Wochenbilanz: Die Abrechnung mit DAX, S&P 500 und Öl

Für eine gewöhnliche Woche im September ist der DAX überwältigend stark, selbst wenn er aktuell eine kleine Pause eingelegt hat. (Foto: Deutsche Börse AG)

Für eine gewöhnliche Woche im September ist der DAX überwältigend stark, selbst wenn er aktuell eine kleine Pause eingelegt hat.

Dass wir noch nicht wieder heruntergefallen sind, ist die eigentliche positive Nachricht.

DAX hält den steilen Anstieg

Sie sehen im Tages-Chart, dass der DAX nach seinem kurzen Ausflug unter 12.000 Punkte mit großen Schritten die 12.500 erklommen hat.

Hier wird er jetzt seit 4 Tagen gehalten. Die blaue 100-Tages-Linie hatte bereits im Juli für Stabilität gesorgt. Erst als diese Bastion fiel, ging es rapide bergab mit den Kursen.

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Wir haben jedoch mit einem überkauften DAX zu tun. Das ist einerseits kein Wunder nach dem schnellen Anstieg.

Andererseits sagt das auch die Slow Stochastic Indikator unten im Chart. Diese überkaufte Situation kann sich jetzt auf hohem Niveau abbauen.

Dann bleiben wir einfach noch ein paar Tage in dem Bereich um 12.500. Oder die Kurse gehen wieder etwas nach unten und lassen etwas Druck ab aus dieser hitzigen Lage.

Der S&P 500 marschiert

Während der DAX zwischen Höhen und Tiefen schwankt, haben Sie als Trader des S&P 500 seit April eine sehr übersichtliche Bandbreite.

Es gibt einen deutlichen Trendkanal, den der Index in den vergangenen 5 Monate nicht verlassen hat!

Selbst die schwachen Sommermonate hat der S&P 500 ignoriert und ist einfach weiter gestiegen.

Klar, zwischendurch gab es kleinen Ausverkauf von 2.475 auf 2.425 Punkte – aber alles noch im Rahmen und innerhalb des Trendkanals.

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Die nächsten Monate könnte der S&P 500 weiterhin in diesem Kanal verbringen – zumal wir auch gerade ziemlich in der Mitte dieses breiten Trends liegen.

Es sei denn bei 2.500 ist Schluss. Das werden wir die kommenden Tage erleben.

Der weite Blick auf Rohöl

Betrachten wir heute einmal Brent Crude auf Wochensicht im Zeitfenster von knapp 2 Jahren.

Sie sehen das Tief unter 28 US-Dollar Mitte Januar 2016 und das Zwischenhoch von 58 US-Dollar Anfang Januar 2017. Innerhalb eines Jahres hatte sich der Ölpreis also verdoppelt.

Jetzt startet Brent Crude eine neue Rallye. Der Bereich um die 58 US-Dollar ist damit das nächste Ziel.

Achten Sie auf diesen Bereich! – Warum? Die FED macht es ebenfalls – wegen des Domino-Effekts.

Denn wenn Öl teurer wird, steigen auch viele andere Produkte und das kurbelt die Inflation an. Die Zentralbanken haben die Teuerungs-Rate genau im Visier.

Wenn die anzieht, muss die FED reagieren. Und die Reaktion ist dann wahrscheinlich eine Anhebung des Leitzinsen.

Erhöht die US-Notenbank die Zinsen, wird die EZB das daraufhin vermutlich auch machen.

Schließlich haben wir in Europa durch das teurer gewordene Öl auch mehr Kosten, das heißt eine höhere Inflationsrate.

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Noch ist aber nichts entschieden.

Dennoch könnte Rohöl ebenfalls der Auslöser dafür sein, dass die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland bald wieder sinken oder zumindest weniger stark steigen.

Denn wenn der Leitzins steigt, werden Finanzierungen von Immobilien teurer.

Das können sich dann viele Käufer nicht mehr leisten und die sinkende Nachfrage, könnte für einen kleineren Einbruch auf dem heißgelaufenden Immobilienmarkt sorgen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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