Wirecard-Aktie auf Erholungskurs

In den vergangenen Wochen zeigte sich die Wirecard-Aktie wieder von ihrer besseren Seite. Nach dem Kursrutsch zu Jahresbeginn besteht immer noch Potenzial nach oben, wenngleich es kurzfristig wackelig bleibt.

Dubiose Shortseller-Attacke ließ Aktienkurs um ein Viertel einbrechen

Im Februar rutschte die Wirecard-Aktie von 42 auf 32 Euro ab. Auslöser war eine „Studie“ mit Kursziel 0 Euro, in der Wirecard Geldwäsche und betrügerisches Geschäftsgebaren vorgeworfen wurden. Die Quelle war jedoch höchst dubios: ein bis dato vollkommen unbekanntes Researchhaus mit anonymen Autor.

Schnell war klar, dass es sich dabei um eine „Shortseller-Attacke“ handelte. Das einzige Ziel war es, den Aktienkurs zu drücken, um mit fallenden Kursen Geld zu verdienen.

Vertrauen der Anleger kehrt nach und nach zurück

Kurzfristig hatte die Shortseller-Attacke Erfolg. Nach dem Sturz von 42 auf 32 Euro brauchten die Anleger offenbar einige Wochen, um sich von dem Schock zu erholen. Daher gab es keine schnelle Erholung beim Aktienkurs.

Heute – drei Monate später – greifen jedoch immer mehr Anleger wieder bei Wirecard zu, was nicht nur der starke Aufwärtstrend des Kurses, sondern auch die höheren Handelsumsätze zeigen.

Starke Quartalszahlen geben Rückenwind

Auch die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen trugen ihren Teil zur Vertrauensbildung bei den Anlegern bei: Der Umsatz von Wirecard kletterte um ein Drittel auf 210,1 Mio. Euro, der operative Gewinn stieg um 35% auf 61,9 Mio. Euro. Beide Werte lagen klar über den bisherigen Prognosen.

Damit wurden die Pessimisten, die Wirecard seit Jahren geringere Wachstumsraten prognostizieren, eindrucksvoll widerlegt. Nachdem Wirecard jahrelang konstant Wachstumsraten von über 20% gemeldet hat, konnte die Steigerungsrate jetzt sogar auf über 30% hochgeschraubt werden. In Anbetracht der zunehmenden Größe des Konzerns eine beeindruckende Leistung.

Wirecard-Chef kauft massiv eigene Aktien

Ebenfalls positiv auf den Kurs dürften sich die zahlreichen Käufe von Wirecard-Chef Markus Braun ausgewirkt haben. Über seine Beteiligungsgesellschaft hat Braun innerhalb eines Jahres 920.000 Wirecard-Aktien in einem Gesamtwert von 35 Mio. Euro über die Börse gekauft. Den Kursrutsch nutzte er nochmals zum Kauf von 120.000 eigenen Aktien.

Wirecard bleibt langfristig eine Erfolgsgeschichte

In den vergangenen Jahren habe ich mich an dieser Stelle schon einige Male positiv über Wirecard geäußert. Mir gefällt bei dieser Aktie die starke Position in den Wachstumsmärkten Internet-Bezahlsysteme und Mobile Payment, verbunden mit konstant hohen Wachstumsraten.

Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Ich rechne daher langfristig mit einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von Wirecard. Allerdings sollten Sie sich auf höhere Kursschwankungen als in der Vergangenheit einstellen – es kann durchaus eine weitere Shortseller-Attacke geben, die den Kurs kurzfristig belastet.

12. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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