläne sich künftig auf Tesla-Projekte zu konzentrieren.

Und es hieß, Tesla sei auf dem Weg sich mit allen Betroffenen individuell zu einigen.

Doch nach einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ habe Grohmann die Arbeit für seine deutschen Kunden eingestellt ohne diese darüber in Kenntnis zu setzen.

Grohmann-Betriebsrats-Chef Uwe Herzig soll gesagt haben, dass die Arbeitsbelastung durch neue Projekte so groß sei, dass seit einigen Wochen nur noch für Tesla gearbeitet werde.

Dazu passt auch, dass die Gewerkschaft IG Metall bereits in der vergangenen Woche zu erkennen gegeben hat, dass Grohmann aufgrund der Aufträge von Tesla nicht mehr für seine bisherigen Kunden produzieren könne.

Darüber sei die Belegschaft bei einer Betriebsversammlung informiert worden, hieß es.

Es bleibt also abzuwarten, ob Grohmann tatsächlich noch dazu kommen wird die bestehenden Aufträge von BMW, VW und Daimler abzuarbeiten.

So oder so könnte ein anderer deutscher Mittelständler aber zu den großen Profiteuren der Entwicklungen bei Grohmann zählen. Es handelt sich dabei um die Aumann AG.

MBB-Tochter Aumann könnte profitieren…

Die Aumann AG ist eine erst kürzlich an die Börse gegangene Tochter der mittelständischen Beteiligungs-Gesellschaft MBB.

Aumann ist in gewissen Teilbereichen ein Konkurrent von Grohmann.

Und der Konzern könnte womöglich zukünftig einige der Aufträge der deutschen Autobauer BMW, Daimler und VW annehmen, die Grohmann wohl nicht mehr bedient.

Weitere Informationen zur Aumann-Mutter MBB erhalten Sie in meinem Börsendienst „Mittelstands-Depot“.

…und damit auch Sie

Eines kann ich Ihnen an dieser Stelle jedoch schon verraten: Ich rechne fest damit, dass es bei dem bisherigen Gewinn mit MBB von +340% in nur etwas mehr als 2 Jahren nicht bleiben wird.

8. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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