Wincor-Diebold: Das ist DIE Chance

Jetzt also doch! Wincor und Diebold könnten sich zusammenschließen, um dem sterbenden Geschäft mit Kassensystemen zu entkommen. Klappt der Deal, ist er gut für alle Beteiligten. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Durchbruch bei Wincor Nixdorf. Der Kassensystem-Hersteller hat am Samstag bestätigt, dass mit dem US-Branchenkollegen Diebold Übernahme-Verhandlungen stattfinden.

Als Kaufpreis werden 1,7 Mrd. Dollar genannt. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, würden alle Wincor Nixdorf-Aktionäre ein Übernahme-Angebot erhalten, dass rechnerisch im Bereich von 52,50 Euro je Aktie liegen soll.

Aktie des Übernahme-Kandidaten im Aufwind

Es wäre ein Traum. 52,50 Euro je Aktie ist ein hervorragender Preis für viele Investoren, die früher im Jahr auf einen Deal gesetzt haben. Mit einem Schlag würde aus den Verlusten dank der Übernahme ein Gewinn.

Einmal mehr zeigt sich, dass man nach dem Platzen vorheriger Gerüchte nicht zwangsläufig direkt verkaufen sollte. Es kommt immer wieder vor, dass wenige Monate später der Kandidat vom gleichen oder einem anderen Käufer doch noch übernommen wird.

Heute Nachmittag geht es mit der Wincor Nixdorf-Aktie in einem freundlichen Marktumfeld um 17% nach oben. Die Aktie notiert mit rund 45,20 Euro zwar noch knapp 14% unter dem kolportierten Angebotspreis, doch rechnen sehr viele Investoren und Analysten damit, dass der Deal klappt.

Distressed Merger: Branchendruck sorgt für Zusammenschlüsse

Wincor Nixdorf stand wiederholt im Zentrum von Übernahme-Spekulationen und auch ein Zusammengang mit Diebold wurde durchgespielt. Vorherige Gerüchte wurden zwar im Juni vom Wincor-Chef dementiert, doch dass die beiden Unternehmen reden könnten, war auch da schon nicht unwahrscheinlich.

Der Zusammenschluss dürfte zwar aufgrund der unterschiedlichen regionalen Schwerpunkte nicht so hohe Synergien freisetzen, doch ist die industrielle Logik da.

Denn beide Unternehmen haben operative Probleme. Das Geschäft mit Kassensystemen steht seit Jahren unter Druck. In diesem Jahr lag das operative Ergebnis nach 9 Monaten über 50% unter dem Vorjahresniveau.

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Auch beim Bieter Diebold laufen die Geschäfte schleppend. Umsatzwachstum ist seit 8 Jahren nicht auszumachen. Im Paypal-, Bitcoin-, und Kreditkarten-Zeitalter ist auch nicht damit zu rechnen, dass es plötzlich zu einer Investitionswelle in dem Sektor kommt.

Gemeinsame Investitionen in Software und IT-Service als Ausweg

Es ist klar: Irgendwas muss geschehen. Auch wenn bei früheren Gerüchten der Wincor-Chef selbst sagte, dass die beiden Unternehmen nicht wirklich zusammen passen.

Warum also der Deal? Jeder weiß, dass zwei zusammengebundene Backsteine nicht besser schwimmen. Die Skepsis ist dementsprechend groß. Doch die Logik ist größer.

Berücksichtigt werden muss, dass beide Unternehmen bereits jetzt separat von einander in den einzigen Ausweg investieren: Software und IT-Service. Hier muss zusammengearbeitet werden, um gemeinsam dem weiter schrumpfenden Markt zu begegnen – ansonsten endet man wie etliche PC-Hersteller.

Und je eher das eingesehen wird, desto besser. Diebold und Wincor Nixdorf können gemeinsam mehr erreichen. Dann ist es sogar sehr positiv, dass Wincor in Europa stark ist und Diebold auf dem US-Markt. Denn Software lässt sich anders als Hardware problemlos auf 2 Marktregionen ausrollen.

Wenn es klappt, ist der Deal gut für alle Beteiligten – und besonders gut für die Wincor Nixdorf-Aktionäre (keine Kaufempfehlung – ich habe keine Wincor-Aktien).


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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