Wirecard: BaFin verbietet Short-Positionen! Jetzt geht es nur noch nach oben!

Wirecard RED – obs Wirecard AG Paul Blind

Das ist selten. Die BaFin greift ein und untersagt Leerverkäufe der Aktie von Wirecard. Damit sollte es in den nächsten Wochen weniger Ausschläge nach unten geben. (Foto: obs/Wirecard AG/Paul Blind)

Das Gezocke um die Aktie von Wirecard hat ein Ende. Die BaFin hat jetzt offiziell einen Riegel davor geschoben. Konkret dürfen ab sofort keine weiteren Short-Positionen eingegangen werden. Die Deadline hierfür ist der 18. April 2019. Ob es danach wieder so weitergeht wie bisher, müssen wir abwarten. Vielleicht erweitert die BaFin ja auch diese Ausnahmeregelung.

Wirecard-Aktionäre jubeln

Der Stundenchart zeigt deutlich, wie sehr die Kurse in den letzten 30 Tagen nach unten gedrückt wurden. Lange rote Kerzen sprechen eine eindeutige Sprache und zeigen die Attacken der Leerverkäufer. Von 170 Euro Ende Dezember ging der inzwischen auf unter 100 Euro zurück.

Heute kam dann die Erlösung aus Sicht der Aktionäre: Das Aufwärtsgap wird wohl auch erst einmal eine Zeit offen bleiben. Schließlich kann der Kurs jetzt nur noch fallen, wenn Aktien abgestoßen werden. Die noch offenen Short-Positionen können nicht vergrößert werden. Es bleibt den Shorties als nur eines übrig: Früher oder später müssen Sie Ihre Positionen schließen. Das sollte die Aktie weiter steigen lassen.

Vielleicht ist das Schlimmste aber sowieso schon überstanden. Die vergangenen Handelsstunden der letzten Woche waren vergleichsweise harmlos. Es ging langweilig seitwärts. Vielleicht hat hier schon der ein oder andere Marktteilnehmer etwas geahnt und seine Short-Position verkleinert.

Es wird auf jeden Fall jetzt spannend zu sehen, wie die Aktie bis Mitte April weiterläuft. Erst ab dem 19. April dürfen wieder Short-Positionen auf die Wirecard-Aktie gekauft werden. Wenn die Aktie in der Zwischenzeit fallen sollte, wurden dann tatsächlich auch Aktien verkauft.

Chartanalyse von Wirecard auf Jahressicht

So kann es gehen, wenn eine Aktie in den DAX aufgenommen wird. Der Zeitpunkt war natürlich denkbar schlecht. Denn gerade im Herbst 2018 purzelten die Kurse deutlich. Davor konnte sich auch Wirecard nicht schützen, die gerade neu im DAX gelistet war.

Wirecard RED – obs Wirecard AG Paul Blind

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Nach dem rasanten Lauf Richtung 200 Euro pro Aktie, haben sich die Kurse im Laufe der nächsten fünf Monate schon wieder halbiert. Anfang des Jahres gab es noch einmal ein Aufbäumen der Bullen. Bis knapp unter 170 Euro schossen die Kurse nach oben – nur um danach auf die Tiefs von 2018 zu fallen.

Es wird sich jetzt zeigen, welche Wellen die Aktie in Zukunft schlagen wird. Die großen Spekulationen sind jetzt erst einmal vorbei – zumindest auf der Unterseite. Wobei, es gibt auch hier Ausnahmen.

So dürfen weiterhin Short-Positionen aufgenommen werden, wenn derjenige Händler auch gleichzeitig Aktien besitzt und hedgen möchte. CFDs, Optionsscheine oder Hebelzertifikate können auch weiterhin auf fallende Wirecard-Kurse gekauft werden. Doch diese machen nur einen geringen Teil der Marktbewegungen aus. Insofern werden sie zwar weiter angeboten – sie klingen für mich nur wegen der aktuellen Lage nicht sonderlich attraktiv.

Das muss jetzt allerdings auch nicht heißen, dass die Wirecard-Aktie im Frühling wieder bei 200 Euro steht. Das Eingreifen der BaFin ist außergewöhnlich und deshalb lässt sich jetzt schwer einschätzen, ob die Aktie wirklich durchstartet. Das Potential hätte sie. Aber vielleicht läuft sie auch nur weniger volatil und seitwärts mit leichter Tendenz nach oben.

Discount-Zertifikate könnten jetzt durchaus eine Idee sein. Wenn Sie sich damit auskennen, überlegen Sie sich einmal, ob und wie Sie die derzeitige Lage am besten nutzen können.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.