Eurokrise und Autoabsatz: Daimler, VW, BMW und Co. trotzen Entwicklung

Wer kein Geld hat, kann keine Autos kaufen. Das ist so banal, dass es an sich keiner Erläuterung bedürfte. Nur: wie sehen die Zahlen konkret aus in Südeuropa, wie in den krisengeschüttelten USA. Der Autobranche müsste es schlecht gehen, aber sie brummt. Wir zeigen die Wirkung der Eurokrise auf den Absatz der Autos. Die Krise geht an Daimler, VW und BMW vorbei – nachhaltig.

Sie können also investieren, wenn Sie noch Chancen an den Aktienbörsen suchen. Vor allem werden die Autobauer in den USA aktuell und in Asien künftig noch deutlich höhere Absätze erzielen. Die Zukunft ist gesichert.

USA: 17% mehr Absatz

Die guten Nachrichten kommen aus den USA. Dort haben die deutschen Autobauer insgesamt sogar 17% mehr abgesetzt – bezogen auf das erste Halbjahr und die Bereiche PKW und „leichte“ Nutzfahrzeuge. Die gesamte Nachfrage dort ist um 13% gestiegen, damit liegen die deutschen Hersteller 4%-Punkte über dem Durchschnitt.

Das aber sind umgerechnet fast 30% mehr. Sie können dies auch am Marktanteil ablesen. Der steigt inzwischen auf 7,8%. Bei PKWs beträgt der Anteil inzwischen immerhin 11,3%. Die Tendenz steigt.

In Südeuropa fallen die Zahlen. Italien meldet, dass dort insgesamt 13% weniger neue Fahrzeuge auf den Straßen fahren, Portugal meldet 20% Minus, Spanien 27% und Griechenland 44%.

Krise in Südeuropa deutlich

Damit sehen wir immerhin, dass die Südeuropäer tatsächlich auf die Krise reagieren. Wenn es eine positive Nachricht gibt, dann diese. Die Banken haben vorher fleißig Kredite vergeben, auch für den Autoverkauf. Zudem griffen die Staaten gerne und großzügig in die Kasse und spendierten wie bei uns Prämien für den Autokauf. Diese Programme nun laufen aus.

Künftig werden VW und die Anderen in Südeuropa daher noch weniger verkaufen. Wichtig in Europa bleibt aber Deutschland. Hier zeigen die Zahlen ebenfalls direkt, wie es um die Konjunktur steht. Mehr als 10% Neufahrzeuge rollen auf unseren Straßen. Auch Frankreich stützt die Industrie noch.

Insgesamt verliert der Markt in Europa damit zwar weiter, die Verluste jedoch halten sich in Grenzen. Knapp mehr als 8% Rückgang in Europa stehen der Aufschwung in Asien und in den USA gegenüber. Das gesamte Minus beträgt 2%.

  • Die Autoindustrie ist daher in zwei Punkten wichtig: dort können Sie noch Geld verdienen und
  • Sie zeigt an, wo die Konjunktur noch funktioniert.
  • In Südeuropa bricht alles zusammen.
  • In den USA gibt es noch Impulse
  • In Deutschland und Frankreich kaufen vor allem Private weiterhin.

GeVestor meint: Damit sind Deutschland und Frankreich weiter die Musterschüler in Europa. Ihre Aktien-Investitionen in der Eurozone konzentrieren Sie am besten noch hier.

Spezielle Gewinnerbranche wird weltweit der Automobilsektor bleiben. Verglichen mit anderen zyklischen Branchen läuft es in den Schwellenländern und in den USA gut. Daimler, VW und BMW trotzen der Eurokrise.

19. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Janne Joerg Kipp. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt