Wie weit kann Gold dieses Jahr noch steigen?

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Das Ziel sind die 2.000 oder sogar 3.000 US-Dollar. Doch wann haben wir die denn endlich erreicht? Nimmt Gold einfach nur Anlauf? Das sagen Chart und Saisonalität. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

„Wieso steigen?“ werden Sie sich vielleicht fragen. Gold ist doch gerade in einem Abwärtstrendkanal. Dieser wurde noch nicht geknackt und es gibt keinen Grund von steigenden Kursen auszugehen.

Das ist korrekt – zum Teil. Denn Gold baut gerade eine sogenannte Bullenflagge. Die Kurse laufen dabei im einem Kanal nach unten, nur um danach nach oben auszubrechen. Dasselbe Bild hatten wir bereits im Frühjahr diesen Jahres.

Damals rutschte Gold auch in einem Kanal nach unten, wenngleich der nicht ganz so steil verlief. Ein Ausbruch aus dem Kanal war damals der Startschuss für eine gewaltige Rallye! Um 23 Prozent stieg der Goldpreis an. Das waren fast 300 US-Dollar!

Gold Chartanalyse Ende 2019

Kann sich die Geschichte wiederholen? Wenn Gold das aktuelle Tief im Bereich um 1.450 bis 1.460 US-Dollar ausbildet, kann der Preis danach wieder durchstarten.

Wiederholt sich die grüne Spielwiese für die Goldbullen, können wir noch einmal knapp 300 US-Dollar auf den Preis von 1.450 US-Dollar addieren. Damit kämen wir auf 1.750 US-Dollar, wenn Gold dieselbe Strecke noch einmal zurücklegt. Das wäre doch ein schöner Ausklang zum Jahresende. Aus Sicht der Charttechnik ist es möglich.

Was sagt die Saisonalität zum Goldpreis?

Wenn Sie sich den üblichen Verlauf der Kurse zum Jahresende anschauen, sehen die vergangenen 10 Jahre beim Gold sehr schwach aus. Im Durchschnitt hat der Goldpreis im November und Dezember fast 2 Prozent verloren!

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Was dieser Chart nicht verrät: Es gab 5 positive und 5 negative Varianten. Wenn das Gold in den letzten 2 Monaten des Jahres anstieg, war das Plus im Durchschnitt bei 3,14 Prozent. Verlor der Goldpreis dagegen zwischen November und Dezember, ging es im Mittel 6,73 Prozent nach unten.

Laut Saisonalität sind wir also weit entfernt von einem erneuten 300 US-Dollar-Sprung. Selbst in den positiven Jahren konnte Gold maximal um 66,90 US-Dollar zulegen.

Für die Fans von Statistik: Die besten Jahre in diesem Zeitfenster waren für Gold 2005 und 2008. Und das ist, wenn wir die letzten 51 Jahre betrachten! Damals stiegen die Kurse in den letzten zwei Monaten des Jahres um 19,35 bzw. 21,22 Prozent. Es kommt also definitiv sehr selten vor. Sehen wir eine dritte Ausnahmerallye in 52 Jahren? Laut Charttechnik ist es möglich, laut Saisonalität ist die Chance eher gering.

Spannend wir es auf jeden Fall, wenn Gold aus dem Trendkanal ausbricht. Sobald wir also wieder Kurs nördlich der 1.500 US-Dollar haben, können wir die Positionen aufstocken. Über 1.550 US-Dollar erst recht. Das kann auch erst im Jahr 2020 passieren – wir müssen einfach abwarten und hoffen, dass der Anstieg nicht sofort verpufft.

Die 2.000 oder sogar 3.000 US-Dollar sind laut einigen Fondsmanager in den nächsten Jahren möglich. Für Anleger entpuppt sich das aber gerne als Marathon. Durchhalten ist die Devise!


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.