Wirecard-Aktie: Zahlungs-Dienstleister meldet weiteren Gewinnsprung

Während die Beteiligungs-Gesellschaft Aurelius weiterhin mit den Folgen der Short-Attacke des Short Sellers Gotham kämpft, hat Wirecard die Attacken auf seinen eigenen Aktienkurs eindrucksvoll abschütteln können.

Nach den gerade vorgelegten Geschäfts-Ergebnissen schoben die Anleger die Aktie auf neues Allzeithoch.

Das dürfte v. a. die Langfrist-Anleger freuen; in den vergangenen 5 Jahren summieren sich die Kursgewinne mittlerweile auf über 270%.

Führender Anbieter elektronischer Zahlungs-Lösungen

Der mittlerweile 6,5 Mrd. € schwere Konzern ist einer der führenden internationalen Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagement-Lösungen.

Weltweit unterstützt Wirecard über 20.000 Kunden aus unterschiedlichen Branchen bei der Automatisierung ihrer Zahlungs-Prozesse und der Minimierung von Forderungs-Ausfällen.

Wirecard generiert ein Transaktions-Volumen von mehr als 30 Mrd. €, was mehr als 670 Mio. Einzel-Transaktionen entspricht.

Dabei bietet die Wirecard Bank AG Konten- und Kreditkarten-Dienstleistungen sowohl für Geschäfts- als auch Privatkunden.

Der Konzern ist Principal Member von VISA, MasterCard und JCB und als Kreditkarten-Acquirer weltweit aktiv.

Der Internet-Bezahldienst Wirecard ermöglicht Konsumenten sicheres Bezahlen bei Millionen von MasterCard-Akzeptanzstellen.

Zusätzlich können registrierte Nutzer in Echtzeit untereinander Geld versenden oder empfangen.

Trend zum Online-Einkauf ungebrochen

Strukturelles Wachstum untermauert Wirecards Positionierung, denn internetbasierter Konsum und elektronische Zahlungen wachsen weltweit.

In Schwellen-Märkten gewinnen E-Payment-Methoden an Beliebtheit. Nicht zuletzt das Bezahlen per Handy treibt die Geschäfte nach oben.

Gewinn steigt um ein Drittel nach oben

Der Wachstums-Trend scheint vorerst ungebrochen zu sein:

  • Beim Umsatz erzielte der Konzern ein 33%iges Plus auf 1,03 Mrd. €.
  • Der Betriebs-Gewinn kletterte im Gegenzug um 35% auf 307 Mio. € in die Höhe.
  • Beim Nettogewinn fiel der Zuwachs mit 87% auf 267 Mio. sogar noch größer aus.

Dies lag aber v. a. an einem Einmal-Effekt.

Sie müssen wissen: Im vergangenen Jahr kaufte der US-Kreditkarten-Anbieter Visa seine europäische Schwestergesellschaft zurück, an der auch Wirecard beteiligt war.

Dieser Verkauf spülte immerhin 90 Mio. € in die Kasse. Ohne diesen Einmal-Efekt hätte das Gewinn-Plus also bei etwa 24% gelegen.

Dividende wird nur leicht angehoben –Prognose beibehalten

Trotz der erfreulichen Ergebnisse wird die Dividende nur minimal von 0,14 auf 0,16 € je Aktie angehoben; hier hatten die Analysten mit einer Anhebung auf 0,19 € je Anteilsschein gerechnet.

Für das Gesamtjahr zeigt sich die Firmen-Führung zuversichtlich: Die voranschreitende Digitalisierung des stationären Handels und Internationalisierung sollten für Wachstums-Impulse sorgen.

Zuletzt hatte Wirecard seine Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum mit einer Übernahme ausgebaut:

Der Zahlungs-Abwickler übermahm das gesamte Kunden-Portfolio für Karten-Akzeptanz im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) von der Citigroup.

Das Portfolio beinhalte einen Kundenstamm von mehr als 20.000 Händlern in elf asiatisch-pazifischen Ländern.

Bislang scheint es also zu laufen. Mit dem steigenden Aktienkurs dürfte es aber auch nur eine Frage der Zeit sein, bis die Short-Attacken von Leerverkäufern wieder aufgenommen werden.

Denn auch wenn die Vorwürfe vom Unternehmen immer ausgeräumt werden konnten, ist die Transparenz der Berichterstattung durchaus ausbaufähig.

11. April 2017

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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