Wirecard: Zockerei vom Feinsten! Kurs steigt 900 Prozent!

Wirecard RED – obs Wirecard AG Paul Blind

Die Aktie hatte ihren Boden über 1 Euro und stand heute schon bei über 9 Euro. Welcher DAX-Wert hat schon mal seinen Kurs innerhalb von drei Tagen verneunfacht? (Foto: obs/Wirecard AG/Paul Blind)

Die Aktie fühlt sich ein bisschen so an, wie das neue Bitcoin. Eigentlich wertlos, aber vielleicht steigt es ja doch noch mal. Wirecard als Alternativ-Währung – das könnte die Rettung sein.

Hier wird jetzt fleißig gezockt. Kein Wunder: Die Aktie hatte ihren bisherigen Boden kurz über 1 Euro und stand heute schon bei über 9 Euro. Welcher DAX-Wert hat schon mal seinen Kurs innerhalb von drei Tagen verneunfacht?

Wirecard: Doch kein Ende mit Schrecken

Totgesagte leben bekanntlich länger. Wirecard wurde schon mehrfach angezählt. Short-Attacken waren regelmäßig zu sehen. Zuletzt Ende Mai und final der eigene Schuss ins Knie mit Juni.

Wer Mitte April verkaufte, hat alles richtig gemacht. Im Nachhinein ist es natürlich immer einfach. Dass Wirecard zwei Monate später nicht mehr bei 140 Euro, sondern bei 1 Euro notiert, haben vermutlich nur die Insider geglaubt – wenn überhaupt.

Der Absturz ist schon beeindruckend. Nicht nur die Kurse, sondern auch das Image der Bafin, der Unternehmensprüfer von E&Y haben einen deutlichen Schaden erlitten. Kein Wunder, wenn sämtliche Kontrollinstanzen es aus Inkompetenz verschlafen die Unterlagen zu prüfen. Da wurde das deutsche Fintech-Unternehmen heilig gesprochen und jeder der etwas dagegen sagte und über die Manipulation berichtete, wurde in eine Ecke gestellt. Teilweise sogar verklagt.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. So sind wir blind mit Vollgas schön gegen den Baum gefahren. Die Gerüchte und Vermutungen über die die Financial Times berichtete, waren also war. Huch! Konnte ja keiner ahnen. Hätte auch keiner überprüfen können. So ist das heutzutage nunmal mit DAX-Konzernen. Wir müssen einfach glauben, was diese sagen. Kein Wunder, wenn sich immer mehr Menschen von der Börse abwenden und als Begründung Manipulation angeben.

Wirecard wird heiß gehandelt

Zocken Sie auch schon mit oder schauen Sie sich das Spektakel von der Seitenlinie aus an? Mir ist das Ding ehrlich gesagt eine Nummer zu heiß. Ja, klar, man hätte bei 1 oder 2 Euro einsteigen können und auf eine Gegenbewegung hoffen. Doch wenn morgen der Stöpsel gezogen wird, ist der gesamte Einsatz weg.

Wer mutig genug war, konnte sein Geld leicht vervielfachen. Heute die Bewegung rauf auf 9 Euro und sofort wieder runter unter 6 – da haben zuvor wohl ein paar Shorties ihre Positionen verkauft. Ein geschlossener Short ist ja quasi ein Kauf. Und das geht nur bei genug Volumen und nicht, wenn die Aktie vom Handel ausgesetzt ist.

Allein diese Bewegung heute im 15-Minuten-Chart spricht Bände darüber, dass hier keine kleinen Spieler am Werk sind. Privatanleger werden da wohl kaum großartig einsteigen. Die haben die Nase voll und zwar gestrichen. Verständlich, denn mit Wirecard haben viele Geld verloren. Das merken wir auch an den Kundenmails. Da kocht die Stimmung über.

Wenn sonst ein Trade einmal verloren geht, ist das halb so wild. Bei Wirecard haben uns besonders viele Mails erreicht. Klar, viele Anleger haben auch keine Ahnung, was sich hinter den Kulissen abspielen kann und wie die Preise gemacht werden. Da wundert sich dann manche und reibt sich die Augen, wie so etwas denn passieren konnte.

Verwundert werden sicherlich auch zahlreiche Wirecard-Mitarbeiter geschaut haben. Die könnten ihren Job verlieren. Das ist schon ein härteres Schicksal als einfach nur ein verlorener Trade.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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