Wirecard? Darum bleiben wir entspannt!

Wirecard RED – obs Wirecard AG Paul Blind

Wirecard hat eine Menge zu bieten. Das lockt auch Neider an. Warum wir am Unternehmen festhalten. (Foto: obs/Wirecard AG/Paul Blind)

Haben Sie nun getrickst oder doch nicht? Die Aktie von Wirecard fährt auf jeden Fall Achterbahn. Doch wie steht es um das Unternehmen selbst? Wir sind bei Wirecard schon seit Jahren als Beobachter dabei und kennen jeden Geschäftsbericht. Glauben Sie uns, was dort in der Bilanz schlummert oder auch nicht, können wir ziemlich gut einschätzen. Jetzt werden Sie sich fragen, wie wir das Unternehmen konkret sehen?

Gemach, gemach, lesen Sie unsere Analyse! Die Wirecard AG ist 2005 aus der InfoGenie AG hervorgegangen und zählt seitdem zu den erfolgreichsten IT-Dienstleistern in Europa. Der Konzern verbindet Technik mit Finanzen und besitzt sogar eine Banklizenz. Wirecard ist Principal Member bei VISA und MasterCard und ist damit berechtigt, Kreditkarten herauszugeben. Zentrale Einnahmequellen sind der elektronische Zahlungsverkehr und das Lizenzgeschäft.

Tagesgeschäft birgt Potenzial

Die Aktie von Wirecard konnte sich endlich erholen. Innerhalb weniger Stunden stieg der Kurs um 25%. Der Grund für diesen Anstieg ist der veröffentlichte Abschlussbericht der renommierten Compliance-Kanzlei Rajah & Tann. Denn der Bericht hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzen von Wirecard festgestellt. Es gab 2017 zwar einen fälschlicherweise gebuchten Umsatz von 2,5 Mio €, dieser wurde allerdings im Abschluss 2018 rückwirkend korrigiert.

Zudem wurde ein Bilanzierungsfehler von 3 Mio € bereits nach einer Woche wieder korrigiert; und das waren die einzigen Vorfälle, die beanstandet wurden. Der Vorwurf der Financial Times des Round-Trippings (Scheinumsätze mit verschobenen Geldern) oder Korruption hat sich ebenfalls nicht bewahrheitet. Strafrechtlich ist demnach nichts zu beanstanden. Bleibt für alle Aktionäre die spannende Frage, wie es weitergeht.

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Prinzipiell spricht jetzt vieles dafür, dass Wirecard wieder zum Tagesgeschäft übergeht. Das könnte vor allem eins heißen: Die Wachstumsstory des innovativen Zahlungsdienstleisters dürfte in den kommenden Wochen und Monaten wieder im Vordergrund stehen.

Lassen Sie sich nicht beirren!

Für den Geschäftsbericht 2018 benötigte das Unternehmen drei Wochen mehr Zeit, um die Ergebnisse der Untersuchung darin einzuarbeiten. Statt am 4. April – wie eigentlich geplant – hat Wirecard die Zahlen am 25. April vorgelegt: Große Überraschungen blieben aus, der Vorstand bestätigte die Prognose für 2019, ein EBITDA zwischen 740 und 800 Mio € zu erreichen.

Die Wachstumsstory ist intakt. Sie sollten sich als Aktionär nicht verunsichern lassen. Wirecard ist mit seinem schwer kopierbaren Geschäftsmodell super aufgestellt. Die Aktie ist ein Investment wert – vor allem nach Rückschlägen!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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