Wurde so der Goldpreis manipuliert?

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„Gold“, meint unser Börsenexperte Rainer Heißmann, „ist langsam wieder einen Trade wert.“ (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Neulich am Telefon:

„Ben? Bist Du es? Hier Barack. Und Lloyd, bist Du auch da?“

„Hier Ben“ – „Hier Lloyd“

( Ben Bernanke: Chef US-Notenbank, Barack Obama: US-Präsident, Lloyd Blankfein: Chef der US-Großbank Goldman Sachs)

„Prima, dann steht die 3-er Konferenz.“

Barack: „Ich brauch mal euren Rat!“

Ben: „O.k. – schieß los.“

Barack: „Also, mich hat eben die NSA (Geheimdienst der USA) angerufen. Die haben mir gesagt, Angie (Angela Merkel) werde die nächsten Tage auf mich zukommen.“

Ben: „Was will die?“

Barack: „Die will ihr Gold, das bei uns lagert.“

Ben lacht schallend und prustet los: „Das ist doch weg!“

Barack: „Ja eben; und die NSA sagt, Angie will das Gold zurück ins Reich holen.“

Lloyd: „Oh shit!“

Ben: „Nana, nicht so eine Sprache, Du weiß doch, die NSA hört auch bei uns mit.“

Lloyd: „Sorry – das Wort soll die NSA im Protokoll streichen.“

Barack: „… und was sag ich Angie?“

Ruhe …

… dann Lloyd: „Wir kaufen das Zeugs. Du, Barack, sorgst dafür, dass wir etwas Zeit gewinnen. Ich sorg für günstige Kaufkurse, Ben kauft das Gold – und dann soll Angie es doch haben.“

Barack: „Super, so, als Dreigestirn, kommen wir aus dem Dilemma raus. Ich danke Euch. Bis dann also.“

Lloyd: „Nur kurz, Barack. Denk dran, wenn Angie anruft, darf sie nicht merken, dass Du schon alles weißt.“

Barack lacht: „Keine Problem. Ich tu so, als wäre alles neu. Das mach ich bei allen Verhandlungen. Die NSA sagt mir doch immer vorher, was kommen wird.“

Barack, Ben und Lloyd beenden verschwörerisch lachend die Telefonkonferenz.

Lloyd Blankfein sorgte über seine weltweiten Kontakte für einen rapiden Preisverfall bei Gold.

Ben Bernanke kaufte mit frisch gedrucktem Geld Zug um Zug das vorher verjubelte Gold.

Barack Obama lud Angela Merkel zum Essen ein und sorgte für lange Rückgabefristen.

Fiktives Telefongespräch

Das obige Telefongespräch hat es natürlich nie gegeben. Es ist von mir frei erfunden. Aber: Gut möglich, dass die Wahrheit viel unglaublicher ist, als diese erfundene Geschichte.

Verschwörungstheorie? – Klar!

Unglaublich? – Mag sein!

Unmöglich? – Nein!

Zumindest ist es so:

  • Deutschland will seine Goldreserven zurückholen.
  • Es ist nicht verifiziert, dass die in den USA gelagerten Gold-Reserven wirklich vorhanden sind. Eine Inventur hat es nie gegeben.
  • Es gibt lange Lieferfristen, angeblich aus Sicherheitsgründen beim Transport.
  • Es kommen nicht die Original-Barren zurück. Sondern das Gold wird eingeschmolzen und in neue Barren gegossen. Kontrolle, ob es die in den USA gelagerten Originale sind, ist nie mehr möglich.
  • Die Banken manipulieren weltweit alles was nicht niet- und nagelfest ist. So wird derzeit auch untersucht, ob der Goldpreis manipuliert wurde.

Wenn denn nun die USA das deutsche Gold in der Finanzkrise verzockt hätten und wenn sie es nun zurückkaufen müssten, dann würde es aus US-Sicht Sinn machen, …

… dass das Gold billig ist,

… dass sie viel Zeit haben,

… dass sie nicht die Original-Barren liefern müssten.

Der Goldpreis wird mittelfristig steigen

Es passt nicht zusammen. Die Bilanzsummen wichtiger Notenbanken werden aufgebläht bis zum „Geht-nicht-mehr“ und der Goldpreis fällt. Nun sagt man, „stelle Dich nicht gegen die Fed“, sprich: Handle nicht gegen die US-Notenbank. Das gilt gleichermaßen auch für Goldman Sachs & Co.

Die haben so viel Geld, dass die die Kurse lange manipulieren können. Lange ja, aber nicht ewig. Und von daher, denke ich:

Ein Trade mit Call-Optionen auf Gold ist so langsam wieder einen Blick wert.

Kurze Info an die Leser des Optionen-Profi: Dies ist noch keine Kaufempfehlung; die kommt gegebenenfalls wie immer als Optionen-Profi-Eil-Dienst.

Zum guten Schluss: Heute vor 165 Jahren, also am 22.01.1849, kam der schwedische Schriftsteller August Strindberg zur Welt. Er schrieb:

„In einer kleinen Rolle muß man ein großer Künstler sein, um gesehen zu werden.“

Meine Rolle an der Börse ist zu klein, als dass sie mit der Vokabel „klein“ noch beschrieben werden könnte. Welch großer Künstler sollte ich sein, dass ich an  der Börse gesehen werde. Und doch: Zumindest Sie – und sicher auch etliche weitere Leser, haben mich gesehen.

Beste Grüße sendet Ihnen der Optionen-Künstler Rainer Heißmann

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet


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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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