Willkommen in der Europäischen Schuldenunion

Derzeit sorgt Griechenland für die großen Schlagzeilen Eurozone. Das Land wird wegen der massiven Schuldenprobleme an den Pranger stellt.

Doch die wirklich großen Schulden haben auch die großen Länder der Eurozone. Das vergessen viele Beobachter immer wieder. Was denken Sie denn, welches Land in der Eurozone die absolut gesehen größten Schulden bisher angehäuft hat?

Die Antwort ist einfach: Es ist Deutschland mit rund 2,2 Billionen Euro Schulden. Knapp dahinter rangiert Italien. Das Land hat Anfang diesen Jahres die Verschuldung auf 2,165 Billionen Euro nach oben geschraubt. Im Vergleich zum Vormonat entspricht das einem Zuwachs von fast 31 Milliarden Euro.

Knapp dahinter rangiert Frankreich mit annähernd 2 Billionen Euro Staatsschulden. Diese drei Länder stehen für zwei Drittel aller Staatsschulden in der Eurozone. Und selbst wenn man die Krisenländer aus dem Eurorettungsschirm als Basis heranzieht, liegen alle Schulden dieser Länder niedriger wie die Bruttoschulden nur eines der Top 3 Länder der Eurozone.

Griechenlands Gesamtschulen von knapp 330 Mrd. Euro entsprechen nur 3,5 % der Gesamtschulden der Eurozone. Daran wird in die Perspektive schon deutlich: Dieses kleine Land setzt mit diesem Schuldenstand allein die Stabilität der gesamten Eurozone aufs Spiel.

Schuldenquote der Euro-Zone steht schon bei mehr als 90% – Tendenz steigend

Fakt ist aber: In der Euro-Zone steigt der Schuldenstand insgesamt immer weiter an. Die Staatsverschuldung der Euro-Zone lag Ende 2013 bei knapp 91% der gesamten Wirtschaftsleistung. Das hört sich nicht nur hoch an.

Das ist auch hoch: Wie Sie bestimmt wissen, liegt die Obergrenze für die einzelnen Mitgliedsländer bei einer Verschuldung von maximal 60% im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Doch jetzt kommt`s: Nur 5 von 18 Ländern erfüllen diese Quote überhaupt. Zudem sind das eher kleine Länder wie Estland, Lettland oder auch Luxemburg oder Finnland.

An der Spitze dieser Liste steht natürlich Griechenland mit einer Schuldenquote von fast 175%. Irland, Italien und Portugal liegen alle drei noch über dem extrem kritischen Wert von 120%.

Wieso ist dieser Wert so entscheidend? In der Geschichte hat sich gezeigt, dass Länder die längere Zeit eine so hohe Schuldenquote hatten, um einen Schuldenschnitt nicht herumgekommen sind.

Genau dieses Szenario erwarte ich auch für die notleidenden Euroländer – aber davon hören Sie aktuell nicht viel, denn das kleine Griechenland nimmt alle Schlagzeilen zur Lage der Euro-Zone in Beschlag.

17. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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