Zalando: Großaktionäre verkaufen Aktienpakete

Wie jetzt bekannt wurde, haben sich nur 6 Monate nach dem Börsengang des Online-Modehändlers Zalando bereits einige Großaktionäre von Teilen ihrer Aktien getrennt.

Insgesamt seien rund 18 Mio. Aktien bzw. 7,3% der Zalando-Aktien bei institutionellen Investoren platziert worden. Zu den Verkäufern zählen unter anderem der von den Samwer-Brüdern kontrollierte Fonds Global Founders Capital und die Startup-Schmiede Rocket Internet, die ebenfalls den Samwer-Brüdern zuzurechnen ist

Zudem stand eine zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehörende Beteiligungsgesellschaft auf der Verkäuferseite. Der größte Anteilseigner von Zalando, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, behielt dagegen alle Aktien.

Weitere Details zum Verkauf der Aktienpakete

Der Platzierungspreis lag bei 23,75 Euro und damit rund 10% Prozent über dem beim Börsengang im Oktober festgelegten Emissionskurs von 21,50 Euro. Die inzwischen im deutschen Nebenwerteindex SDax notierte Zalando-Aktie hatte nach dem Börsengang eine Berg- und Talfahrt hingelegt.

Der Kurs schwankte im Rahmen dieser Berg- und Talfahrt zwischen 17 und 27 Euro. In den vergangenen Monaten hatte sich die Aktie aber deutlich oberhalb des Emissionspreises etabliert. Wegen der Platzierung fiel die Aktie am Dienstag dieser Woche um 6,68% auf 24,25 Euro. Am gestrigen Mittwoch gab die Aktie weiter nach und lag zeitweise um gut 4% im Minus.

Aufgrund der jüngsten positiven Kursentwicklung hatten die Verkäufer auch einen gewissen Anreiz, sich von ihren Zalando-Papieren zu trennen.

Verkauf nicht unbedingt als Vertrauensbeweis zu werten

Die Tatsache, dass einige der Zalando-Großaktionäre jetzt größere Aktienpakete verkauft haben, ist aus meiner Sicht nicht unbedingt als Vertrauensbeweis zu werten. Das sieht auch Jürgen Kolb, Analyst bei Kepler Cheuvreux, so. Er sieht darin „kein ideales Signal“.

Die Zalando-Großaktionäre gaben ihre Aktien mit einem kleinen Abschlag ab. Die Verkürzung der Halteperiode – des so genannten „Lock Up“ – sei nach einer ähnlichen Aktion von Hugo Boss nun offenbar eine „neue Normalität“. Ein solches Vorgehen aber könne vor allem bei Börsenneulingen das Vertrauen in das Management schädigen.

Über einen möglichen MDax-Aufstieg

Aufgrund der zuletzt positiven Geschäftsentwicklung und der positiven Zahlen gehen einige Händler davon aus, dass sich die Zalando-Aktie schnell von dem Kursabschlag, den die Platzierung der Aktienpakete ausgelöst hatte, erholen wird.

Dadurch und durch den größeren Streubesitz (als Folge der Verkäufe durch die Großaktionäre) könnte Zalando ein ernsthafter Kandidat für den MDax werden. Das sieht auch Commerzbank-Analystin Petra von Kerssenbrock so: „Die Chancen für einen Aufstieg von Zalando in den MDAX sind deutlich gestiegen“.

Fazit: Somit kann zusammenfassend gesagt werden, dass der Verkauf größerer Aktienpakete einiger Zalando-Großaktionäre verhältnismäßig kurze Zeit nach dem Börsengang zwar nicht unbedingt ein großer Vertrauensbeweis ist. Dafür bringen diese Verkäufe Zalando ein ganzes Stück näher in Richtung MDax-Aufstieg.

12. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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