Zankapfel Nebenkostenabrechnung: Was dürfen Sie keinesfalls umlegen?

Man kann’s ja mal versuchen: Immer wieder jubeln Vermieter ihren Mietern bei der Nebenkostenabrechnung Auslagen unter, die dort nicht hingehören. Sei es aus Unwissenheit; sei es aus Tücke. Da Mieter aber sehr gut informiert sind, geht der Schuss oft nach hin-ten los. Erfahren Sie in diesem Bericht, welche Kostenpunkte auf besagter Nebenkostenabrechnung rein gar nichts verloren haben. (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Als stolzer Neu-Besitzer eines, sagen wir mal, Mehrfamilienhauses schauen Sie voller Freude Monat für Monat auf Ihren Kontoauszug, um glücksstrahlend zuzusehen, wie die Einnahmen munter Ihre Schatulle füllen.

Herrlich, oder?

»Dumm« nur, dass so ein Haus nicht nur Rendite einbringt, sondern auch Kosten verursacht. Dabei rede ich noch nicht mal von den Steuern, die Sie als Hausbesitzer unweigerlich berappen müssen.

Deshalb lege ich Ihnen dringend ans Herz, von Beginn an Rücklagen beiseitezulegen, weil Sie nämlich nicht all Ihre Kosten auf Ihre Mieter abwälzen können.

Hier nenne ich Ihnen die fünf Tabus, die auf ihrer Nebenkostenabrechnung von Gesetzes wegen absolut nichts zu suchen haben.

1. Die Rücklagenbildung an sich

Wo ich schon von Rücklagen gesprochen habe: Ich muss Ihnen leider sagen, dass Sie den Obolus zum Aufbau Ihrer finanziellen Reserven nicht Ihren Mietern aufs Auge drücken dürfen. Das ist allein ihr eigenes finanzielles Bier.

In einem meiner letzten Beiträge hier habe ich Ihnen objekttypisch aufgeschlüsselt, welchen Prozentsatz Ihrer Mieteinnahmen Sie verwenden sollten, um zuverlässig Rücklagen aufbauen zu können.

Sollten Sie den Beitrag verpasst haben, gebe ich Ihnen hier meine Pi-mal-Daumen-Empfehlung: Ungefähr ein Viertel bis ein Drittel sollten es schon sein. Denn wenn im Haus etwas Größeres zu reparieren ist, ist es mit einem »Hunni« garantiert nicht getan.

2. Ihre Hausverwaltungskosten

Dieser Absatz richtet sich an jene Investoren, die die Verwaltung ihres Vermietobjektes nicht in die eigenen Hände nehmen wollen.

Sollten Sie also auf die Dienste einer professionellen Hausverwaltung zurückgreifen, kostet Sie das Geld. Keine Überraschung, oder? Pro vermieteter Wohneinheit können da bis zu 40 € pro Monat anfallen.

Und so traurig es für Sie als Investor ist: Diese Ausgaben gehen voll und ganz auf Ihre Kappe.

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3. Kosten für unvorhergesehene Reparaturen

Wie schon im ersten Punkt erwähnt, müssen Sie Reparaturen, die außer der Reihe notwendig werden, ebenfalls aus dem eigenen Geldbeutel bezahlen.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um regelmäßig ausgeführte Wartungsarbeiten, deren Kosten Sie durchaus auf die Mieterschaft umlegen können.

Meistens handelt es sich um Schicksalsschläge ins Kontor, mit denen man einfach nicht rechnen kann: In einer Wohnung fällt die Gastherme aus? Sie müssen die neue bezahlen, nicht der Mieter.

Genau für solche »bösen Fallen« sind Ihre Rücklagen gedacht.

4. Gebühren für Ihre Kontoführung

Natürlich möchte auch Ihre Hausbank etwas von ihren Cashflow abzwacken, indem sie Gebühren für die Führung Ihres Immobilien-Kontos verlangt. Dürfen Sie diesen finanziellen Aufwand auf die Mieter umschlagen?

Klare Antwort: Nein, das dürfen Sie nicht.

5. Kosten für juristische Auseinandersetzungen

Es ist überliefert, dass manche Vermieter doch allen Ernstes versuchen, in ihrer Nebenkostenabrechnung auch die Auslagen für juristische Streitereien mit ihren Mietern einzuflechten – was dann seinerseits wieder der Auslöser für neue juristische Streitigkeiten ist. Und das völlig zu Recht.

Denn die Umlegung solcher Kosten ist für Sie als Vermieter absolut tabu. Auch für juristische Konflikte müssen Sie sich selbst ein finanzielles Polster ansparen.

Aber damit Sie am Ende dieses Artikels nicht der völlige Frust packt, nenne ich Ihnen hier jene Nebenkosten, für die Sie getrost in die Portmonees Ihrer Mieter langen dürfen: Grundsteuer, Kosten zur Erhaltung der Wasserversorgung, Eichung von Zähleruhren, sicherheitstechnische Überprüfungen, Schornsteinfeger, Wartung von Aufzügen, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Gartenpflege, allgemeine Beleuchtung, Gebäudehaftpflichtversicherungen, Hausmeisterkosten, Antennenanlagen, Waschmaschinenräume sowie Betriebssicherheitsprüfungen und einiges mehr.

Waren diese Infos für Sie nützlich? Dann freuen Sie sich aufs nächste Mal. Dann habe ich wieder interessante Fakten für Sie.


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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.