Xilinx: Anleger lassen Halbleiterhersteller nach schwachen Zahlen fallen

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Der Chiphersteller Xiliinx vergrätzt Anleger mit Umsatzschwund und Gewinneinbruch. Die nächste Welle der 5G-Investitionen lässt auf sich warten. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Eine herbe Enttäuschung waren die Zahlen zur Geschäftsentwicklung zum dritten Quartal. Ein satter Umsatz- und Gewinnrückgang ließ die Anleger panikartig aus der Aktie fliehen. Nach einem Tagesverlust von 10% liegen die Papiere auf 12-Monatssicht beinahe 20% in der Verlustzone. Damit hinkt die Aktie des Halbleiterspezialisten dem breiten Chipmarkt meilenweit hinterher. Für Sie zum Vergleich: Der Dow Jones US Semiconductors Index, der die führenden Halbleiterwerte aus den USA umfasst, liegt im gleichen Zeitraum mehr als 40% im Plus.

Xilinx im Portrait

Xilinx ist ein US-amerikanischer Hersteller von Halbleitern und gilt als einer der größten Produzenten von programmierten Plattformen. Diese Plattformen bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, die der Konzern entwickelt und in eigenen Fertigungsanlagen produziert.

1984 gegründet, hat sich Xilinx zu einem Hersteller komplexer und umfangreicher Hard- und Software-Lösungen für Elektroniksysteme in vielerlei Märkten entwickelt. Der Konzern betreut Kunden in der Kommunikationsbranche, Unternehmen aus der industriellen Produktion, Medizintechnikunternehmen, Hersteller in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Elektronikhersteller, Kunden aus der Automobilbranche sowie Unternehmen aus den Feldern IT und Computerscience.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei Xilinx 3,05 Milliarden Dollar an Umsätzen durch die Bücher.

Gewinn knickt um 26% ein

Allerdings konnten die Zahlen zum abgelaufenen Quartal die Anleger nicht vom Hocker reißen. Ganz im Gegenteil: Der Hersteller von programmierbaren Logikbausteinen verzeichnete im dritten Quartal (zum 31.12) einen Umsatzrückgang von 10% im Vergleich zum Vorjahr auf 723 Millionen Dollar. Gleichzeitig sackte der bereinigte Gewinn um 26% auf 0,68 Dollar pro Aktie in den Keller.

Zugleich legte Xilinx eine niedrige Messlatte für die Einnahmen im vierten Quartal fest. Im Schlussquartal peilt der Konzern einen Umsatz von rund 765 Millionen Dollar an, was deutlich unter den Markterwartungen liegt. Sie müssen wissen: Bislang waren die Analysten im Durchschnitt von 825 Millionen Dollar ausgegangen.

Neben dem Gegenwind durch den Handelskrieg mit seinen Konsequenzen verwies Firmenboss Victor Peng auch auf die Verlangsamung sowohl der kabelgebundenen als auch der drahtlosen Netzwerkeinsätze.

Xilinx tritt auf die Kostenbremse

Unterdessen setzt der Konzern auf mehrere Maßnahmen zur Kostensenkung. Unter anderem soll die Mitarbeiterzahl um 7% reduziert und strengere Beschränkungen für diskretionäre Ausgaben eingeführt werden. Kurz zum Hintergrund: Die Einführung der 5G-Mobilfunknetze hat den Umsatz von Xilinx in den letzten Quartalen angekurbelt und wird immer noch als langfristiger Aufschwung angesehen. Zugleich sagte aber die Unternehmensleitung, dass es im Moment eine Flaute zwischen der ersten und zweiten großen Welle von 5G-Installationen in Schlüsselmärkten wie China und Südkorea gibt.

Analysten wittern Kurschance

Vor dem Hintergrund der langfristigen Chancen und des kurzfristigen Gegenwinds zeigen sich die Analysten sehr uneinheitlich. Die Kursziele der Analyten, die sich mit der Aktie beschäftigen, rangieren zwischen 90 und 120 Dollar. Das Durchschnitts-Preisziel liegt mit 103,46 Dollar nach dem Rücksetzer rund 22% über dem aktuellen Kursniveau. Vor dem Hintergrund der Gewinnschätzungen von 3,41 Dollar wird die Aktie momentan mit dem 24-Fachen der Gewinnerwartungen für das nächste Geschäftsjahr bewertet.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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