Wohin der DAX nun fallen könnte

Im gestrigen Beitrag haben wir festgestellt, dass die Anlegerstimmung, die sich bis vor 14 Tagen noch spürbar gebessert hatte, seither wieder in den Keller gerutscht ist.

Das erhoffte Kaufsignal in Form einer Überwindung des Zwischenhochs bei 11.802 Punkten im DAX 30 blieb aus. Ein solcher Verlauf hätte einen neuen Aufwärtstrend in Gang gesetzt.

Tatsächlich entwickelte sich das exakte Gegenteil: Der DAX 30 hat durch das Unterbieten des Zwischentiefs bei 11.052 Zählern nunmehr einen Abwärtstrend definiert.

Auf welche Niveaus kann der DAX 30 fallen?

Aus dieser Analyse ergab sich die Frage, auf welche Niveaus der DAX 30 im Rahmen dieses neu generierten Abwärtstrends denn fallen könnte. Die Antwort darauf hatte ich Ihnen für heute versprochen.

Um eine solche Frage zu beantworten, ist es zumeist sinnvoll, die eigene Perspektive zu erweitern. Schauen wir uns den DAX 30-Verlauf also einmal über die zurückliegenden 7 Jahre an.

In diesem Chart sind die täglichen Kursschwankungen ausgeblendet. Sie sehen ausschließlich die Freitagsschlusskurse. Durch diese Darstellung können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren:

dax 30 wochen-chart mit freitagsschlusskursen-19-08-2015

DAX 30 Wochen-Chart:Charttechnisch wahrscheinliche Kursziele

Sie sehen in der Grafik 2 Aufwärtstrends: Einer geht vom Herbst-Crash des Jahres 2011 aus (rote Linie). Der zweite, noch längere Aufwärtstrend, startete an dem im März 2009 ausgebildeten Tiefpunkt (gestrichelte rote Linie).

Die vertikalen schwarzen Balken sollen Ihnen lediglich dabei helfen, im Chart ein „Zeitgefühl“ zu erzeugen: Sie helfen dabei, einen Zeitraum bis zum 15. September sichtbar zu machen.

Die charttechnisch möglichen bzw. wahrscheinlichen Kursziele habe ich Ihnen mit den farbigen Kreisen markiert:

Kursziel-Szenario 1

Der wohl wahrscheinlichste Anlaufpunkt – schon allein wegen der kurzen Distanz – ist die jüngere Aufwärtstrend-Linie. Im DAX entspräche das einem Zielbereich von 10.250 bis 10.350 Punkten.

Ein seit beinahe 5 Jahren bestehender Aufwärtstrend ist üblicherweise nicht so leicht zu durchbrechen. Somit besteht eine gute Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Abwärtsbewegung auf dem genannten Niveau endet.

Kursziel-Szenario 2

Allerdings sollten Sie stets einen Alternativ-Plan besitzen. Sollte der Aufwärtstrend nämlich nicht halten, werden Sie sich auf noch tiefere Kursziele einstellen müssen.

Einen charttechnisch offensichtlichen Anlaufpunkt stellt die Kreuzung des älteren Aufwärtstrends mit der Unterstützung bei 9.000 Punkten (pinkfarbene Linie) dar.

Um diese Kreuzunterstützung (grüner Kreis) zu treffen, müsste es im DAX bis Ende September allerdings schon „crash-artig“ nach unten gehen. Ansonsten ist das in dem dafür zur Verfügung stehenden Zeitfenster wohl kaum zu bewerkstelligen.

Dass diese Variante dennoch nicht auszuschließen ist, zeigt der grün unterlegte Herbst-Crash des Jahres 2011: Damals verlor der DAX 30 innerhalb von 7 Wochen knapp 2.137 Punkte bzw. -29,2%.

Kursziel-Szenario 3

Variante 3 wäre, dass der DAX 30 einen weniger dynamischen Weg wählt und den Aufwärtstrend aus dem Jahr 2009 irgendwo zwischen dem blauen und dem grünen Kreis trifft.

Wohlgemerkt: Die Szenarien 2 und 3 kämen nur dann zum Tragen, wenn der Aufwärtstrend aus dem Jahr 2009 NICHT hält.

19. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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