Wüstenrot & Württembergische hebt Prognose an

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Die Aktie des Versicherungskonzerns Wüstenrot & Württembergische ist für Value-Investoren einen Blick wert. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die aktuelle Berichtssaison, in der die Unternehmen ihre Zahlen für die ersten 3 Monate des laufenden Jahres vorlegen, ist inzwischen weit fortgeschritten. Das bedeutet: In diesen Tagen legen nur noch wenige Unternehmen ihr Zahlenwerk vor.

Ein solches Unternehmen ist der im SDax notierte Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische (W&W). Obwohl das Unternehmen gut verdient und im Rahmen der Zahlenvorlage die Gewinnprognose angehoben hat, wird die Aktie von den Anlegern derzeit noch vernachlässigt. Für Value-Anleger sollte sich ein Blick auf die Aktie von W&W lohnen. Denn sie notiert weit unter ihrem Buchwert.

W&W: Unabhängiger Finanzdienstleister

Für diejenigen, die W&W nicht kennen, möchte ich das Unternehmen zunächst kurz vorstellen. W&W entstand im Jahr 1999 durch die Fusion der ältesten deutschen Bausparkasse Wüstenrot mit der Württembergischen Versicherung. Seit 2005 zählen auch die Karlsruher Versicherungen zum Konzern.

Das konservativ geführte Unternehmen ist schwerpunktmäßig in den Sparten Versicherung, Baufinanzierung und Altersvorsorge aktiv. Als unabhängiger Finanzdienstleister bietet W&W seinen Kunden Leistungen für Wohneigentum, Vermögensbildung, Zukunftssicherung und Risikoschutz aus einer Hand.

Die Wüstenrot Stiftung hält über zwei Holdinggesellschaften gut 66% der Anteile. Rund 10% der Anteile sind im Besitz sonstiger institutioneller Investoren und die restlichen knapp 24% befinden sich im Streubesitz.

Guter Jahresauftakt und positive Prognose

W&W ist gut ins laufende Jahr gestartet. Das Nettoergebnis stieg um 35% auf 78,5 Mio. Euro. Maßgeblich dafür verantwortlich waren das gute Neugeschäft und ein deutlicher Anstieg des Finanzergebnisses von 377 auf 847 Mio. Euro.

Der sehr deutliche Anstieg des Finanzergebnisses resultierte aus dem Wertzuwachs bei festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Kapitalanlagen für fondsgebundene Lebensversicherungen.

Der W&W-Vorstand rechnet nach dem guten Jahresstart für das laufende Jahr mit einem Ergebnis am oberen Ende des langfristig angestrebten Zielkorridors von 220 bis 250 Mio. Euro. Bisher war ein Ergebnis über dem Vorjahreswert von 215 Mio. Euro angepeilt worden.

Ungeachtet anhaltender Niedrigzinsen, nachlassender Konjunktur und eines schärferen Wettbewerbs ist unser Optimismus für 2019 noch weiter gewachsen, so W&W-Chef Junker.

Dennoch und obwohl die Aktie von W&W in den vergangenen Wochen und Monaten bereits spürbar zulegen konnte, wird sie derzeit rund 60% unter ihrem Buchwert gehandelt und ist unter Value-Gesichtspunkten ein echtes Schnäppchen. Ein gewisser Bewertungsabschlag von 10 bis 20% mag für dieses Finanzkonglomerat berechtigt sein, da Investoren in jüngster Zeit Unternehmen mit einfacher Struktur bevorzugen (daher auch die Umbaupläne bei den Mischkonzernen Siemens und Thyssen-Krupp).

Ein Preisabschlag von mehr als der Hälfte ist aus meiner Sicht jedoch nicht nachvollziehbar. Für Value-Anleger könnte es sich daher lohnen, auf eine Kurserholung zu setzen. Eine attraktive Dividendenrendite von 3,5% gibt es obendrauf. Die Dividende wird übrigens bereits in einigen Tagen (3 Werktage nach der am 5. Juni stattfindenen Hauptversammlung) gezahlt.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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