Zalando: Management zufrieden, Aktionäre nicht

Der Online-Modehändler Zalando hat heute vorbörslich Vorabzahlen für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 veröffentlicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vorstand der Zalando SE mit dem Abschneiden des Unternehmens zufrieden ist – die Aktionäre sind es aber nicht.

Denn die Zalando-Aktie zählte heute zu den großen Verlierern des deutschen Kurszettels; sie hat gleich zu Handelsbeginn rund 7% an Wert eingebüßt.

Die Vorab-Zahlen von Zalando im Überblick

Für die Monate April bis Juni meldete Zalando heute auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz-Anstieg um 19 – 21% auf 1,09 – 1,11 Mrd. €.

Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von 1,12 Mrd. € gerechnet. Damit liegt der erreichte Umsatz knapp unterhalb der Analysten-Prognose.

Zudem fiel das Umsatz-Plus im 2. Quartal geringer aus als im 1. Quartal des laufenden Jahres.

Denn von Januar bis März stand noch ein Umsatz-Wachstum von 23% zu Buche. Im 1. Halbjahr kam der Umsatz um 21 – 22% auf 2,07 – 2,09 Mrd. € voran.

Beim bereinigten operativen Ergebnis (bereinigtes EBIT) gibt Zalando für das 2. Quartal einen Wert von 80 – 86 Mio. € an.

Im Vorjahres-Zeitraum lag das bereinigte EBIT bei 81 Mio. €. Erwartet wurde für das abgelaufene Quartal ein Wert von 89 Mio. €.

Damit liegt auch das bereinigte EBIT unter den Erwartungen der Analysten.

Die operative Gewinnmarge sank zuletzt auf 7,3 – 7,8% nach zuvor 8,8%. Im 1. Halbjahr lag das bereinigte EBIT bei 100 – 106 Mio. € (nach 101 Mio. € im Vorjahr).

Für den Zeitraum von Januar bis Juni dieses Jahres schwächte sich die Marge auf 4,8 – 5,1% ab (nach 5,9% im 1. Halbjahr 2016).

Zalando-Chef Rubin Ritter ließ sich in der Mitteilung zu den heute veröffentlichten Vorabzahlen wie folgt zitieren:

„Wir sind mit der 1. Jahreshälfte 2017 zufrieden und investieren weiter, um unsere ambitionierten Wachstumsziele von 20 – 25% in diesem Jahr und darüber hinaus zu erreichen.“

Darüber hinaus hatte sich Zalando für dieses Jahr eine bereinigte EBIT-Marge von 5 – 6% vorgenommen, was in etwa das Niveau des Vorjahres bedeuten würde.

Dieses Ziel wurde heute jedoch nicht explizit bestätigt, was ein weiteres Haar in der Suppe bedeutet und mitverantwortlich für die heutige Kursreaktion bei der Zalando-Aktie sein dürfte.

Meine Einschätzung zu Zalando

Trotz der etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen hat Zalando einmal mehr bewiesen, dass der Konzern weiterhin dynamisch wächst.

Darüber hinaus baut das Unternehmen seinen Marktanteil konsequent weiter aus.

Das neue kostenpflichtige Treueprogramm „Zet“ – in gewisser Weise eine Kopie von Amazons Erfolgsmodell Prime – soll hierzu führen:

dass die Kundenbindung verstärkt wird und mit dem bestehenden Kundenstamm mehr Umsatz und Ergebnis erzielt werden kann.

Ich persönlich bevorzuge jedoch Firmen, die Wachstum und Profitabilität vereinen und führe die Zalando-Aktie daher weiterhin nicht in meinem Musterdepot.

Das heißt jedoch nicht, dass es sich bei Zalando um eine schlechte Aktie handelt.


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18. Juli 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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