Windenergie-Aktien im Aufwind

Vor wenigen Jahren wollten viele Anleger Windenergieaktien nicht einmal mit der Kneifzange anfassen. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Denn die Branche spürt nach jahrelanger Krise wieder kräftigen Rückenwind.

Windenergie in Deutschland weiter auf dem Vormarsch  

In Deutschland macht Windenergie mittlerweile 9% des erzeugten Stroms aus, Tendenz steigend. Vor allem auf hoher See boomt das Neu-Geschäft. Schließlich ist hier genügend Platz vorhanden und die starken Winde sorgen für eine reiche Stromausbeute.

Außerdem gibt es auf hoher See keine Interessenskonflikte mit Anwohnern, die bei Neuprojekten an Land oftmals eine „Verschandelung“ ihrer Landschaft kritisieren.

Allein in Deutschland werden dieses Jahr voraussichtlich Offshore-Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von weiteren zwei Gigawatt neu in Betrieb genommen, der Leistung zweier Atomkraftwerke.

Bei Anlagen auf dem Land fällt das Wachstum bei Neu-Projekten in Deutschland zwar spürbar geringer aus. Dafür sorgt das sogenannte „Repowering“ aber für gute Geschäfte. Dabei werden kleinere, ältere Windräder durch größere Anlagen ersetzt, die im Schnitt viermal so viel Strom erzeugen.

Schwellenländer treiben das Wachstum an

Der weltweit wichtigste Markt ist und bleibt China. Auf das Reich der Mitte entfiel fast die Hälfte der im ersten Halbjahr 2015 neu installierten Windenergie-Kapazitäten von 21,7 Megawatt (dies entspricht etwa der Leistung von 22 Atomkraftwerken).

Eine Steigerung von gut 23% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014. Dahinter folgen mit großem Abstand die USA, Deutschland und Indien.

Das größte Wachstum unter den großen Windenergie-Märkten verzeichnet derzeit Brasilien. Überhaupt sind die Schwellenländer inzwischen für den Großteil des Wachstums in der Branche verantwortlich.

Aus diesem Grund wurde auch die kürzlich erfolgte Übernahme der spanischen Acciona Windpower (mit guter Marktposition in Schwellenländern) durch den deutschen Windkraftanlagenbauer Nordex von der Börse sehr positiv aufgenommen.

Windkraftanlagenhersteller im Aufwind

Egal ob Vestas Wind, Nordex, Enercon (nicht börsennotiert), General Electric oder die zahlreichen chinesischen Anbieter – sie alle profitieren vom Ende der Flaute in der Windenergiebranche. Das zeigt sich in steigenden Umsätzen, der Rückkehr in die schwarzen Zahlen und deutlich steigenden Aktienkursen.

Aktienkurse haben noch Luft nach oben

Beim Blick auf die Charts der Windenergieaktien dürfte so manchem Anleger schwindelig werden. Kursgewinne zwischen 500 bis 1.000% innerhalb weniger Jahren sind keine Seltenheit.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Aktien jetzt nicht schon wieder zu teuer sind? Ich denke nicht. Denn die hohen Gewinne resultieren vor allem daraus, dass die Kurse während der Krise der Branche vollkommen überzogen nach unten geprügelt wurden.

Viele Windenergie-Unternehmen stehen heute besser da als vor der Krise. Die Aktienkurse liegen allerdings immer noch unter den alten Höchstständen. Daher sehe ich weiteres Potenzial nach oben.

20. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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