Wirbelsturm Harvey und der Ölmarkt: Das sind die wichtigsten Folgen

In Texas hat Wirbelsturm Harvey viele Landstriche verwüstet. Auch die Öl-Industrie ist betroffen – mit deutlichen Folgen für den Ölmarkt: (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Wenn in den USA die Hurrikan-Saison läuft, sind immer wieder große Auswirkungen auf den Ölmarkt zu erwarten. Ganz aktuell sehen wir das am Wirbelsturm Harvey.

Wirbelsturm Harvey belastet Öl-Industrie

Dieser Hurrikan sorgt in weiten Teilen Texas für massive Verwüstungen – von denen auch die Öl-Industrie deutlich betroffen ist.

Als erstes haben die Ölpreise erst einmal auf den Wirbelsturm reagiert.

Als die ersten massiven Folgen erkennbar waren, kletterte sowohl der maßgebliche Preis für die Nordsee-Sorte Brent als auch der Preis für die wichtigste US Sorte wie WTI klar an.

Dabei gibt sich derzeit ein Preis-Unterschied zwischen beiden Sorten von annähernd 5 Dollar pro Barrel.

So notiert die US-Sorte WTI bei 47,5 Dollar und die Nordseesorte Brent notiert bei 52,3 Dollar – der größte Abstand zwischen den beiden maßgeblichen Ölsorten seit annähernd 2 Jahren.

Ölproduktion stark betroffen – Benzinpreise steigen schon an

Dabei sind die Folgen für den US Ölmarkt durch die Auswirkung des Wirbelsturms sehr groß:

So mussten Teile der US-Rohöl-Produktion im Golf von Mexiko unterbrochen werden.

Laut Schätzung des Amtes für Sicherheit und Umwelt belaufen sich diese Ausfälle auf knapp 380.000 Barrel pro Tag.

Die Auswirkung setzt sich auch an Land fort: So werden wohl erst einmal Produktions-Kapazitäten im Bereich von bis zu 300.000 Barrel pro Tag geschlossen bleiben.

Dazu zählt beispielsweise das Schieferöl-Vorkommen Eagleford im Süden von Texas.

Auf der Nachfrageseite sind derzeit rund 2 Mio. Barrel pro Tag weniger verfügbar, weil an der texanischen Golfküste größere Raffinerie-Kapazitäten geschlossen sind.

Wie lange diese Schließungen andauern, ist derzeit noch nicht absehbar.

Die Auswirkungen sind aber schon jetzt in den USA zu spüren, denn der Benzinpreis klettert daraufhin auf knapp 1,80 Dollar pro Gallone und erreichte auch hier ein 2-Jahres-Hoch.

Auch Öl-Verladung wird wohl betroffen sein

Zusätzlich sind auch bei der Verladung von Öl Einschränkungen zu erwarten:

Das liegt beispielsweise an der Schließung des Houston Ship Channel und anderer wichtiger Ladeterminals für Öl im Großraum Houston.

Daher ist auch mit Auswirkungen in der Lager-Statistik in den USA zu rechnen, die schon in wenigen Tagen vorgelegt wird.

Insgesamt sehen Sie hier, welche massiven Folgen dieser Wirbelsturm nicht nur für die Infrastruktur der betroffenen Region sondern darüber hinaus für den gesamten Ölmarkt hat.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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