Wüstenrot & Württembergische: Nach 1. Halbjahr 2018 im Plan

Der Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische sieht sich nach dem 1. Halbjahr 2018 im Plan. Lesen Sie jetzt, wie es weitergeht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die aktuelle Berichtssaison, in der die Unternehmen ihre Zahlen für das 1. Halbjahr 2018 und das 2. Quartal vorlegen, läuft weiter auf Hochtouren. Gestern öffnete beispielsweise der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) seine Bücher.

Letztmals habe ich im Mai nach Vorlage der Zahlen für das 1. Quartal 2018 über W&W berichtet. Zu diesem Zeitpunkt schrieb ich Ihnen bereits:

„Obwohl das Unternehmen gut verdient, wird die im SDax gelistete Aktie von den Anlegern derzeit noch – zu Unrecht – vernachlässigt. Für Value-Anleger sollte sich ein Blick auf die Aktie von W&W lohnen. Denn sie notiert weit unter ihrem Buchwert.“ Diese Einschätzung ist bis heute gültig.

Wüstenrot & Württembergische: Unabhängiger Finanzdienstleister

Für diejenigen, die W&W nicht kennen, möchte ich das Unternehmen zunächst kurz vorstellen. W&W entstand im Jahr 1999 durch die Fusion der ältesten deutschen Bausparkasse Wüstenrot mit der Württembergischen Versicherung. Seit 2005 zählen auch die Karlsruher Versicherungen zum Konzern.

Das konservativ geführte Unternehmen ist schwerpunktmäßig in den Sparten Versicherung, Baufinanzierung und Altersvorsorge aktiv. Als unabhängiger Finanzdienstleister bietet W&W seinen Kunden Leistungen für Wohneigentum, Vermögensbildung, Zukunftssicherung und Risikoschutz aus einer Hand.

Die Wüstenrot Stiftung hält über zwei Holdinggesellschaften gut 66% der Anteile. Etwas mehr als ein Drittel der Aktien befindet sich im Streubesitz.

Im 1. Halbjahr 2018 auf Kurs

Wie schon geschrieben, hat W&W gestern die Zahlen für das 1. Halbjahr 2018 vorgelegt. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben nach den ersten 6 Monaten voll auf Kurs. Der Nettogewinn lag mit 116,4 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert, jedoch leicht über den Erwartungen für das laufende Jahr.

Der Ergebnisrückgang ist auf das bereits vorgestellte Rekord-Investitionsprogramm in Höhe von 820 Mio. Euro für den Zeitraum 2018 bis 2020 zurückzuführen. Dies dient unter anderem der digitalen Transformation des Vorsorgekonzerns.

Auch das Neugeschäft von W&W entwickelte sich insgesamt erfreulich. In der Baufinanzierung und im Versicherungsgeschäft wurden Zuwächse erreicht. Für das Gesamtjahr 2018 wird die bisherige Erwartung eines Konzernüberschusses von mindestens 200 Mio. Euro bestätigt.

W&W-Chef Jürgen A. Junker äußert sich dazu wie folgt: „(…) Der bisherige Jahresverlauf stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir 2018 nicht nur unsere wirtschaftlichen Ziele erreichen werden, sondern auch strategisch gut vorankommen.“

Digitalisierung im Fokus

Die Digitalisierung der Geschäftsmodelle spielt bei W&W derzeit eine wichtige Rolle. Sie kostet – wie Sie gerade erfahren haben – zwar auf der einen Seite viel Geld, wird auf der anderen Seite aber für die Umsätze und Gewinne von morgen sorgen.

W&W-Chef Junker dazu: „Die Digitalisierung unserer Geschäftsmodelle und Prozesse gewinnt mehr und mehr an Schwung. Dass die W&W-Gruppe zugleich in ihren Märkten erfolgreich agieren kann, beweist die gute Neugeschäftsentwicklung.“

Meine Einschätzung zur W&W-Aktie: Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie nach wie vor recht deutlich unterbewertet und damit für geduldige Value-Anleger weiterhin einen Blick wert.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.