Windenergie-Aussichten 2012: Wohin weht es die Branche?

In der Windenergiebranche sind die Prognosen oft so wechselhaft wie das Wetter selbst.

Wir versuchen trotzdem, für Sie den Trend 2012 herauszufinden.

Tiefpunkt scheint überwunden

Allgemein war die Branchenstimmung der mittleren Vergangenheit eher wolkig. Der IWR-Geschäftsklima-Index hatte seinen Tiefpunkt Ende 2010 erreicht.

Danach jedoch hellte die Stimmung der Windkraftindustrie zu Beginn dieses Jahres deutlich auf. Für 2012 gehen die Meinungen wieder einmal deutlich auseinander, je nachdem wen man fragt.

Avantis Europe zum Beispiel – Entwickler, Hersteller und Verkäufer von getriebelosen Windenergieanlagen – äußerste sich bereits Anfang des Jahres optimistisch.

Der erste Windpark soll in diesem Jahr endlich realisiert werden und auch die Etablierung auf dem europäischen Markt soll in großen Schritten voranschreiten.

Ein Rest Skepsis bleibt

Deutschlands größer Hersteller für Onshore-Windkraftanlagen Enercon äußerte sich jedoch skeptischer. Rein deutschlandweite Projekte seien zwar gut finanziert, aber für einen wirklich größeren Ausbau der Branche müsse man sich auch an schwierigere Projekte in gefährlicheren Regionen wie Griechenland oder Irland wagen.

Hier mangelt es jedoch an den nötigen Kapitalgebern und diejenigen, die bereit sind, in erneuerbare Energien zu investieren, reagieren auch eher zurückhaltend.

Hinzu kommen die planerischen Herausforderungen, besonders im Bereich Genehmigung, Finanzierung und Netzeinleitung – gewichtige Faktoren, die sich in anderen Ländern in der Durchführung teilweise völlig anders verhalten als deutsche Firmen dies aus dem Inland gewohnt sind.

EEG-Novelle 2012 hilft nicht unbedingt

Im Sommer dieses Jahres hatte die Bundesregierung neue Gesetze zur Energiewende verabschiedet.

Nach Ansicht des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) waren die Empfehlungen des Bundesrates und die Korrekturen, die der Bundestag in letzter Minute bezüglich der Vergütung der Windenergie an Land vorgenommen hat, richtig und haben das Schlimmste verhindert.

Trotz dieser Ausbesserungen steht am Ende des Novellierungsprozesses ein EEG für 2012, das viele Fragen offen lässt und das nicht zu einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien führen wird.

Der wichtige SDL-Bonus bleibt zwar fürs Erste erhalten, allerdings wurde gleichzeitig die Degression der Onshore-Windenergie von 1% auf 1,5 Prozent angehoben.

Das Grünstromprivileg wird sehr stark reglementiert und damit die einzige gut funktionierende Form der Direktvermarktung weitgehend unwirtschaftlich gemacht.

Zielsetzungen sind klar

Trotz aller divergeirender Meinungen ist allen Unternehmern absolut klar, dass Deutschland der wichtigste Windenergie-Markt ist und das auch mit allen Mittel beibehakten werden muss.

Dennoch soll die Erweiterung ins Ausland angestrebt und durchgesetzt werden. Außerdem geht es darum, innovative Produkte schnell zur Marktreife zu bringen, um neue Kundensegmente gewinnen zu können.

In 2012 wird man sich ganz bewusst technischen Herausforderungen wie höheren Türmen und bewaldeten Standorten stellen und diese auch gewiss meistern.

21. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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