Zalando-Aktie: Onlinehändler nimmt Ausblick nach oben und heizt Kursrally weiter an

Zalando Sujet

Der Online-Modehändler Zalando überrascht die Anleger mit einer angehobenen Prognose - und der Firmenboss zeigt sich ausgesprochen zuversichtlich. (Foto: Zalando)

So schnell kann es manchmal gehen. Kaum drei Monate ist es her als der führende Online-Modehändler Zalando seine Jahresprognose gekappt hatte – nun zeigt sich der Berliner Technologiekonzern schon wieder deutlich optimistischer. Mit starken Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal im Rücken hat der Modespezialist nun seinen Ausblick sogar wieder nach oben geschraubt.

Die Anleger freut’s – sie quittierten die positiven Nachrichten mit Anschlusskäufen und heizten die Kursrally bei der Zalando-Aktie weiter an. Längst ist die Corona-Kursdelle passe – die Papiere liegen seit dem Jahreswechsel stolze 50% in der Gewinnzone und notieren nur wenige Prozent unter ihrem Allzeithoch.

Zalando – weit mehr als nur ein Online-Schuhhändler

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen Zalando näher vorstellen. Denn viele denken bei dem Konzern nur an einen werbestarken Schuhhändler. Doch Zalando ist weit mehr als das. Seit der Gründung vor 12 Jahren ist Zalando zu einem milliardenschweren Modehändler angewachsen, der in nunmehr 17 europäischen Ländern aktiv ist und die größte europäische Mode-Website betreibt. Den überwiegenden Teil der Erlöse erzielt Zalando mit Bekleidung.

Zalando’s Angebot für Damen, Herren und Kinder reicht von bekannten Trendmarken bis hin zu gefragten Designerlabels. Insgesamt arbeitet Zalando mit rund 2.000 Markenherstellern zusammen. Neben Schuhen und Bekleidung gehören Accessoires, Beauty-Produkte und Sportartikel zum Sortiment.

32 Millionen aktive Kunden

Inzwischen zählt der Berliner Konzern 32 Millionen aktive Kunden. Das entspricht einem Anstieg um 5,6 Millionen Kunden in den letzten fünf Quartalen. Gestützt wird das Geschäft durch eine hochmoderne Logistik-Infrastruktur (z.B. computeroptimierter Kommissionierungs-Prozess, etc.). Durch diese können 85% von Zalandos aktiven Kunden innerhalb von 750km erreicht werden.

Auch andere Zahlen bestätigen die Attraktivität der Internetseiten des Konzerns. In 2019 erhöhte sich die Anzahl der Seitenaufrufe um satte 33% auf 4,2 Milliarden.

Herausragendes zweites Quartal

Nach einem Nachfrageeinbruch im März erlebten die Berliner im zweiten Quartal erhebliche Nachholeffekte. Gemäß dem gerade vorgelegten Trading-Update haben drei Millionen neue Kunden im letzten Quartal bei Zalando eingekauft. Die Quartalsumsätze legten um 26 % bis 28 % auf gut 2 Milliarden Euro zu. Das Bruttowarenvolumen kletterte sogar um 32 % bis 34 % auf rund 2,7 Milliarden Euro nach oben. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde auf 200 bis 220 Millionen Euro verdoppelt. Das zweite Quartal fällt neben dem vierten typischerweise stärker aus, während das erste und das dritte saisonal schwächere Quartale sind.

Management schraubt Prognose nach oben

Nach dem kräftigen Rebound zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und passt die Planung nach oben an. Demnach soll der Umsatz 2020 um 15 % bis 20 % zulegen. Für das Bruttowarenvolumen wird ein darüber hinausgehender Anstieg um 20 % bis 25 % erwartet.

Das Vorsteuerergebnis (Ebit), bereinigt um Sondereinflüsse, zwischen 250 und 300 Millionen Euro erreichen. Für Sie zum Vergleich: Bislang war das Management von 225 bis 275 Millionen Euro ausgegangen. Zwischenzeitlich war wegen der Pandemie die Prognose sogar auf 100 bis 200 Millionen Euro zusammengestrichen worden. Bezogen auf die Margen ergibt sich nach der neuen Planung ein Ziel von 3,6% nach 2% von der Mai-Prognose.

Fokus auf Partnerexpansion

Ein Teil der positiven Entwicklung geht auch auf den Erfolg des Partnerprogramms zurück. Zwischen April und Juni sind neue 180 Partner auf die Zalando-Plattform hinzugekommen. Das Bruttowarenvolumen des Programms sei im zweiten Jahresviertel um mehr als 100 % gestiegen. Auch in Zukunft wollen die Berliner das Geschäft weiter stärken. Das Connected-Retail-Programm, über das stationäre Läden ihr Sortiment auf der Zalando-Plattform verkaufen, bieten die Berliner nun auch in Spanien, Schweden und Polen an. Derzeit seien gut 1 800 Geschäfte angeschlossen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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