Wird der Abwärtstrend beim Ölpreis jetzt geknackt?

In meinem Beitrag vom 29. Februar lautete die Botschaft an Sie:

„Der Schlüssel für den weiteren Trend der Aktienmärkte liegt eindeutig beim Ölpreis.“

Seither lieferten die Aktienmärkte schon eine Art Kostprobe für diese Einschätzung:

Der Preis für den Brent Crude Oil-Future verbesserte seither von 36,64 USD auf 42,54 USD je Barrel (Fass = 159 Liter). Das sind +16,1%.

Zum Vergleich: Der DAX kletterte im entsprechenden Zeitraum um bis zu 560 Punkte bzw. +5,9%. Der S&P 500 stieg von 1.932 auf 2.049 Zähler bzw. um +6,1%.

Doch das dürfte erst der Anfang gewesen sein. Denn noch bewegt sich der Ölpreis in dem im Juni 2014 begonnenen Abwärtstrend. Am Freitag kam der Preis für den Brent Crude Oil-Future jedoch schon bis auf wenige US-Cents an diese Abwärtstrend-Linie heran.

Daher schauen wir uns einmal an, wie die Chancen für den Ölpreis stehen, diesen Abwärts-Zyklus jetzt zu beenden:

ölpreis brent crude oil-future-21-03-2016

Ölpreis in USD: Bruch des Abwärtstrend seit 2014 steht unmittelbar bevor

Alles deutet auf Trend-Wechsel hin

Die rote Linie zeigt den Abwärtstrend seit Juni 2014. Der blaue Kreis hebt hervor, wie nah der Ölpreis am vergangenen Freitag dieser Linie bereits gekommen ist.

Dass dem Brent Crude Oil-Future dieses Kunststück überhaupt gelingen konnte, verdankt er dem ansteigenden Dreieck (grüne und pinkfarbene Linie). Dieses Kurs-Muster gehört zur Kategorie der Trend-Umkehr-Formationen.

Das ansteigende Dreieck besitzt indes eine angenehme Eigenschaft: Seine Bezeichnung und sein Erscheinungsbild geben bereits einen Hinweis auf die künftige Trend-Richtung.

Das Kurs-Muster spiegelt dabei die Entwicklung von Angebot und Nachfrage wider:

Ab einem bestimmten Niveau wird die Nachfrage vom Angebot absorbiert. Es entsteht ein horizontaler Widerstand. Auf der Unterseite gewinnt die Nachfrage jedoch schon auf einem höheren Niveau wieder die Oberhand, als beim vorhergehenden Tief.

Ist das Angebot auf der Widerstands-Ebene komplett absorbiert, führt die anhaltend hohe Nachfrage zum Ausbruch aus dem ansteigenden Dreieck. Dies geschah Anfang März.

Positive Kursdynamik für den Ölpreis

Das Momentum dokumentiert bekanntlich Schwung und Dynamik einer Kursbewegung. Wie Sie im Chart ablesen können, ist das 50-Tage-Momentum fast zeitgleich mit dem Dreiecks-Ausbruch über die Nulllinie gesprungen. Seither baut der Ölpreis positive Kursdynamik auf.

Überdies bewegt sich der Indikator seit Mitte Januar in einem Aufwärtstrend. Wie die orangefarbenen vertikalen Balken belegen, wurde in diesem Zeitraum bereits eine Divergenz (Abweichung) ausgebildet:

Während der Ölpreis am zweiten Balken ein neues Tief generierte, formte das Momentum ein höher gelegenes Tief aus. Eine solche Divergenz kündigt häufig an, DASS ein Trend-Wechsel bevorsteht, jedoch nicht WANN.

Fazit

Bis dato läuft die potenzielle Trend-Wende beim Ölpreis also wie im charttechnischen Lehrbuch ab:

Divergenz im Momentum, Ausbildung einer Trend-Umkehr-Formation in Gestalt eines ansteigenden Dreiecks und nun Andocken an die 17 Monate gültige Abwärtstrend-Linie.

Das im positiven Bereich ansteigende 50-Tage-Momentum spricht dafür, dass dieser Abwärtstrend in den kommenden Tagen nach oben durchbrochen werden kann.

Das wäre dann der letzte Hinweis auf den bereits angelaufenen Bullenmarkt für Aktien!

21. März 2016

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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