Zalando-Aktie: Höhenflug nach schwachen Zahlen vorerst gestoppt

Mit großen Versprechungen ist Zalando vor gut 2,5 Jahren an der Börse gestartet. Zumindest bei den angepeilten Wachstumsraten hat der Online-Modehändler seine Anleger bislang nicht enttäuscht.

Denn die sportlichen 20 – 25% Zuwachs pro Jahr konnten die Berliner seither liefern; das zeigen auch die vorläufigen Zahlen zum 1. Quartal dieses Jahres.

Aber den erfolgsverwöhnten Investoren war das nicht genug. Seit dem Börsengang hatte sich die Aktie fast verdoppelt.

Der Sprung auf ein neues Allzeithoch gelang den Papieren nach Vorlage der Zahlen aber nicht. Vielmehr zeigten sich die Anleger enttäuscht und beendeten jäh den jüngsten Höhenflug der Aktie.

Starkes Wachstum, aber magere Gewinnmarge

Erst einmal das Positive an den vorgelegten Ergebnissen: Im Startquartal kletterten die Erlöse um voraussichtlich 22 – 24% auf 971 – 987 Mio. €.

Damit hält Zalando sein hohes Wachstumstempo bei. Im Vorquartal stiegen die Umsätze um 26%, im vergleichbaren Vorjahres-Quartal um 24%.

Enttäuschend entwickelten sich hingegen die Gewinnmargen; laut Co-Firmenchef Rubin Ritter hat in diesem Jahr der Winterschlussverkauf die Gewinne deutlich ausgebremst.

So erwartet die Firma das bereinigte Vorsteuer-Ergebnis nur bei 10 – 30 Mio. €. Das entspricht einer nicht gerade üppigen Vorsteuermarge von gerade einmal 1 – 3%.

Jahres-Prognose wird beibehalten

Trotz des schwachen Jahresstarts hält die Konzernführung vorerst an den Jahreszielen fest. Demnach soll der Jahres-Umsatz um 20 – 25% auf 4,4 – 4,6 Mrd. € ansteigen.

Bei der Vorsteuermarge will Zalando zwischen 5 und 6% erreichen und damit ein ähnlich hohes Niveau wie im Vorjahr (5,9%). Das soll aber nur ein Etappenziel sein.

Denn auf Sicht der kommenden Jahre peilt Firmenchef Ritter eine Vervielfachung der Erlöse auf 20 Mrd. € an.

Hierzu sind aber kräftige Investitionen notwendig. Alleine in diesem Jahr fließen 200 Mio. € in den Ausbau der Infrastruktur, Automatisierung und Software.

Berliner Erfolgsgeschichte

Auch wenn das jüngste Quartal die Anleger enttäuschte, eine beeindruckende Erfolgsgeschichte ist und bleibt Zalando allemal.

Sie müssen wissen:

  • Die Gründung des Online-Händlers ist noch nicht einmal 8 Jahre her.
  • Mittlerweile hat der Konzern gut 20 Mio. Kunden, ist in 15 europäischen Ländern aktiv.
  • Und man betreibt die größte europäische Modeseite im Internet.

Der als Schuhhändler mit dem Werbeslogan „Schrei vor Glück“ groß gewordene Konzern erzielt mittlerweile den größten Teil der Umsätze mit Bekleidung.

Zalando verfolgt die Strategie, das am breitesten aufgestellte Modesortiment online anzubieten, bestehend aus über 150.000 Artikeln von 1.500 Marken.

Der größte Teil vom Umsatz ist auf mittelpreisige Produkte konzentriert.

Weiteres Marktwachstum, aber niedrige Markteintritts-Barrieren

Experten gehen auch für die Zukunft von weiterhin 2-stelligen Wachstumsraten im Online-Modemarkt aus.

Allerdings dürften die niedrigen Markteintritts-Barrieren auch zu einem spürbaren Konkurrenzdruck führen.

Um seinen Wettbewerbs-Vorteil zu halten, setzt Zalando auf einen massiven Ausbau seiner Logistik-Kapazitäten.

Die Berliner verfügen über eine hochmoderne Logistik-Infrastruktur (z.B. computeroptimierter Kommissionierungs-Prozess, etc.), durch die 85% von Zalandos aktiven Kunden innerhalb von 750km erreicht werden kann.

Analysten zeigen sich optimistisch

Unterdessen zeigen sich die Analysten optimistisch: Gut 2/3 der Experten sehen in der Aktie weiterhin eine Kaufposition.

Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 0,95 € für 2018 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 42.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt mit 44 € gut 14% über dem aktuellen Kursniveau.

24. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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