Wie weit kann der DAX noch fallen?

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

600 Punkte Verlust nach dem Allzeithoch - jetzt sind die Bären am Drücker. Wie tief kann der DAX noch rutschen. Wir schauen auf den Tages- und Wochenchart. (Foto: Deutsche Börse AG)

Erinnern Sie sich noch daran, wo der DAX letzten Freitag abrechnete? Bei 13.560 Punkten – zuvor gab es das neue Allzeithoch. Aktuell notieren wir fast 600 Punkte niedriger und vielleicht geht es noch weiter. Wie viel, das ist die Frage!

Um ein besseres Bild zu bekommen, schauen wir uns den DAX in unterschiedlichen Zeitebenen an. Das sollte uns ein klare Idee geben, wohin die Reise noch gehen kann.

DAX Tageschart Analyse

Heute und am Montag ging es ordentlich bergab. Besonders dramatisch: Gestern haben wir den Tag unter den Kursen des Jahresanfangs (pinke Linie) geschlossen. Das ist definitiv ein negatives Signal.

Der Supertrend wurde am Montag mit dem Gap auch nach unten gebrochen. Die EMA-50 und die Kurse zum Jahresstart liegen im selben Bereich. Unter beiden notieren wir jetzt. Tendenziell geht es also weiter abwärts.

Es muss aber nicht mehr weit nach unten gehen, wenn die Tiefpunkte aus Dezember und Januar genug Kaufkraft generieren können. Das ist etwa in dem Bereich wo das 38er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung liegt, bei 12.970 Punkten. Natürlich, wenn es ganz schlecht läuft, gibt es ein weiteres Gap über das Wochenende und der DAX springt weiter nach unten und unter die 13.000. Dort hat er sich bereits im Oktober die Zähne ausgebissen und somit gibt es entweder Widerstand oder ein Gap. Zumindest lief es in der jüngeren Vergangenheit beim DAX so.

Bei derzeit 12.637 Punkten verläuft die grüne EMA-200. Die gewichtete 200-Tagelinie diente bereits im Oktober als Unterstützung. Nehmen Sie da aber die Punkte nicht zu genau. Wie Sie Anfang Oktober sehen, notierten wir einige Mal etwas darunter. Ein bisschen Puffer muss also eingerechnet werden.

DAX Wochenchart Analyse

Hier sehen die deutlich rote Wochenkerze. Alle paar Monate gibt der DAX einmal deutlich nach in einer Woche. Das sehen Sie auch im vergangen Jahr im Chart. Die Tiefs der letzten Wochen sollten jetzt nicht unterschritten werden.

Der Supertrend verläuft derzeit fast identisch mit der EMA-50 auf Wochensicht. Im Bereich zwischen 12.560 und 12.590 Punkten könnte der DAX also spätestens aufgefangen werden. Das letzte wichtige Tief im Wochenchart liegt bei 12.886 Punkten laut Xetra. Wenn diese Bastion fällt, sind also noch einmal 300 Punkte weniger realistisch.

Der mögliche DAX-Fahrplan für den Februar

Gehen wir einmal nicht davon aus, dass wir in den nächsten Wochen ein neues Allzeithoch sehen. Tendenziell haben die roten Kerzen jetzt die Macht. Es gibt direkt in der unmittelbaren DAX-Notierung schon gute Umkehrmöglichkeiten.

Während ich Ihnen diese Zeilen schreibe, ist der DAX nämlich schon unter 13.000 Punkte gefallen. Optimisten sehen das als gutes Zeichen. Denn: Alle Positionen, die unter 13.000 Punkte ein Stoploss hatten, wurden damit jetzt schon abgerechnet. Das Gap – falls es eines gibt – könnte also kleiner ausfallen.

Aber machen wir uns nichts vor. Über 600 Punkte Verlust nach dem Allzeithoch sind selten ein gutes Zeichen. Es kann durchaus sein, dass wir jetzt schon einen übergeordneten Trendwechsel erleben und der DAX kein rosiges Jahr zeigen wird. Vielleicht ist es aber auch nur der Coronavirus. Und wenn sich die Lage dort entspannt und die Anzahl der neuen Infektionen nicht mehr parabolisch ansteigt, können wir schon bald wieder steigende Kurse sehen. Das würde auch zur Charttechnik wie oben beschrieben passt. Die Umkehrmarken sind in Sichtweite.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.