Wolfram: Ein Spezialmetall mit viel Potenzial

Neben den gängigen Rohstoffen wie Gold, Silber oder auch Öl stelle ich Ihnen in diesem Newsletter regelmäßig auch exotische Rohstoffe vor.

Denn auch abseits der ausgetretenen Wege im Rohstoffsektor warten spannende Chancen. In einer kleinen Serie möchte ich Ihnen Wolfram als Spezialmetall einmal ausführlicher präsentieren.

Wie bei so vielen Rohstoffen ist auch bei Wolfram China der dominierende Anbieter auf dem Weltmarkt. Da es keinen Börsenhandel bei Wolfram gibt, geht die chinesische Dominanz sogar so weit, dass der maßgebliche Weltmarktpreis sich an speziellen chinesischen Preisen orientiert.

Doch diese chinesische Dominanz beim Angebot hat auch die bekannten Folgen: bei der zu erwartenden steigenden Nachfrage beim Wolfram wird das Angebot für den Rest der Welt sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren eingeschränkt.

Laut aktueller Studien kann es schon 2014 oder 2015 zu einem Angebotsengpass führen. Gleichzeitig ist es eben in China auch so, dass die Produktion nur noch auf dem aktuellen Niveau gehalten werden kann. Eine Ausweitung scheint kaum möglich.

Das liegt an zwei Dingen: Zum einen gehen keine neuen Minen mehr in Produktion wegen der auch in China erschwerten Genehmigung. Zum anderen lässt die Produktion in vielen Minen Chinas nach.

An dieser Bestandsaufnahme wird schon deutlich: Wolfram steht sicherloch vor einer spannenden Zukunft. Doch zunächst stellt sich die Frage: Was ist Wolfram? Und wofür wird das Spezialmetall eigentlich eingesetzt?

Wolfram – ein spezielles Industriemetall mit einzigartigen Eigenschaften

Grundsätzlich ist Wolfram ein Industriemetall, das so viele unterschiedliche Eigenschaften in sich vereint, dass es nur sehr schwer durch andere Metalle ersetzt werden kann. Dies ist ein wichtiger Faktor. So ist Wolfram sehr hart. Das Wolfram Carbid rangiert in einer Härteskala direkt hinter Diamanten aber weit vor handelsüblichem Stahl.

Zudem sind durch Wolfram veredelte Produkte extrem hitzebeständig. Das Metall hat einen extrem hohen Schmelzpunkt von 3.422 Grad Celsius. Weitere Vorteile sind die leichte Recyclen und auch die Tatsache das Wolfram nicht giftig und auch nicht anfällig für Korrosion ist.

Bei der Anwendung dominiert der Sektor des Wolframcarbid mit rund 55%. Hierbei geht es um den Einsatz in Bauteilen der Automobilindustrie ober bei der Öl- und Gasförderung. Ebenso ist der militärische Einsatz sehr wichtig. Daher wird Wolfram auch von den USA und ebenfalls von der Europäischen Union (EU) als strategisches Metall eingestuft.

Aufgrund der aktuellen Marktlage und dem Wachstum der chinesischen Wirtschaft gehen viele Marktexperten von einem jährlichen Wachstum der Wolfram-Nachfrage von rund 6% bis mindestens 2016 aus.

Und die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren untermauert ganz klar die wachsende Bedeutung: Seit 2009 hat sich der Preis auf über 400 Dollar mehr als verdoppelt. Auf Sicht von fünf Jahren bringt es Wolfram ebenfalls auf eine Preissteigerung von 100%. Bei den meisten anderen Industriemetallen wie Nickel oder Kobalt haben sich die Preise teilweise mehr als halbiert.

Nach diesen eher allgemeinen Angaben geht es morgen an dieser Stelle dann um einige Wolfram-Produzenten. Aussichtsreiche Wolfram-Explorer stehen dann in der abschließenden dritten Folge der kleinen Serie im Mittelpunkt.

14. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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