Wird morgen die Syngenta-Übernahme bekannt gegeben?

An der Börse bleibt es volatil. Heute halten einmal mehr die Bären das Ruder fest in der Hand und schicken die Aktienkurse rund um den Globus auf Tauchstation. Unter den 50 größten deutschen börsennotierten Konzernen gibt es keinen Konzern, dessen Wert heute um über 1% zulegt. Dafür finden Sie aber 10 Aktien von Konzernen, die 5% oder mehr an Wert verlieren.

Im Schweizer Leitindex SMI fällt das Minus mit 1,1% zwar geringer aus als in Deutschland, doch auch dort ist die Stimmung denkbar schlecht. Eine Ausnahme bildet die Syngenta-Aktie, die als einziges Papier zulegen kann. Grund für das Plus sind Übernahme-Gerüchte, die ideal zu vorherigen Spekulationen passen.

ChemChina wird bereits seit November als wahrscheinlichster Käufer erachtet

Dem stets gut informierten Daten- und Nachrichten-Anbieter Bloomberg zufolge, steht der Schweizer Agrarchemie-Konzern Syngenta kurz vor der Übernahme. Auf der Bieterseite soll der chinesische Staatskonzern ChemChina stehen.

Bereits seit November vergangenen Jahres wird spekuliert, dass ChemChina die Schweizer übernehmen will. Syngenta teilte seinerzeit mit, dass mit verschiedenen Interessenten gesprochen werde.

Druck der Aktionäre, Allianz der Konkurrenten: Alleingang „kaum noch möglich“

Dass Syngenta übernommen wird, ist keine große Überraschung. Im Sommer vergangenen Jahres platzte eine Milliarden-Übernahme durch den amerikanischen Konkurrenten Monsanto aufgrund verschiedener Preisvorstellungen und regulatorischer Bedenken.

Wenige Wochen nach dem Deal-Aus tauchte dann der Name ChemChina auf. Bei einem Zusammengang mit dem chinesischen Chemie-Konzern wurden die regulatorischen Hürden als nicht ganz so hoch angesehen und auch der strategische Sinn eines Deals wurde verstanden.

Als dann auch noch im Dezember DowChemical und DuPont eine 130 Mrd. Dollar-Hochzeit verkündete und Syngenta selbst einen Alleingang als „kaum noch möglich“ bezeichnete, rechneten viele Analysten mit einer Übernahme.

Zuletzt bekamen zwar einige Investoren kalte Füße, weil es nicht voran ging, doch mehrheitlich wurde mit einer Transaktion gerechnet.

Übernahme könnte morgen bei Syngenta-Zahlenvorlage bekannt gegeben werden

ChemChina soll dem Bloomberg-Bericht zufolge 470 Schweizer Franken je Aktie bieten. Dieser Preis wurde bereits in früheren Berichten genannt und bewertet die Schweizer mit 43 Mrd. Dollar. Klappt die Übernahme, wäre es der größte internationale Zukauf eines chinesischen Konzerns überhaupt.

Wenn Sie wissen wollen, ob die Gerüchte stimmen, brauchen Sie nicht lange warten. Die Insider verrieten, dass der Deal bereits morgen bekannt gegeben werden könnte; zeitgleich mit den aktuellen Syngenta-Geschäftszahlen.

Syngenta-Aktie kann sich dem schwachen Gesamtmarkt entziehen: Lücke zum Angebotspreis bleibt hoch

An der Börse sorgte die Meldung für steigende Kurse. In der Spitze wechselt die Aktie zu 410 Schweizer Franken die Besitzer, muss am späten Nachmittag einen Teil der Gewinne jedoch wieder abgeben.

Mit einer Lücke von rund 70 Franken zwischen Börsenkurs und Angebotspreis scheint noch nicht jeder Investor von einem Deal überzeugt zu sein. Außer der Tatsache, dass im Hintergrund die Fäden zusammenlaufen und die Übernahme jetzt konkreter wird, war der Bericht auch nicht mit nennenswerten Neuigkeiten ausgestattet.

Früheren Gerüchten zufolge gilt das 470 Franken-Angebot je Aktie auch „nur“ für 70% des Unternehmens. Daher dürfte der Preis auch nach Übernahme-Ankündigung unter 470 Franken bleiben, wenn nicht Spekulationen ins Kraut schießen, dass Monsanto oder ein dritter Bieter eine Konkurrenzofferte vorlegen will.

Berücksichtigt werden muss auch, dass ein Deal nicht ohne weiteres freigegeben wird. Syngenta erwirtschaftet in den USA über 3 Mrd. Dollar Umsatz und braucht für das US-Geschäft die Deal-Genehmigung der US-Behörden. Die schauen bei chinesischen Käufern ganz genau hin, sodass der Deal-Abschluss noch auf sich warten lassen dürfte.

2. Februar 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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