Windenergie-Aktien: Nordex, PNE Wind und Vestas im Vergleich

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Alle drei Unternehmen konnten 2013 erstmals wieder mit Erfolgen im Wachstum ihrer Geschäfte glänzen. Auch 2014 sollte ein Jahr der Erholung werden. (Foto: fokke baarssen / shutterstock.com)

Bei Nordex bläst der Wind wieder stärker.

Der Umsatz ist 2013 um rund 33% auf 1,43 Mrd € gewachsen, die Umsatzrendite konnte auf +0,7% verbessert werden. Der Gewinn erreichte 10,3 Mio €. Dem stand im Vorjahr noch ein hoher Verlust gegenüber, der wesentlich auf die strategische Neuausrichtung zurückging.

Die Bruttomarge stieg von 21,4% auf das geplante Niveau von 22,6%. Ursächlich für diese Verbesserung waren operative Maßnahmen wie Materialkostensenkungen um durchschnittlich etwa 100.000 € je Turbine, profitablere Aufträge mit neuen Produkten und eine professionellere Abwicklung von Projekten. Diese Entwicklung war besonders erfreulich, weil Nordex seine Produktions- und Errichtungsleistung zeitgleich auf ein Rekordniveau gehoben hat.

Produktions- und Errichtungsleistung auf Rekordniveau

So stieg die Leistung in der Turbinenmontage um 48% auf 1,34 MW und die Installation neuer Windturbinen um 36% auf 1,25 MW. Damit ist Nordex gegen den Trend der Industrie gewachsen und verdoppelte seinen Marktanteil in der Kernregion EMEA auf fast 11%.

Zudem errichtete Nordex erstmals Anlagen in Südafrika und Uruguay. Weltweit zählt Nordex damit wieder zu den 10 größten Herstellern von Onshore-Windturbinen. Auch wies Nordex erneut eine deutlich gestärkte Bilanz aus: Die Eigenkapitalquote betrug 30,9%, und die Nettoliquidität stieg auf 119,4 Mio €.

Für 2014 erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum auf bis zu 1,5 Mrd €, das durch den Auftragsbestand fast vollständig gedeckt ist. Bei der EBIT-Marge werden zwischen 3,5 und 4,5% angestrebt.

Unternehmensporträt

Nordex ist einer der technologisch führenden Anbieter von Windkraftanlagen und profitiert besonders vom Trend zur Großanlage. Das Produktprogramm reicht bis zur derzeit größten Serien-Windkraftanlage der Welt (N80/2.500 kW). Damit verfügt Nordex über praxiserprobte, effiziente Hochleistungs-Windturbinen für das Festland. Das Unternehmen ist weltweit in 18 Ländern mit Büros und Tochtergesellschaften vertreten.

Für die PNE Wind AG war 2013 bisher das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte

Der Umsatz stieg um 71% auf 144,0 Mio €. Die Gesamtleistung im Konzern konnte auf 162,1 Mio € gesteigert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) – die für das Projektgeschäft maßgebliche Kennzahl – wurde auf 45 Mio € mehr als verdoppelt. Damit hat PNE Wind in den Geschäftsjahren 2011 bis 2013 ein kumuliertes EBIT von 65,5 Mio € erwirtschaftet und die für diesen Zeitraum gegebene Prognose von 60 bis 72 Mio € erfüllt. Unterm Strich stand ein Gewinn von knapp 41 Mio €.

2013 war nicht nur finanziell ein herausragendes Jahr für PNE Wind, sondern auch ein Jahr, in dem die Basis für die weitere Entwicklung gelegt wurde. Mit der erfolgreichen Platzierung einer Anleihe im Volumen von 100 Mio € wurden die Übernahme von rund 83% der Anteile an der WKN AG sowie der Kauf von drei teilweise entwickelten Offshore-Projekten möglich. Als Gruppe projektieren die PNE Wind und die WKN jetzt Windparks in 14 Ländern, was die Abhängigkeit von einzelnen Märkten deutlich verringert.

PNE Wind auf Zukunftskurs

Im Offshore-Bereich entwickelt PNE Wind derzeit 6 eigene Projekte und ist damit auch hier auf Zukunftskurs. Operativ ist das Unternehmen dynamisch ins neue Geschäftsjahr gestartet. Nachdem in 2013 Windparks mit einer Nennleistung von über 43 MW fertiggestellt werden konnten, werden in Deutschland derzeit Windparks mit rund 100 MW Nennleistung gebaut, die noch zu den Konditionen des bisherigen EEG in Betrieb genommen werden können.

Weitere Windpark-Projekte in Deutschland befinden sich im Genehmigungsverfahren.

Unternehmensporträt

Die PNE Wind AG plant, konzipiert und errichtet Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Seit dem Jahr 2000 ist das Unternehmen, außer im Kerngeschäft Windkraft, auch in den Bereichen Sonne und Biomasse aktiv und erzeugt Strom und Wärme mittels Biomassekraftwerke, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. PNE Wind sieht die Zukunft in Offshoreanlagen auf hoher See, in Wasserkraft und Geothermie.

Der lange Weg der Restrukturierung hat sich für Vestas Wind Systems gelohnt

Die Zahlen 2013 liegen über den eigenen Prognosen. Zudem hat der Anlagen-Hersteller im Schlussquartal unterm Strich nach zuvor 9 verlustreichen Quartalen wieder einen Nettogewinn erzielt.

Der Umsatz erreichte 6,1 Mrd €. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereffekten lag bei 211 Mio €. Das entspricht einer Marge von 3,5%. Anvisiert hatte Vestas zuletzt eine EBIT-Marge von 2%. Der freie Cashflow war mit 986 Mio € auch wieder deutlich positiv. Unterm Strich hat Vestas den Verlust auf 82 Mio € erheblich verringert. Auch im 4. Quartal sind die Zahlen positiv ausgefallen. Trotz eines geringeren Umsatzes war das Schlussquartal deutlich profitabler als das 4. Quartal 2012.

Für Vestas war 2013 das finale Jahr des zweijährigen Turnarounds

Gegenüber Ende 2011 hat das Unternehmen den Mitarbeiterbestand um 32% gekürzt. Die Fixkosten sanken beträchtlich. Der neue CEO erklärte, dass insbesondere die zweistellige EBIT-Marge im Schlussquartal sowie der hohe Cashflow im Gesamtjahr zu den wichtigsten Leistungen zählen, die den Mitarbeitern zu verdanken seien. In Sachen Finanzierung war Vestas ebenfalls aktiv.

Neben einem neuen fünfjährigen Kredit von einem Bankenkonsortium in Höhe von 850 Mio € will Vestas eine Kapitalerhöhung durchführen. Bei der knapp 10%igen Anhebung sollen 20,37 Mio neue Aktien ausgegeben werden. Die Einnahmen will Vestas nutzen, um größere finanzielle Flexibilität zu erlangen.

2014 will Vestas mindestens 6 Mrd € umsetzen und die EBIT-Marge auf 5% hochschrauben.

Unternehmensporträt

1979 installierte Vestas die erste Windenergieanlage. Seitdem spielt das Unternehmen eine aktive Rolle in der dynamischen Windenergiebranche. Vom Branchenpionier hat sich Vestas zum Marktführer in der Herstellung von hochtechnologischen Lösungen für Windenergie entwickelt. Zum Kerngeschäft gehören die Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Vermarktung und Instandhaltung von Windenergieanlagen, die Windenergie in elektrischen Strom umwandeln.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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