Wiederholt sich 2007 an den Aktienmärkten?

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Diesmal ist alles anders: Das sind die berühmten teuren Worte an der Börse. Aber haben FED und Politik wirklich einen Plan B in der Schublade. Kommt ein neues 2007? (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Morgen gibt die FED erneut ihren Zinsentscheid bekannt. Die Tendenz ist derzeit, dass es 25 oder 50 Punkte nach unten gehen wird. Das sollte die Märkte positiv stimmen. Nicht selten steigen die Kurse in den 24 Stunden vor der FED-Sitzung.

Doch es gibt andere Anzeichen, warum die Märkte sich nicht zu früh freuen sollten. Wir haben unglaublich viele Parallelen zu 2007 und dessen Crash. Die Invertierung der Zinskurse gab damals es damals auch. Die FED war auch gerade dabei die Zinsen zu senken und das, obwohl die Kurse an den Allzeithochs standen. Diese wurden noch kurz geknackt und dann ging es steil abwärts.

Heute stehen wir zumindest in den USA auch wieder kurz vor den Allzeithochs. Die Zinskurve ist invertiert – das bedeutet, kurzlaufende Anleihen bringen mehr Zinsen als langlaufende. Die Rezession ist in vielen Teilen immer offensichtlicher. 2007 sprach Ben Bernanke davon, dass es keine Rezession geben werde. Die identischen Stimmen gab es in diesen Tagen auch von seinem Nachfolger Jerome Powell.

Diesmal ist alles anders: Das sind die berühmten teuren Worte an der Börse. Aber haben FED und Politik wirklich einen Plan B in der Schublade. Kommt ein neues 2007?

Wird diesmal alles anders?

Die Geschichte wiederholt sich offensichtlich – immerhin bis zum aktuellen Zeitpunkt. Niemand weiß, was in den kommenden 6 bis 9 Monaten passiert. Gerade kocht der Iran-Konflikt wieder auf. Wenn es einen Krieg gibt, wird die Rezession nebensächlich. Krieg bedeutet offenbar auch oft auch Wiederwahl des Präsidenten. Das nur am Rande.

DAX dreht nach unten

Ist das jetzt die besprochene Wende? Der DAX hat Freitag fast die 12.500 Punkte erreicht und notiert heute bereits mehr als 100 Punkte niedriger. Eingezeichnet im Chart sehen Sie mögliche Ziele für die jetzt eventuell kommende Konsolidierung.

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Die grüne Linie ist die gewichtete 200-Tagelinie. Diese verläuft aktuell bei 11.959 Punkten, Tendenz leicht steigend. Eine erste Ziellinie wäre das 38er Retracement bei 12.027. In einigen Tagen könnte die EMA 200 auch dort liegen. Wenn der DAX also eher gemütlich fällt, könnten die beiden Punkte sich gegenseitig unterstützen.

Ein durchaus realistisches Ziel – sollte es unter die 12.000 gehen – liegt dann bei 11.880 Punkten. Das war bereits im Chart sichtbar eine wichtige und umkämpfte Marke. Gut möglich, dass hier noch einige Marktteilnehmer offene Positionen haben.

Das 62er Retracement bei 11.736 Punkten hat ebenfalls ein paar Tageskerzen, die diesen Bereich als Widerstand hatten. Das war auf dem Weg nach oben. Entscheidend wird jetzt, ob sie noch genug Anziehungskraft ausstrahlen, dass die Kurse – vielleicht sogar noch im September – bis auf diesen Kurs fallen können.

Gold stagniert

Der Goldpreis liegt heute bei genau 1.500 US-Dollar. Die Krise in Saudi-Arabien konnte diese Kurse etwas nach oben ziehen, aber nicht nachhaltig. Das Mehrjahreshoch bei 1.550 US-Dollar ist immer noch weit entfernt. Ich bleibe kurzfristig eher pessimistisch, gerade weil Gold durch die aktuelle Situation nicht weiter nach oben gesprungen ist.

Rohöl ist heute auch schon wieder um knapp 5 Prozent gefallen. Offensichtlich hat sich die Panik schon ein wenig beruhigt. Inwieweit das auch für die nächsten Tage und Wochen gilt, können wir jetzt natürlich noch nicht sagen. Der Wert bleibt sicherlich erst einmal volatil.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.