Wird die irre Überbewertung des US-Aktienmarkts 2018 abgebaut?

Gleich zu Beginn des neuen Jahres stieg der Nasdaq-Index auf einen neuen Rekordwert. Die Investoren feierten den Anstieg auf die runde Marke von 7.000. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Das Neue Jahr 2018 begann an den Aktienmärkten so, wie das alte Jahr endete. Es ging weiter fulminant nach oben; insbesondere bei den US-Aktien. Angeführt von den großen Tech-Aktien kennen die US-Indizes nur noch die Richtung nach oben. Der marktbreite S&P 500 stieg auf über 2.700. In den diversen Marktberichten steht unisono zu lesen, dass im aktuell euphorischen Umfeld die Investoren jede noch so kleine Schwäche als ideale Kaufgelegenheit sehen.

Übertriebener Optimismus

Auffällig ist derzeit ferner, dass die Stimmung unter den Privatanlegern in den USA derzeit so gut wie noch nie zuvor in der Geschichte ist. Einer jüngst veröffentlichten Umfrage zufolge sind fast 60 Prozent der privaten Investoren in den USA im Bullenlager. Nicht einmal jeder sechste Privatanleger ist momentan bearish gestimmt. Solche Werte sind wahrlich einzigartig und extrem zugleich. Kein Wunder, dass von einer Kapitulation der Bären gesprochen wird.

Extreme Überbewertung

Einher geht diese Euphorie mit einer ebenso epischen Überbewertung. Es kann an der Stelle nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass das Shiller-Kurs-Gewinnverhältnis mit Blick auf den marktbreiten S&P 500 mittlerweile auf über 33 gestiegen ist. Nur einmal in der Geschichte lag es höher. Und zwar im Dezember 1999 bei einem Wert von gut 44. Der historische Durchschnitt liegt im Übrigen bei gut 16.

Anders formuliert, selbst bei einer Halbierung des US-Aktienmarkts läge die Bewertung immer noch über dem historischen Schnitt und wäre überhaupt nicht billig. Immer wieder wird derzeit ja betont, dass die Dividenden, sprich die Ausschüttungen der börsennotierten Gesellschaften, in einer zinslosen Welt ja der Ersatz für Zinserträge seien.

Und auch der Blick auf die Dividendenrendite beim S&P 500 entlarvt, wie krass überbewertet der US-Aktienmarkt derzeit ist. Die Dividendenrendite beim Weltleitindex wird aktuell mit einem Wert von nicht einmal 1,8 Prozent ausgewiesen. Der historische Schnitt liegt aber bei gut 4,3 Prozent. Also, auch diese Kennziffer zeigt die krasse Überbewertung des US-Aktienmarkts sehr schön auf.

Ja, liebe Leser, leider wissen wir nicht, wann diese absurden Werte wieder auf ein halbwegs normales Maß fallen werden. Es wäre aber nicht wirklich überraschend, wenn schon in nicht allzu ferner Zukunft die Wende nach unten einsetzen würde. Wie schon gesagt, selbst bei einer Halbierung wäre der US-Aktienmarkt im langfristigen Vergleich alles andere als ein supergünstiges Schnäppchen, bei dem man zuschlagen muss….

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.