Zalando: Wachstum ja, Gewinne nein

Der Online-Schuh- und -Modehändler Zalando, der seit kurzem im MDax gelistet ist, meldete im Zusammenhang mit dem Bericht zum 3. Quartal des laufenden Jahres kurz gesagt eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht ist, dass Zalando im abgelaufenen 3. Quartal nahtlos an das starke Umsatzwachstum der vorangegangenen Quartale anknüpfen konnte. Die schlechte Nachricht: Zalando rutschte operativ wieder in die Verlustzone und ist damit nach wie vor den Beweis schuldig, dass das Unternehmen nachhaltig in der Lage ist profitabel zu arbeiten.

Die Reaktion der Anleger: Sie reagierten enttäuscht und bescherten der Aktie des Online-Versandhändlers ein deutlich zweistelliges Minus. Damit war die Zalando-Aktie am heutigen Handelstag mit großem Abstand das Schlusslicht im MDax.

Die Probleme mit der Profitabilität

Ursächlich dafür, dass bei Zalando im 3. Quartal trotz weiterem Umsatzwachstum unterm Strich ein operativer Verlust heraussprang, waren nach Angaben des Unternehmens höhere Investitionen.

Für das Gesamtjahr senkte Zalando daraufhin die Prognose für die Gewinnmarge leicht und muss nun ein starkes Schlussquartal hinlegen, um die gekürzte Prognose für die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge), die bisher bei 4,5 lag und nun bei 3 bis 4% liegt, noch erreichen zu können.

Beim Umsatz ist der Versandhändler allerdings inzwischen optimistischer für das Gesamtjahr. Dies konnte den Absturz der Zalando-Aktie allerdings nicht verhindern.

Denn: Ich habe den Eindruck, dass inzwischen immer mehr Anleger sich nicht mehr von den hohen Wachstumsraten beim Umsatz begeistern lassen und stattdessen lieber sehen wollen, dass das Unternehmen in der Lage ist nachhaltig profitabel zu sein.

Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter äußerte sich dazu wie folgt: „Unser Ziel ist weiterhin profitables Wachstum – aber wir sind gewillt, kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen.“ Europas größter Online-Händler habe „bewusst Wachstumschancen“ nutzen wollen.

Die aktuellen Quartalszahlen im Überblick

Der Umsatz im 3. Quartal liegt nach vorläufigen Zahlen zwischen 707 und 717 Mio. Euro. Das bedeutet ein Plus von 41 bis 43%. Zudem liegt diese Spanne deutlich über den Marktschätzungen. Denn: Analysten hatten lediglich mit 641 Millionen Euro gerechnet.

Beim Ergebnis enttäuschte das Berliner Unternehmen dagegen: Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) sank auf minus 18 bis minus 32 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein kleiner Gewinn von 4 Mio. Euro zu Buche.

Die bereinigte operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) liegt entsprechend bei minus 2,5 bis minus 4,5%, wie aus den vorläufigen Zahlen hervorgeht. Analysten hatten Zalando einen operativen Gewinn von 10,6 Mio. Euro zugetraut. Damit liegt Zalando beim Ergebnis deutlich unter den Schätzungen der Analysten.

Ursächlich für den Verlust auf Quartalsbasis waren wie bereits erwähnt höhere Investitionen. Diese fielen vor allem im Marketing im Logistikbereich an.

Die entscheidende Frage: Kann Zalando auch nachhaltig profitabel sein?

Für mich ist – wie bereits angedeutet – die entscheidene Frage, ob Zalando auch nachhaltig profitabel arbeiten kann. Bevor das Unternehmen den Beweis dafür für meine Begriffe nicht erbracht hat, kommt eine Investition in die Zalando-Aktie für mich nicht in Frage.

Denn: Die augenblicklich (trotz des heutigen Kurssturzes) noch immer hohe Bewertung der Aktie birgt große Risiken. Sollte Zalando die Gewinnmarge nachhaltig verbessern können, kann das Unternehmen in die hohe Bewertung „reinwachsen“. Sollte dies nicht gelingen, drohen weitere Kursverluste.


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15. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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