W&W: Corona-Krise sorgt für Gewinneinbruch

Wüstenrot Angebotsanforderung RED – Wüstenrot & Württembergische

Der Finanzdienstleister W&W hat im 1. Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Hoffnung machen hingegen die guten Neukundenzahlen. (Foto: Wüstenrot & Württembergische)

Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (kurz: W&W) hat am vergangenen Freitag vorläufige Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Jahres präsentiert. Der Finanzdienstleistungskonzern und Versicherer musste beim Gewinn einen herben Rückschlag einstecken. Allerdings konnte das im SDax gelistete Unternehmen auch etwas Positives vermelden,: W&W konnte bei der Neukundenzahl im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 25% zulegen.

Als Hauptgrund für diesen Anstieg bei der Neukundengewinnung nennt Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der W&W AG, die erfolgreiche Digitalisierung des Unternehmens: Der W&W-Gruppe kommt zugute, dass wir in den vergangenen Jahren massiv in die Digitalisierung der Produkte und Prozesse investiert haben. Jetzt, in Corona-Zeiten, sind wir dank unserer neuen digitalen Möglichkeiten eng bei unseren Kunden.

W&W im Kurzporträt

Bevor ich ausführlicher auf die Quartalszahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen kurz vorstellen. W&W entstand im Jahr 1999 durch die Fusion der ältesten deutschen Bausparkasse Wüstenrot mit der Württembergischen Versicherung. Seit 2005 zählen auch die Karlsruher Versicherungen zur Konzerngruppe.

Das konservativ geführte Unternehmen ist schwerpunktmäßig in den Sparten Versicherung, Baufinanzierung und Altersvorsorge aktiv. Als unabhängiger Finanzdienstleister bietet W&W seinen Kunden Leistungen für Wohneigentum, Vermögensbildung, Zukunftssicherung und Risikoschutz aus einer Hand an.

Die Wüstenrot-Stiftung hält über zwei Holdinggesellschaften gut 66% der W&W-Anteile. Rund 10% der Anteile sind im Besitz institutioneller Investoren und nur die restlichen knapp 24% befinden sich im Streubesitz.

Corona-bedingt enttäuschende Quartalszahlen

Bereits Anfang Mai hatte sich angedeutet, dass W&W seine optimistischen Prognosen für das laufende Jahr nicht einhalten kann. So teilte das Unternehmen am 4. Mai mit, dass es aufgrund der anhaltenden negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie das zuvor prognostizierte Konzernergebnis von 220 bis 250 Mio. Euro für das laufende Jahr nicht erreichen wird.

Am 15. Mai gab W&W dann bekannt, dass der Konzernüberschuss in den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres mit 25,0 Mio. Euro um 78,1% niedriger ausgefallen ist, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Als Ursache für diesen Gewinneinbruch nannten die Stuttgarter negative bilanztechnische Auswirkungen der volatilen Kapitalmärkte sowie Sondereffekte aus der Corona-Krise.

Finanzdienstleister wie W&W legen die eingenommenen Beiträge in Teilen an den Kapitalmärkten an und sind daher von den aktuellen Kurseinbrüchen stark betroffen. Darüber hinaus verursachen die bei der W&W abgeschlossenen Betriebsunterbrechungs-Versicherungen hohe Kosten, da W&W im Einzelfall für die durch eine Betriebsschließung entstandenen Schäden aufkommen muss.

Einnahmeseite aber weiterhin gut

Die Einnahmesituation hat sich im Auftaktquartal allerdings durchaus positiv entwickelt: So konnte das Unternehmen im Baufinanzierungsgeschäft mit 1,45 Mrd. Euro nahezu das Rekord-Vorjahresniveau von 1,46 Mrd. Euro erreichen.

In der Personenversicherung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 6,6% auf 629,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 590,9 Mio. Euro). Die Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete in den ersten 3 Monaten ein Wachstum der Bruttobeiträge um 6,3% auf 989,2 Mio. Euro nach 930,2 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

Momentan leidet W&W, wie viele weitere Unternehmen, unter den Auswirkungen der Covid19-Pandemie. Die W&W-Aktie hat sich in den vergangenen Wochen zwar schon wieder ein Stück weit von den Corona-bedingten März-Tiefstständen erholt, dürfte aber dennoch auf Sicht weiteres Potenzial bieten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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