Wienerberger will mehr ausschütten

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Die österreichische Wienerberger ändert seine Ausschüttungspolitik. Das kommt an der Börse gut an. Die Aktie nähert sich ihrem Jahreshoch. (Foto: Wiener Börse AG)

Der österreichische Baustoffhersteller Wienerberger ändert seine Ausschüttungspolitik. Zukünftig will das Unternehmen 20% bis 40 % des freien Cashflow an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufe ausschütten. Dies hat der Vorstand während des alljährlichen Kapitalmarkttages angekündigt. In der Vergangenheit wurde das Ausschüttungsziel ausgegeben, 10% bis 30 % des freien Mittelzuflusses nach Abzug der Kosten für das Hybridkapital an die Aktionäre zurückzugeben. Der Aktie haben die Ankündigungen gut getan, sie nähert sich ihrem Jahreshöchststand an.

Führender Ziegelproduzent der Welt

Mit über 16.000 Mitarbeitern und 195 Werken in 30 Ländern ist die 1819 in Wien gegründete Wienerberger AG der führende Ziegelhersteller der Welt. Bei Tondachziegeln ist Wienerberger die Nummer eins in Europa, bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen in Europa hat Wienerberger nach eigenen Angaben eine führende Marktstellung inne.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen bei Umsätzen von 3,3 Milliarden Euro freie Cashflows in Höhe von 236 Millionen Euro. Der Großteil davon, nämlich 159 Millionen Euro, kam für Wachstumsinvestitionen zum Einsatz. Der verbleibende Rest wurde für Dividendenzahlungen (35 Millionen Euro), Aktienrückkäufe (45 Millionen Euro) und die Bezahlung des Kupons für die Hybridanleihe (14 Millionen Euro) verwendet.

Wertschaffendes Wachstum

Um die zukünftige Unternehmensstrategie umzusetzen ist vorgesehen, den Fokus auf „wertschaffende Wachstumsprojekte“ zu legen. Darunter versteht der Vorstand explizit auch die Übernahme von Wettbewerbern oder Zulieferern, denn schließlich bietet die Bilanzstruktur nach eigenen Worten genügend Spielraum für Akquisition.

Doch auch sonst scheint es bei Wienerberger gut zu laufen. Explizit werden Fortschritte in der Transformation des Produkt- und Dienstleistungsportfolios genannt. Hier wurde das Ziel ausgegeben, den Anteil hochwertiger Produkte und smarter Lösungen zu steigern und dadurch die digitale Transformation, die auch im Bau Einzug gehalten hat, maßgeblich mitzugestalten.

Ehrgeizige Ziele

Konkretisiert wurden auf dem Kapitalmarkttag auch die Erwartungen für die Investitionen. Instandhaltungsinvestitionen werden für 2019 auf rund 135 Millionen Euro angesetzt, Wachstumsinvestitionen zur Stärkung der Performance und der strategischen Entwicklung auf rund 120 Millionen Euro. Darin sind Angabe gemäß auch Investitionen in Kapazitätserweiterungen, Optimierungs- und Digitalisierungsprojekte sowie Forschung und Entwicklung enthalten.

Wenig verwunderlich also, dass die Aktie des Ziegelherstellers gestern ihre Aufwärtsbewegung der Vormonate fortsetzen konnte. Zumal auch auf der Passivseite der Bilanz erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. So soll das Unternehmen bei der im nächsten Jahr fälligen Unternehmensanleihe und der im Jahr 2021 kündbaren Hybridanleihe, beide vergleichsweise hochverzinslich, große Möglichkeiten für eine Kostensenkung hat. Schön, wenn ein Unternehmen noch über solche Möglichkeiten verfügt, die Ertragslage zu verbessern: Ein klares Zeichen von Stärke.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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