Wir sind auf den Stand von 2007 – kommt jetzt der nächste Crash?

Frühindikatoren für die Wirtschaftsdaten kennen Sie bestimmt. Kupfer ist dabei ganz gern gesehen. Das liegt natürlich daran, dass dieser Werkstoff in der Industrie überall verwendet wird. (Foto: beejung / shutterstock.com)

Frühindikatoren für die Wirtschaftsdaten kennen Sie bestimmt. Kupfer ist dabei ganz gern gesehen. Das liegt natürlich daran, dass dieser Werkstoff in der Industrie überall verwendet wird. Wird weniger bestellt und deshalb weniger produziert, fällt die Kupfernachfrage und der Preis sinkt.

Kupfer im Monatschart

Ging es in eine Krise, rauscht Kupfer besonders schnell in den Keller. Deshalb gibt es hier noch kurz den Monatschart von Kupfer. Schön zu sehen, wie rasant es im Sommer 2008 herunter ging.

Aktuell zeigen die Indikatoren, dass die Verkäufer das Sagen haben. Somit schwächt sich die Weltwirtschaft anscheinend gerade ab. Aber ist das wirklich der Fall? Konnte Kupfer den Lehman Crash vorhersagen? Nein. Damals notierten die Kurse auf dem aktuellen Niveau, zogen dann noch einmal um etwa 100 US-Dollar an und dann wurde bei Lehman der Stecker gezogen.

Solche Schwarzen Schwäne kann Kupfer nicht vorhersagen. Wie auch. Der Effekt war aber eindeutig. Kupfer rauscht von 400 auf 125 US-Dollar und kämpft sich in den Jahren danach stetig wieder hoch. Derzeit haben wir eine Seitwärtsphase ohne viel Spannung.

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Der tatsächliche Indikator für die Weltwirtschaft

Dazu gibt es einen Artikel des Wall Street Journals. Der ist drei Tage alt und beschreibt die Situation der Schwertransporter in den USA. Die Heavy-Duty Trucks gehen momentan weg wie warme Semmeln. Dieses Jahr wurden bereits 450.000 dieser „Big Rigs“ bestellt und damit wurde der 14 Jahre alte Rekord locker gebrochen. Wer jetzt einen Laster bestellt, muss bis 2019 warten. Die Produzenten kommen derzeit nicht hinterher.

Das ist ein echtes Anzeichen dafür, wie es der Wirtschaft geht. Die Bestellzahlen steigen monatlich fast kontinuierlich. Zuletzt hat der Juli 2018 mit 52.250 Bestellungen einen neuen Rekord aufgestellt.

Warum werden so viele Trucks benötigt?

Das liegt ganz klar am Handel. Die Umsätze laufen. Es wird gekauft und auch produziert. Diese Ware muss transportiert werden und das findet in den USA nun einmal sehr häufig mit Big Rigs statt. Da sind jetzt auch die Zulieferer gefragt. Wenn auch nur eine Schraube fehlt, kann der Truck nicht fertiggestellt werden. Es werden aber auch Arbeitskräfte gesucht. All das sind Anzeichen dafür, dass es der US-Wirtschaft gut geht. Wenn der Motor brummt, sollten auch die Kurszahlen an der Börsen mitziehen. Crash in Sicht? Überhaupt nicht.

Allerdings war es 2007/2008 ähnlich. Damals lief es rund und es gab keine Anzeichen dafür, warum sich das plötzlich ändern sollte. Dann fiel der erste Dominostein bei Lehman und in wenigen Monaten waren die Börsen im Keller.

Sind wir also lieber vorsichtig mit dem überschwänglichen Optimismus. Die Trend kann noch ein paar Monate oder länger laufen, doch meist gibt es einen auf den Deckel, wenn niemand damit rechnet.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.