Wird das die Börsenwoche des Jahres? FED und Hexensabatt!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Es steht viel auf dem Programm. Doch erst in der zweiten Hälfte der Woche. Deshalb bewegen sich heute die Märkte auch fast gar nicht. Alle Teilnehmer sind in Lauerstellung und warten auf Gerüchte. Doch bislang ist die Situation unverändert: Die FED spricht am Mittwoch über die Zinsanpassung. (Foto: Deutsche Börse AG)

Es steht viel auf dem Programm. Doch erst in der zweiten Hälfte der Woche. Deshalb bewegen sich heute die Märkte auch fast gar nicht. Alle Teilnehmer sind in Lauerstellung und warten auf Gerüchte. Doch bislang ist die Situation unverändert: Die FED spricht am Mittwoch über die Zinsanpassung.

Der Markt rechnet dieses Jahr auf jeden Fall noch mit mindestens einer Zinssenkung – drei sind übrigens theoretisch auch noch möglich. Dass wir dies bereits am Mittwoch verkündet bekommen, dürfen Sie bezweifeln. Aktuell ist die Chance unter 25 Prozent. Die FED wird demzufolge versuchen, um den heißen Brei herumzureden und das Schlagwort Rezession vermeiden. Letztlich wird sie in den meisten Fällen wohl durchsickern lassen, dass es jetzt keine weiteren Zinsanhebungen geben wird. Das war ja eigentlich noch der Plan.

Aber die Börsen und Handelskonflikte haben die Welt gedreht. Jetzt jubelt der Markt und es werden Aktien gekauft, wenn schlechte Wirtschaftsergebnisse verkündet werden. In dieser verkehrten Welt, hoffen die Investoren auf ein erneutes Quantitative Easing. Die Notenbanken sollen also wieder mehr Geld in die Aktien pumpen und das Platzen der Blase erneut verschieben.

Ob die FED sich so leicht geschlagen gibt, wissen wir am Donnerstag. Ich schätze, dass sie nicht Trump die Füße küssen wird und sofort die Zinsen senkt. Schließlich sind die Märkte kurz vor ihren Allzeithochs. Warum sollte die Notenbank jetzt ihr Pulver verschießen?

Das wäre so gesehen auch ein Zeichen von Schwäche. Nicht seitens der FED, sondern was diese in Zukunft erwartet. Kommen die negativen Wirtschaftsdaten am Markt an, helfen auch keine Zinssenkungen. Das kennen wir aus den Rezessionen davor. Die Frage ist eigentlich bis zum nächsten Knall, wer diesmal daran glauben muss. Wer wird Lehman Brothers 2.0?

DAX in Lauerstellung

Schauen wir uns noch kurz den DAX an! Die EMA-200 bildet auf der Unterseite eine Unterstützung. Aktuell sieht der Chart dennoch nicht rosig aus. Wir sehen tiefere Hochs und tiefere Tiefs seit Anfang Mai. Wenn der Bereich um 12.300 nach oben durchbrochen wird, hat der DAX gute Chancen ein neues Jahreshoch zu erreichen.

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Auf der Unterseite sichern die 11.900, 11.850 und 11.750 ab. Darunter können wir dann schnell noch über 600 Punkte fallen. Im Bereich um 11.100 Punkten liegt  eine Zielzone, falls wir jetzt die Falltür öffnen.

Doch so schnell wird das heute nicht mehr passieren. Am Mittwoch und Donnerstag kann sich der Markt noch einmal stärker bewegen. Und dann haben wir schließlich noch den Hexensabatt am Freitag.

Großer Verfall kann die Kurse drücken!

Wenn wir uns das Open Interest anschauen, müsste der DAX am Freitag irgendwo zwischen 11.700 und 12.000 Punkten abrechnen. Damit würden die Stillhalter das meiste Geld verdienen.

Die Tendenz aus aktueller Sicht ist also minimal negativ. Doch das kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn die Stillhalter sich absichern und auf einen steigenden DAX wetten. Dann könnten wir auch schnell noch einige Punkte nach oben schießen. Nach unten sehe ich da eher weniger Potential.

Eine große Short-Position liegt bei 11.500 Punkten. Wenn der DAX am Freitag darunter liegen würde, wäre das also für die Stillhalter positiv. Doch ob wir wirklich soweit fallen? Ich bezweifle das aktuell stark.

Es könnte unter dem Strich eine langweilige Seitwärtsphase in dieser Woche werden. Spannend werden dann nur die Ausschläge in die jeweiligen Richtungen, wenn FED und Verfall das Sagen haben.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.