Wo Sie sich jetzt noch Rendite sichern: Bei Aldi!

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Grund und Agrarflächen machen die Bauern reich. Nicht nur die Bewirtschaftung, sondern durch Verkauf oder EU-Subventionen. Hier spielt Aldi ab sofort auch mit! (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Aldi macht es vor: In Zeiten von Niedrigzinsen und Negativzinsen bleibt die Frage – „wohin mit dem Geld?“ Denn schließlich soll es mit der Zeit mehr werden und die Kaufkraft erhalten bleiben. Diese sinkt aber beständig, weil dank der Inflation die Preise steigen. Wenn Sie also nicht mindestens so viel Rendite erwirtschaften, wie die Inflation wieder reduziert, machen Sie Verluste.

Das haben sich jetzt auch die Aldi-Erben überlegt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass Sie etwas kaufen sollten, von dem es begrenzte Menge gibt: Ackerland.

Geld verdienen mit Agrarbetrieben

Genauer gesagt haben sie in Ostdeutschland zugeschlagen. Innerhalb von zwei Monaten haben die Aldi-Erben hier zwei riesige Grundstücke gekauft. Weniger Wert werden diese Landteile wohl kaum mit der Zeit. Dazu ist das Ackerland natürlich auch noch besonders nützlich.

Aber vielleicht nicht im eigentlichen Sinne, wie Sie denken. Ja, es kann darauf Nahrung produziert werden. Doch der tatsächliche Schlüssel zum Erfolg nennt sich EU-Subventionen. Große Agrarbetrieben leben davon, wenn der Agrarhaushalt der EU die Subventionen in Milliardenhöhe verteilt.

Das läuft den ortsansässigen Bauern natürlich ordentlich gegen den Strich. Fair wäre es, wenn diese Subventionen nur unter den Bauern aufgeteilt werden würden, die eine gewisse Größe unterschreiten. Damit wären alle riesigen Agrarbetriebe ausgeklammert und der kleine Bauer ums Eck profitiert davon.

Sie ahnen es bereits, dass dies aber nicht so stattfindet. Jeder bekommt die Unterstützungen der EU,  auch die Agrar-Giganten. Und so ist es wenig verwunderlich, dass der Unmut gegen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wächst.

Aldi breitet sich im Osten aus

Wie viel Fläche sich der Aldi-Konzern in Ostdeutschland unter den Nagel gerissen hat, ist durchaus beeindruckend. Abgesehen davon, dass vermutlich niemand gezwungen wurde, sein Land zu verkaufen, muss so ein Deal erst einmal organisiert werden.

Die Zahlen: In Sachsen wurden etwa 1.500 Hektar übernommen. Eigentümer bisher war der frühere Bauernpräsident von Thüringen Klaus Kliem. Das schreibt der Stern. Umgerechnet entspricht diese Fläche ungefähr 2.000 Fußballfeldern!

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Doch damit nicht genug. Bereits Ende Juni sicherte sich Aldi einen noch gewaltigeren Bereich in Sachen-Anhalt. Es sei eine private Investition der Familie Albrecht. Somit würde auch nicht einmal Aldi beliefert. Ob dort überhaupt das Land bewirtschaftet wird, bleibt abzuwarten. Die Fläche ist beeindruckend: 2.000 Hektar wurden hier gekauft.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Bauernhof kümmert sich in Sachen-Anhalt um 270 Hektar. Die Albrechts halten also über den siebenfachen Durchschnitt – alleine in dem Bundesland.

Nachdem bereits zwei Deals abgewickelt sind, würde es mich wundern, wenn wir hier schon das Ende gesehen hätten. Irgendwohin muss das Geld doch und wenn im Osten die Ländereien verkauft werden: Warum nicht dort zuschlagen?

Das ganze Geschäft läuft übrigens über die Firma Boscor. Die gehört zur Lukas-Stiftung, die wiederum der Aldi-Nord-Familie gehört.

DAX-Unternehmen sind ebenfalls investiert

Doch damit ist Aldi gar nicht alleine. Ist Ostdeutschland gehörten bereits Anfang 2017 über ein Drittel der Agrarunternehmen sogenannten „ortsfremden“ Großinvestoren. Dazu zählen auch die Münchner Rückversicherung, die Familie des Textildiscounters Kik und die Bremer Baudynastie Zech.

Kein Wunder, dass sich die Kaufpreise für Agrarflächen entsprechend erhöhen. Zwischen 2005 und 2018 schossen die Preise in Mecklenburg-Vorpommern um 383 Prozent in die Höhe. Dahinter folgt Brandenburg mit 324 Prozent, sowie Sachen und Sachen-Anhalt mit je 240 Prozent.

Eine Trendwende in der Zins-Entwicklung sehen wir demnach wohl zuerst in diesen Regionen, wenn dort die Preise fallen. Morgen wird das aber noch nicht passieren.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.