Wie wird das Börsenjahr 2018?

Um einen Ausblick auf 2018 zu wagen, wählt unser Börsen-Experte Andreas Sommer in diesem Beitrag einmal einen eher unüblichen Ansatz: (Foto: Deutsche Börse AG)

Das Jahr 2017 neigt sich unwiderstehlich dem Ende zu. In Deutschland wird ab morgen noch 6x gehandelt.

An der Wall Street gibt es 1 Handelstag mehr, da die Börsen auch am 2. Weihnachtstag geöffnet sind.

Wird 2018 mit 2017 mithalten können?

Daher machen sich viele Anleger bereits Gedanken darüber, wie denn wohl das Börsenjahr 2018 werden könnte. Wird es ähnlich gut werden wie das gerade auslaufende?

Wenn nicht noch überraschend größeres Unheil geschieht (wovon ich nicht ausgehe), dann war 2017 in der Tat ein gutes Börsenjahr:

  • DAX: +16,0%
  • ATX (Österreich): +30,1%
  • SMI (Schweiz): +15,0%
  • Dow Jones (USA): +25,5%
  • S&P 500 (USA): +20,2%
  • Nasdaq Composite (USA): +29,9%

Gut, die Resultate für die Wall Street gelten nur für US-Anleger.

Mit Euro arbeitende Investoren müssen von den US-Renditen 12 Prozentpunkte abziehen, die der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn an Wert verloren hat.

Seit 4 Jahren fast nur bergauf

Wenn wir noch etwas weiter zurückblicken, dann sehen die Resultate noch besser aus:

  • Der DAX legte in den Jahren 2014 bis 2016 so zu: +2,7% / +9,6% / +6,9%
  • Der S&P 500 bewegte sich im selben Zeitraum wie folgt: +12,5% / -1,7% / +9,5%
  • Hier noch die währungsbereinigten Werte: +27,8% / +9,5% / +13,1%.

Daraus folgt: Das inzwischen erreichte Kursniveau ist insbesondere an der Wall Street inzwischen recht anspruchsvoll.

Daher war, wie Sie wissen, auch ich seit Mitte Oktober zunehmend vorsichtiger bzgl. der weiteren Entwicklung geworden.

Eine nennenswerte Korrektur an der Wall Street haben indes bestenfalls die Indizes der Nasdaq vollzogen.

Inzwischen erreichen die US-Indizes aber unisono schon wieder täglich neue Rekordmarken.

Die Stimmung wird immer euphorischer

Dabei können wir durchaus eine gewisse Euphorie konstatieren. Diese zunehmende Unbeschwertheit der Marktteilnehmer zeigt uns am besten der nachfolgende Chart:

spx_19-12-2017

S&P 500: Die Investoren werden immer überschwänglicher.

Sie sehen hier den Wochen-Chart des S&P 500 seit 2014 (also in dem oben betrachteten Zeitraum) und im unteren Teil die wöchentlichen Kursveränderungen.

Dabei fällt auf: Seit dem höchsten wöchentlichen Rückgang um -6,0% – in 4 Jahren! – sind fast 2 Jahre ins Land gezogen.

Der größte Wochenverlust in den vergangenen 24 Monaten betrug -2,4% (September 2016).

Noch aussagekräftiger sind jedoch die Schwankungsbreiten. Ich habe die Phasen seit 2014 einmal durch farbige Rechtecke aufgeteilt.

Wie Sie sehen, schwankte der S&P 500 in den letzten 2 Jahren immer weniger: In 2016 lagen die höchsten Ausschläge bei -2,4% und +3,8%, in 2017 waren es -1,44% und +1,57%.

Das heißt übersetzt: Die Marktteilnehmer haben in den vergangenen 2 Jahren „gelernt“, dass es keine größeren Kurs-Einbrüche mehr gibt.

Und daher wird jeder kleinere Rückschlag umgehend zum Neueinstieg genutzt. Darin liegt durchaus eine gewisse Gefahr für 2018.

Denn Sie wissen ja: Die Börse macht nie das, was die Marktmehrheit erwartet. Und derzeit rechnet kaum noch jemand mit größeren Rückschlägen…

Fortsetzung folgt…

Dazu werde ich Ihnen morgen eine interessante Episode zeigen. Lassen Sie sich überraschen!

Und wir werden natürlich weiterhin der Frage nachgehen, was uns das Börsenjahr 2018 bringen könnte.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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