Wird Wirecard wieder zum Anlegerliebling?

Gestern standen die Papiere der Wirecard AG im Blickfeld der Anleger. Und dies aus gutem Grund – denn sowohl Quartalszahlen als auch Ausblick sorgten für gute Laune. Das Unternehmen verspricht eine rosige Zukunft – alleine gestern legten die Anteilsscheine um knapp 7% zu – und die Aufwärtsbewegung dürfte noch weitergehen.

Unternehmensportrait

Die Wirecard AG ist ein Anbieter von elektronischen Echtzeit-Zahlungsverfahren und hat dabei das Risikomanagement sowie Kommunikationslösungen in seinen Produkten integriert. Dabei kommt dem 1999 gegründeten und in Aschheim (bei München) ansässigen Konzern der Boom des Onlineshoppings zugute.

Und das sorgt bei Wirecard für kontinuierlich starke Wachstumsraten. Quartal für Quartal geht es Wirecard bei Umsatz und Gewinn mindestens um 25% aufwärts, in den vergangenen Quartalen hat sich die Wachstumsrate sogar um über 30% erhöht.

Wachstumstempo bleibt hoch, Ausblick auf 2017 sorgt für Begeisterung

Wie gewohnt konnten sich die gestern vorgelegten 9-Monats-Ergebnisse absolut sehen lassen: So kletterte der Umsatz um ein Drittel auf 719 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gab es ein Plus von 35% auf 214 Mio. Euro.

Dank eines Verkaufs der Anteile an Visa Europa an den US-Konzern Visa kletterte der Überschuss um 120% auf 216 Mio. Euro – ohne den Visa-Effekt hätte es aber auch hier einen Zuwachs von annähernd 30% gegeben. Insgesamt wird für 2016 ein Ebitda von 298 bis 312 Mio. Euro erwartet – 2015 betrug dieser Wert noch 227 Mio. Euro.

Gestern stand nicht nur die Zahlenvorlage im Blickfeld: Auch der optimistische Ausblick auf das kommende Jahr sorgte auf dem Parkett für ausreichend Gesprächsstoff: So soll in 2017 ein Ebitda von 382 bis 400 Mio. Euro erreicht werden. Das wäre bis zu 75% mehr als noch im vergangenen Jahr. Das Wachstumstempo bleibt also unverändert hoch.

Charttechnik sieht 10%-Kurschance

Und auch aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert im Aufwind: Nachdem sich die Aktie lange Zeit in einem Aufwärtstrendkanal befand – nach dem jähen Absturz zu Jahresbeginn -, wurde dieser im Spätsommer verlassen.

Jetzt – zu Beginn des Monats – prallte die Aktie von ihrer ausgebildeten Unterstützungslinie bei knapp 38 Euro ab – seitens der Charttechnik ergibt sich der nächste Widerstand bei rund 48 Euro, die aus den Allzeithochs aus dem Herbst des vergangenen Jahres resultieren. Es könnte gut sein, dass diese Hürde bereits in Kürze fallen wird und damit der Weg zu wesentlich höheren Kursen frei wird.

Aktie ist günstig bewertet

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 ist der Wert zudem noch – in Anbetracht der hohen Wachstumsraten – recht günstig bewertet. Lediglich die Dividendenrendite von 0,5% lässt etwas zu wünschen übrig, aber das Geld investiert Wirecard lieber in zukünftiges Wachstum.

Insgesamt bin ich – nicht nur wegen der gestrigen Nachricht – positiv gegenüber Wirecard eingestellt. Der Konzern, der in der Vergangenheit immer wieder durch eher konservative Prognosen auffiel, konnte bereits mehrfach positiv überraschen. Auf Grund der Positionierung und der Geschäftsfelder ist er für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet und dürfte seinen Aktionären in der Zukunft weiter Freude bereiten.

17. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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