Xing: Karrierenetzwerk Dank Fachkräftemangel weiter im Aufwind

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Xing-Aktie: Karrierenetzwerk Dank Fachkräftemangel im Höhenflug. Gewinn steigt stärker als der Umsatz. Feiernde Anleger treiben den Kurs auf ein neues Rekordhoch. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Für die Anleger des Online-Karrierenetzwerks Xing lief es in den letzten Jahren wie geschmiert. Angetrieben durch den Fachkräftemangel hat sich das mehrheitlich zum Burda-Konzern gehörende Technologieunternehmen hervorragend entwickelt. Vor allem der Bereich mit E-Recruiting, der Personalabteilungen die Suche nach Fachpersonal unterstützt, hat für kräftigen Rückenwind gesorgt.

Die Geschäftsentwicklung ging dabei keineswegs am Aktienkurs vorbei. Im zurückliegenden Fünfjahreszeitraum kletterten die Xing-Papiere von 92 Euro auf ein neues Rekordniveau bei 349 Euro. Der jüngste Kursschwung erfolgte nach den gerade vorgelegten Quartalszahlen, die den Börsenwert auf gut 2 Milliarden Dollar nach oben trieben.

Xing – führend im deutschsprachigen Raum

Xing ist das soziale Netzwerk für berufliche Kontakte. Inzwischen nutzen 16 Millionen Mitglieder die Internet-Plattform für Geschäft, Job und Karriere im deutschsprachigen Raum. Auf dem Portal vernetzen sich Berufstätige aller Branchen, suchen und finden Jobs, Mitarbeiter, Aufträge, Kooperationspartner, fachlichen Rat oder Geschäftsideen und informieren sich über die neuesten Themen in ihrer Branche.

Inzwischen tauschen sich Mitglieder online in über 74.000 Fachgruppen aus und treffen sich persönlich auf Xing Events. Mit dem Kauf von kununu, der marktführenden Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum, hat der Konzern seine Position als Marktführer im Bereich Social Recruiting weiter gestärkt. Anfang 2015 hat Xing zudem die Intelligence Competence Center AG übernommen. Damit gehört die Webseite Jobbörse.com, mit über 2,5 Millionen Jobs die größte Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum, zum Portfolio des Unternehmens.

Karrierenetzwerk mit starkem Jahresauftakt

Die erfreuliche Wachstumsdynamik hielt im vergangenen Quartal weiter an. Insgesamt registrierten sich 531.000 neue Mitglieder, wodurch sich die Gesamtanzahl auf 15,9 Millionen erhöhte. Laut Firmenangaben konnte Anfang Mai sogar die 16 Millionen-Marke geknackt werden. Für die Produkte gezahlt haben unterdessen 1,04 Millionen Mitglieder (+14.600).

Im ersten Quartal steigerte Xing seinen Umsatz auf 62,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs um 18%. Vor allem die Vermittlung von Arbeitskräften an Unternehmen entwickelte sich stark. In diesem Segment erhöhten sich die Umsätze um 31% auf 31 Millionen Euro. Die Einnahmen mit zahlungspflichtigen Angeboten an Endkunden verbesserten sich auf 25,4 Millionen Euro (+5%). Den Rest steuerte der Bereich B2B Marketing Solutions & Events mit 6,1 Millionen Euro (+22%) zum Gesamtkonzernumsatz bei.

Gewinn steigt stärker als der Umsatz

Ebenso erfreulich sah die Gewinnentwicklung aus. Hier verzeichneten die Hamburger ein Plus von 45% auf 8,9 Millionen Euro. Je Aktie erhöhte sich der Nettogewinn entsprechend von 1,09 auf 1,58 Euro. Allerdings gab es einen positiven Sondereffekt in Zusammenhang mit der Übernahme der Kontrollmehrheit an der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn bei 7,6 Millionen Euro gelegen (+24%).

Honeypot-Deal eröffnet neue Perspektiven

Unterdessen arbeitet Xing weiter daran, sein Produktspektrum voranzutreiben. Dazu soll auch die Übernahme von Honeypot, der bisher größte Deal in der kompletten Firmengeschichte, beitragen. Xing zahlte 22 Millionen Euro für die Firma, bei Erreichung bestimmter Meilensteine kann der Kaufpreis aber auf bis zu 35 Millionen Euro ansteigen.

Honeypot dreht das klassische Prinzip des Jobmarktplatzes um: Firmen bewerben sich bei Fachkräften und nicht umgekehrt. So müssen sie beispielsweise Informationen wie zu erwartendes Gehalt und inhaltliche Anforderungen wie Programmiersprachen direkt bei der Kontaktaufnahme angeben. Honeypot beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter. Auf der Plattform sind rund 100.000 Talente sowie über 1.500 Unternehmen angemeldet.

Kursziel der Analysten erreicht

Nach der jüngsten Kursrally (+46% seit Jahresanfang) wurde das Konsensus-Kursziel der Analysten bereits erreicht. Auf Basis der Analystenschätzungen handelt die Aktie mit dem 54-Fachen des erwarteten Jahresgewinns. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 310 Euro inzwischen deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs (349 Euro), wobei noch nicht alle Banker im Nachgang der Zahlen ihre Schätzungen aktualisiert haben.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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